Dienstag, 22. Dezember 2009

Keine so gute Idee: Enteisen per Heizstrahler

Bei den Temperaturen der letzten Tage konnte am Auto schon so manches einfrieren. Eine besondere Methode dagegen hatte sich ein 71-jähriger Österreicher ausgedacht:

"Ganz so warm sollte es wohl nicht werden: Ein Rentner hat im österreichischen Kärnten sein Auto mit einem Heizstrahler enteist. Das funktionierte besser und schneller als erwartet - der Tank detonierte, das Fahrzeug brannte komplett aus.

Wien - Der 71-Jährige Mann hatte am Montagmittag in Klagenfurt festgestellt, dass der Kühler seines Autos eingefroren war. Daraufhin stellte er einen Heizstrahler vor den Wagen in der Garage und ging zum Essen, berichtete der Sender ORF am Dienstag.

Eine gewaltige Explosion unterbrach das Mittagsmahl des Pensionärs, als sich die stark erhitzten Benzingase entzündeten und das Auto in die Luft flog. Wagen und Garage brannten völlig aus. 40 Feuerwehrleute löschten den Brand, auch das Haus wurde nach ORF-Angaben stark beschädigt."

hil/dpa

(gefunden bei Spiegel Online: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,668574,00.html)


Schon bemerkenswert abgebrüht, erstmal essen zu gehen, nachdem man den Heizstrahler direkt vors Auto gestellt hat...

Samstag, 19. Dezember 2009

Winter ist, wenn...

  • ich die klobigen Winterbotten aus dem Keller geholt habe, um durch den Schnee zu stapfen,
  • der Sprühmechanismus von der Flasche mit dem Scheibenenteiser eingefroren ist,
  • die Schaltknüppel im Auto vor lauter Frost hörbar knackt, wenn man den Gang einlegt und losfährt,
  • selbst in der Tiefgarage Schneematsch auf den Durchfahrtswegen liegt,
  • (echte) Schneebälle durch ein überdachtes Einkaufszentrum fliegen,
  • der Senf am Bratwurststand auf dem Weihnachtsmarkt sowohl an der Theke fest- als auch eingefroren ist,
  • man bei der Rückkehr nach Hause mit einem schönen Powerslide wieder in die Parklücke gleiten kann.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Wenn Würde ein Fremdwort zu sein scheint

Soeben stolpere ich über diesen Artikel auf der Website des presseähnlichen Produkts mit den vier Buchstaben, das sich zurecht nicht mehr Zeitung nennen darf.

http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/stuttgart/2009/12/17/wegen-jens-lehmann/verliert-zocker-6360-euro-bei-einer-wette.html

Falls der Link nicht (mehr) funktionieren sollte, hier die Kerninformationen nochmal schnell zusammengefasst:

Ein Mensch namens Carmelo B. hat bei einem Wettanbieter (der natürlich im Artikel genannt wird - wunderbar, wie die strikte Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung eingehalten wird...) einen Tipp "3 aus 4" abgegeben. "Bei einem 1:0 für Stuttgart hätte er sogar alle vier richtig gehabt." Hört hört. Dann kam aber der böse, böse Jens Lehmann. Wir alle wissen ja, was passierte. Lehmann tritt Bancé auf den Fuß, dieser windet sich, als ob ihn jemand mit der Schrotflinte angeschossen hätte, Lehmann fliegt, Elfmeter für Mainz, 1:1, Nachspiel nach dem Spiel und alle zerreißen sich über Lehmann das Maul. Und jetzt erfahren wir auch noch das schreckliche Schicksal von Carmelo B.: "So hatte ich drei Ergebnisse richtig und bekam nur 704,43 Euro. Lehmann hat mir alles kaputt gemacht." (bei vier richtigen wären es 7065,10 Euro gewesen)

Soso, "nur" 704,43 Euro. Über so einen Betrag würd ich mich ja eher scheckig freuen. Fragt sich, wie viel Geld der gute Mann wohl eingesetzt hat, dass er zu der Aussage kommt, Lehmann hätte ihm "alles kaputt gemacht". Kann ihm mal jemand ein Taschentuch reichen? Und mir bitte auch, bei so einem Schicksalsschlag kommen mir gleich die Tränen.

Fragt sich auch, wie diese Story zustande gekommen ist. Hat Carmelo B. bei der Bild angerufen und sich den Frust von der Seele geredet? Oder kannte ein Redakteur ihn zufällig, hat die Geschichte bei einem Bier erzählt bekommen und gedacht: "So, da machen wir jetzt ne Geschichte raus, den Lehmann kann ich eh nicht leiden"? Und auch wenn die Hemmschwelle bei Bild natürlich extrem niedrig ist: Wer gibt für solche "Artikel" letztendlich sein OK? Außer dem Wettanbieter?

Die wichtigste Frage aber lautet: Was ist das für ein Mensch, der sich für solche eine "Geschichte" fotografieren und mit vollem Namen auf einer Website nennen lässt, die täglich wahrscheinlich Millionen Menschen anklicken? Wie kann man so tief sinken? (ich weiß ja nicht, ob er noch sinken konnte bzw. wie hoch die Fallhöhe war) Wie wenig Selbstachtung kann man haben? Was verspricht sich Carmelo B. davon? Wartet er auf Reaktionen von mitleidigen Lesern, die sein Schicksal so berührt hat, dass sie ihm Schecks schicken? Wartet er auf einen Scheck von Jens Lehmann über die "verlorene" Summe? Verloren, wenn er sie denn noch besessen haben sollte - was angesichts dieses Artikels bezweifelt werden darf - hat er auf jeden Fall eines ganz sicher: seine Würde.

Dienstag, 8. Dezember 2009

"Der Spaßdurchlaufwille beendet am Jing'an Park"

Was man beim Aufräumen des Schreibtischs und der (völlig überfrachteten) Ablage im Büro nicht alles finden kann. Na gut, 95% der Fundstücke wanderten ohne Umweg in den Papierkorb, aber es treten auch echte Perlen zutage. Wie diese Pressemitteilung zum Shanghai-Marathon aus dem Jahre 2007 (!), die ich niemandem vorenthalten möchte. Ganz nebenbei führe ich hiermit auch eine neue Blog-Kategorie namens Oddities ein, in der ich (wie immer natürlich in mehr als loser Folge) sprachliche, stilistische und anderweitige "Verbrechen" aus der bunten Welt der Medien und ihren Artverwandten zur Schau stelle. Ein bisschen Spaß muss ja sein. Hier also besagte Pressemitteilung:

"Shanghai internationales Marathon ist der jährliche laufende Fall, der in der Stadt von Shanghai jedes Jahr stattfindet. Teilnehmer von auf der ganzen Erde gekommen nach Shanghai für das Rennen. Der Marathon wird am zweiten Sonntag von November jedes Jahr gehalten. Shanghai internationales Marathon wird betrachtet, das Premier-Straße Rennen der Stadt zu sein. Das Marathon ist zu allen geöffnet. Tausenden Läufer konkurrieren für den Fall und es gibt Teilnahme von allen Vierteln. Es wird geschätzt, daß über 15000 Läufern im Falles jedes Jahr teilnahm.
Einheimische fallen am Marathon in den großen Zahlen aus und entsprechend ihnen ist Fall gut geplannt. Der Kurs für das Shanghai Internationale Marathon ist der selbe, den es eine Dekade zurück mit den Läufern war, die beim Bund anlaufen und in Richtung zum VorstadtMinhang Bezirk für das zwei längere Pensum vorangehen. Der Spaßdurchlaufwille beendet am Jing'an Park. Das prize Geld am Shanghai Internationalen Marathon hat sich mit jedem möglichen Jahr erhöht. Die Sieger der Männer und vollen der Marathone zum Mitnehmen ungefähr 48.000 der Frauen yuan (US$5,925) im prize Geld. Das Marathon hat eine Anzahl von teilnehmenden den Proathleten, aber eine überwältigende Majorität der Teilnehmer sind Bewunderer."

Montag, 7. Dezember 2009

Meet me at the sanitary gates...

Es scheint in Mode gekommen zu sein, Bands bzw. nicht mehr nur im Backstage-Bereich exklusive Akustik-Perlen zum Besten geben zu lassen, sondern sie dazu sogar gleich in die sanitären Anlagen zu bugsieren. Live habe ich das ganze zwar schonmal bei Nathanial Fregoso, dem Sänger von The Blood Arm, mitverfolgt, der einen Teil seiner Performance ins Damenklo des Gleis 22 verlegt hat. Aber das sowas geplant und aufgezeichnet wird, war mir bis dato neu und erstaunt mich auch ein wenig.

Über Ja, Panik bin ich in diesem Zusammenhang zuerst gestolpert:



Und auch der Meister selbst lässt sich für solche Aufnahmen nicht lumpen, was mich eigentlich am allermeisten überrascht:



Ich bin gespannt, wann die ersten kompletten Konzerte auf der Toilette, unter der Dusche oder in der Badewanne stattfinden...

Donnerstag, 3. Dezember 2009

It's a beautiful day...

  • Obwohl ich nicht viel länger geschlafen hatte als üblich, bin ich heute morgen ungewöhnlich frisch aufgewacht.
  • Im Gegensatz zu meinem Nachbarn musste ich mein Auto nicht freikratzen, da ich es gestern abend in weiser Voraussicht abgedeckt hatte.
  • Auf dem Weg zur Arbeit war so schönes Wetter, dass ich mich "gezwungen" sah, die Sonnenbrille aufzusetzen. Das Wetter blieb auch den ganzen Tag über so schön.
  • Bei der Arbeit lief es wunderbar entspannt.
  • Fast sämtliche Kollegen hatten heute mindestens ein Lob für mich.
  • Dazu habe ich einen der schwierigsten Artikel jeder Ausgabe bereits recht früh zumindest relativ sicher festgezurrt.
  • Ich habe mir mit der neuen Bürokaffeemaschine einen der besten Milchkaffees gemacht, den ich je getrunken habe.
  • Die Reinigung hat die Flecken aus meinem Lieblingspoloshirt wieder raus gekriegt.
  • Ich habe außerdem noch Geld wiederbekommen, dass ich beim letzten Mal angeblich zuviel gezahlt hätte.
  • Sämtliche Idioten, die sich sonst auf den Straßen herumtreiben, haben heute wohl einen anderen Weg gewählt.
  • Den ganzen Tag lang habe ich wegen des Gedankens an das bevorstehende Wochenende ein Lächeln im Gesicht.
Die Frage ist nur: wie passt soviel Positives an einem einzigen Tag zu meiner eigentlich eher pessimistischen Grundeinstellung?

Elf des Monats - November 2009

Tracks

Editors - Papillon
Ian Brown - Marathon Man
Mumford & Sons - Little Lion Man
Baddies - Open One Eye
Elle Milano - Curiosity Killed The Popstar
Ocean Colour Scene - Mrs Maylie
Ron Diva - Freigetränk
I, Ludicrous - Preposterous Tales
Superpunk - Ich trinke
The Great Park - The Royal Canal
Bonaparte - Anti Anti

Alben

The Kabeedies - Rumpus
Ian Brown - My Way
Mumford & Sons - Sigh No More
Svenssen - Svenssen
Ron Diva - Ron Diva
David Devant & His Spirit Wife - Ginger EP
Editors - In This Light And On This Evening
Them Crooked Vultures - Them Crooked Vultures
Elle Milano - Acres of Dead Space Cadets
We Were Promised Jetpacks - These Four Walls
Blur - Parklife

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Unterwegs in Sachen Kultur

Da ich es wohl sowieso nicht schaffe, für jede der drei im Folgenden beschriebenen, kürzlich erlebten Veranstaltungen einen eigenen Eintrag zu verfassen, versuche ich mich hiermit an einem Kompaktbericht zu allen dreien in chronologischer Reihenfolge.

7. November: Kettcar im Konzerthaus Dortmund (Support: John K. Samson)

Nachdem Kettcar bereits eine DVD mit den Steichern der Neuen Philharmonie Frankfurt eingespielt hatten, passte ihr Auftritt wie die Faust aufs Auge in die Pop-Abo-Reihe des Dortmunder Konzerthauses. Eröffnet wurde der Abend von John K. Samson, dem Frontmann der Weakerthans, der allein mit seiner Gitarre und ein paar Soundeffekten - unter anderem dem Schnurren seiner Katze - bewaffnet auf der Bühne stand. Das reichte auch vollkommen aus. Durch die fantastische Akustik wirkten die Songs noch fragiler und schöner, als sie es eh schon sind. Hätte ich mich nicht so sehr auf Kettcar gefreut, ich hätte ihm auch noch länger zuhören können.
Aber wir waren ja schließlich hauptsäclich wegen Kettcar gekommen. Die wiederum kamen dem Anlass entsprechend im smarten Anzug (wie auch ein beträchtlicher Teil des Publikums) und legten gleich mit 48 Stunden los. Akustisch und mit Streichern erhalten viele der Songs noch einmal eine ganz andere Note. Noch intensiver wirkten die Stücke auch hier durch den kristallklaren Sound, der einen denken ließ: Könnte die Akustik bei Konzerten nicht immer so sein? Dann würden einem bei wirklich lauten Konzerten allerdings die Ohren wegfliegen... Die Gefahr bestand im Konzerthaus allerdings nicht, so dass Kettcar-"Klassiker" wie Landungsbrücken raus, Balkon gegenüber oder Balu oder eher selten gespielte Tracks wie Jenseits der Bikinilinie einfach nur in vollen Zügen genossen werden konnten. Etwas schade fand ich persönlich, dass der Fokus auf den "langsameren" Stücken lag - es wäre bestimmt spannend gewesen, gerade die schnellen Stücke einmal akustisch zu hören. Aber ich will mich nicht beschweren, es war wunderbar. So wunderbar, dass die Band nach der regulären Zugabe noch einmal auf die Bühne "musste", und laut Markus Wiebusch etwas tat, dass er seit Schülerbandzeiten nicht mehr gemacht hatte: ein Stück doppelt spielen. Die Zugabe der Zugabe war nämlich noch einmal Balkon gegenüber, mit dem dieser schöne, außergewöhnliche Abend dann beschlossen wurde.

18. November: Kurt Krömer im Opernhaus Nürnberg

Kurt Krömer im Opernhaus? Nicht nur für das Publikum war diese Tatsache wohl überraschend. Auch Krömer wirkte darüber etwas erstaunt und amüsiert. Aber eigentlich kann der Mann auch auf einem zugigen Parkhausdeck auftreten. Man würde sich einfach warmlachen. In der schönen Atmosphäre des Opernhauses war es aber dann doch angenehmer. Zumal sich so auch einige spontane Gags ergaben, wie der "Dialog" mit den Leuten, die in einer Loge direkt neben der Bühne saßen.
Krömer muss man wohl entweder mögen oder hassen. Ich jedenfalls mag ihn sehr. Ich kann mich nicht daran erinnern, zwei Stunden fast am Stück so sehr gelacht zu haben. Bereits zur Pause nach etwa einer Stunde tat mir der Kiefer weh vor lauter Lachen, und nach der Pause wurde es noch "schlimmer". Teilweise musste ich wirklich nach Atem ringen, das ist ausnahmsweise nicht übertrieben. Ich spare es mir dennoch, die einzelnen Elemente hier nachzuerzählen bzw. zu schreiben - der Funke springt dann einfach nicht über. Nur soviel: Tritt Kurt bei euch in der Nähe auf, geht hin! Ihr werdet es nicht bereuen.

20. November: Editors, The Maccabees, Wintersleep im Ringlokschuppen Bielefeld

Fast schon ein Festival-Lineup, dass da im Ringlokschuppen darauf wartete, dass ich die ca. 420km aus Franken nach Bielefeld rechtzeitig hinter mich bringen möge. Besonders, weil der Ringlokschuppen für den äußerst (über)pünktlichen Konzertbeginn berüchtigt ist. Auch weil meine alte Mühle zwischendrin mal wieder fast schlappgemacht hat, habe ich es natürlich nicht rechtzeitig geschafft. Wintersleep habe ich komplett verpasst. Was für mich allerdings das kleinere Übel war, denn die Maccabees und die Editors wollte ich schließlich unbedingt sehen. Die Maccabees hatten leider nur einen relativ kurzen Supportslot und spielten ausschließlich Songs vom neuen Album. Nicht dass das schlecht wäre, beileibe nicht, aber ein bisschen mehr Abwechslung hätte ich mir schon gewünscht. Das erste Album hatte schließlich reihenweise großartige Songs zu bieten. Nichtsdestotrotz beeindruckten sie mich auch beim dritten Konzert, dass ich von ihnen erlebt habe, mit ihrer schieren Energie und Qualität. Ich erwarte noch Großes von dieser Band.
Die Editors haben die Stufe auf die "große" Bühne bereits genommen. Und auch, wenn ich mich an das neue Album immer noch gewöhnen muss, muss man sagen: zurecht. Auch für sie gilt: die können es auf der Bühne und zeigen es zum Glück auch. Tom Smith bog sich in gewohnter Manier quer über die Bühne und penetrierte sein Keyboard an der Grenze zur Jugendgefährdung. Ein Schelm, wer an Objektophilie denkt... Es war in jedem Fall ein guter Auftritt der Männer aus Birmingham, auch wenn die Publikumsbegeisterung bei den neuen Songs immer ein wenig nachließ - ich bin also nicht der Einzige mit Anpassungsschwierigkeiten. Ausnahme ist die grandiose Single Papillon, die sich die Editors für die Zugabe aufgehoben hatten. Da auch Blood und Smokers outside the Hospital Doors zur Setlist gehörten, war ich rundum zufrieden, selbst wenn der Funke im Vorjahr beim Haldern Pop vielleicht noch besser übergesprungen war. Aber das war ja damals auch meine Editors-Premiere. Das zweite Mal war aber ebenfalls hervorragend. Daran konnte auch der in der Garderobe verlorene Schal nicht rütteln. Denn der hat mittlerweile einen würdigen Nachfolger gefunden.

Donnerstag, 12. November 2009

Bin ich anders?

Mancher mag das jetzt eigenartig finden, mancher sogar pervers, aber als ich gerade, frisch nach Hause gekommen, in die kalte Fischfrikadelle biss, die noch von gestern übrig geblieben war, dachte ich für einen kurzen Moment: "Wow, das ist das leckerste, in das ich je hinein gebissen habe!" Was natürlich vollkommener Schwachsinn ist. Aber das Gefühl war da. Für einen kurzen Moment. Klingt komisch, ist aber so.

Montag, 9. November 2009

Die Antwort lautet: Ja, Panik!

Nur wie war noch gleich die Frage? Vielleicht: Welche ist die momentan beste/interessanteste/spannendste deutsche bzw. deutschsprachige Band? Denn Ja, Panik kommen ja gar nicht aus Deutschland, sondern stammen ursprünglich aus dem österrechischen Burgenland. Auch wenn sie mittlerweile in Berlin leben und dort übrigens eine gemeinsame Wohnung suchen. Falls also jemand einen Tipp hat, bitte vertrauensvoll an die Band wenden...

Nachdem ich es bereits sträflicherweise versäumt hatte, das aktuelle Album der Band mit dem Titel "The Angst And The Money" an dieser Stelle zu besprechen (dazu jetzt nur noch soviel: kaufen! Es lohnt sich), will ich mir nicht auch noch selber vorwerfen müssen, auch das Konzert kommentarlos vorbeistreichen zu lassen. Auch wenn es schon wieder knapp zwei Wochen her ist, ist der Eindruck immer noch ziemlich frisch und nachhaltig. Denn, um das vorweg zu sagen: es war großartig. Die Stücke, eh schon voller Emotionen, schöner Melodien, Wahrheit und genialischem Lärm, sind live noch größer, noch beeindruckender und bewegender und driften noch mehr in ein scheinbar aus dem Ruder laufendes Chaos ab, nur um in letzter Sekunde wieder in die Melodie zurück zu finden, als wäre nichts geschehen. Beispiel: "Als habe ich...". Die Songs aus der Feder von Andreas Spechtl sind verspielt und fragil und gleichzeitig massiv, wenn ich dieses Wort mal für die ohnehin schon schwierige Beschreibung von Musik entwenden darf. Das scheint für das Nürnberger Publikum teilweise eine Überforderung darzustellen. Anders lassen sich die unangemessen lauten Gespräche in den zarten, leisen Phasen von so zerbrechlichen Stücken wie "The Golden Handshake" nicht erklären. Spechtl reagiert darauf souverän und baut kurzerhand eine Imitation von Smalltalk und Blabla in einen Song ein, bis es, zumindest für eine Weile, auch der lauteste Quatschkopp zu verstanden haben scheint.

Das neue Album ist erwartungsgemäß der Schwerpunkt der Setlist, und daran gibt es nichts, aber auch gar nichts auszusetzen. Zumal die Band darüber hinaus natürlich auch "alte" Perlen wie "Thomas sagt", "Marathon" oder "Zwischen 2 und 4" im Repertoire hat und damit nicht nur mich erfreut, denn fast all meine Lieblingstracks sind so vertreten. Das Publikum ist, mit Ausnahme der Quasselstrippen, ebenfalls durchweg begeistert und gibt sich erst nach zwei Zugaben zufrieden, die es beide in sich haben. Kollektiv herunterklappende Kinnladen gepaart mit Gänsehaut verursacht vor allem eine Gospel-artige Coverversion von Bob Dylan's "Ring Them Bells", die Spechtl ausnahmsweise nicht am Mikrofon, sondern am Piano sieht. Den Hauptgesang übernimmt dabei der ansonsten vornehm im Hintergrund agierende Gitarrist Thomas Schleicher, der auch als einziger sonst gar nicht zum Gesang beiträgt. Der Rest der Band betätigt sich derweil als Background-Gospelchor. Das ist, gerade angesichts des voran gegangenen Sets der Band, irgendwie eigenartig. Vor allem aber ist es berückend schön und anrührend und ein wunderbarer Abschluss eines sehr guten Konzerts. "Sind das jetzt die Lieder, die man wirklich fürchten muss?" Nein, diese Lieder sollte man preisen und verbreiten - etwas Besseres findet man in der deutschsprachigen Musik nämlich zurzeit - wenn überhaupt - nur schwerlich.

Elf des Monats - Oktober 2009

Tracks

Ja, Panik - Dynamite
The Rolling Stones - Rip This Joint
Nada Surf - Whose Authority
Jens Friebe - Theater
The Velvet Underground - Who Loves The Sun
The Maccabees - Toothpaste Kisses
Adam Green - What Makes Him Act So Bad
The Dackel 5 - Immerhin
Billie The Vision & The Dancers - You'd Better Watch Out, 'Cause I Like You
Element of Crime - Der weiße Hai
Good Shoes - The Way My Heart Beats

Alben

Bernd Begemann & Die Befreiung - Glanz
Ja, Panik - The Angst And The Money
Editors - In This Light And On This Evening
Element of Crime - Immer da wo du bist bin ich nie
Baddies - Do The Job
The Twilight Sad - Forget The Night Ahead
The Hiss - Panic Movement
The Hidden Cameras - Origin Orphan
Kettcar - Du und wieviel von deinen Freunden
The Gaslight Anthem - The '59 Sound
Pavement - Slanted & Enchanted

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Ikonen feiern Geburtstag

In dieser Woche feiern gleich zwei großartige Ikonen ihren runden Geburtstag. Wobei, richtigerweise müsste man sagen: In einem Fall feiert gleich ein ganzes Dorf. Aber konzentrieren wir uns auf den Titelhelden - Asterix feiert seinen 50sten. Was habe ich die Hefte als Kind verschlungen. Und die Filme geliebt. Deshalb gibt es hier meinen Lieblingsausschnitt der Verfilmungen. Joyeux anniversaire, Asterix!
(Ach ja, wenn jemand den Passierschein A38 hat, kann er ihn bitte bei mir abliefern?)



Unser zweiter Jubilar feiert sogar schon seinen 70sten Ehrentag: John Cleese. Als Gründungsmitglied des Monty Python Flying Circus hat er den Kino- und TV-Humor weit weit nach vorne gebracht. Über wenige Filme kann ich so oft und ausdauernd lachen wie "Life of Brian" oder "Monty Python and the Holy Grail". Auch hier gibts natürlich eine von unzähligen grandiosen Szenen. Happy birthday, Mr Cleese! And always remember: it's just a flesh wound!

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Für den guten Zweck

Auch wenn die Idee etwas eigenartig anmuten mag, so ist der Zweck doch ein guter, den es zu unterstützen und, wie man das so "schön" neudeutsch sagt, zu promoten gilt:

Kurz beschrieben: es geht um eine Wohltätigkeitsrallye von Deutschland nach Gambia, für die allerhand größere und kleinere Geld- und Sachspenden benötigt werden. Nicht nur für die Fahrt an sich, sondern auch, um sie bei der Ankunft zu verteilen.

Ausführliche Informationen gibt es hier: http://www.dortmund-banjul.de/

Wer also etwas entbehren und somit spenden kann und möchte: hier ist die Gelegenheit, es so zu tun, dass es garantiert direkt bei den Menschen ankommt, die es gebrauchen können.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Ein moderner Held des Alltags

Der Junge wird es weit bringen, da bin ich mir sicher. Gefunden bei Spiegel Onlline:

Junge will für 1680 Euro Süßigkeiten kaufen

Großeinkauf am Kiosk: Ein Junge hat an einer Bude in Nordrhein-Westfalen Süßes im Wert von mehr als tausend Euro kaufen wollen - das nötige Bare hatte er dabei.

Viersen - Ein Achtjähriger hat am Dienstag in Viersen für 1.680 Euro Süßigkeiten kaufen wollen. Nach Angaben eines Polizeisprechers gab der Junge mit einem gleichaltrigen Freund an einem Kiosk eine Großbestellung auf. Als der Kioskbesitzer fragte, ob er denn auch genug Geld dabei habe, zeigte der Junge ein großes Geldbündel.

Die von dem Verkäufer hinzugerufenen Polizeibeamten fanden heraus, dass der Junge das Geld unbemerkt vom Schreibtisch seiner Eltern genommen hatte. Der Betrag war eigentlich für die Bezahlung einer Reparatur gedacht. Die erstaunten Eltern nahmen ihren Sohn und das Geld wieder in Empfang.

han/ddp

Dienstag, 13. Oktober 2009

A perfect match

Now this is great: fantastic song, good cover, and it just matches my mood perfectly. So listen, watch and enjoy:

Dienstag, 6. Oktober 2009

Bruxelles en Septembre

Einige wissen es ja: ich arbeite in einer Gegend, in der sich Fuchs und Hase schon überhaupt nichts mehr zu sagen haben. Aber ab und an bringt mich der Job netterweise auch an schöne und interessante Orte, an denen ich teilweise auch noch gar nicht gewesen bin.

Brüssel war vor kurzem einer dieser Orte, an den es mich aufgrund einer Messe hinverschlug. Eine glückliche Fügung wollte es so, dass die Messe am Samstagnachmittag zu Ende ging, mein Rückflug aber erst für Sonntagabend angesetzt war. Zeit genug also, um mir von "Europas Hauptstadt" einen kleinen Eindruck zu verschaffen.

Da ich schon als Kind von einem Bild des Atomiums fasziniert war, führte mich der erste Weg natürlich direkt dorthin. Das war allerdings auch nicht verwunderlich, steht es doch schließlich direkt neben dem Messegelände. Und es ist auch aus der Nähe faszinierend, besonders wenn es sich in herrlichem Sonnenschein spiegelt.

Danach gings erstmal ins (durchaus schicke) Hotel, den Messekram abladen, und danach in die Altstadt, in der auf dem Grande Place am Samstagabend das Fête de la Communauté Francais stattfand. Präsentiert wurden die zehn Songs, zu denen man zu diesem Anlass angeblich am besten tanzen könnte. Außerdem sollten sie einen Bezug zu Belgien haben. Dabei reichte es allerdings schon, wenn der Produzent Belgier war. Es wurden allerhand mehr oder weniger grausame Performances geboten, aber zwei Sachen, die noch nicht einmal auf der offiziellen Liste standen, haben den Abend musikalisch ziemlich rausgerissen. Plastic Bertrand (immerhin Belgier) mit seinem großartigen Hit "Ca plane pour moi", sowie der mir bis dahin völlig unbekannte Yodelice, der diesen schönen Song zum besten gab:


Nachdem der Abend mit der Nummer 1 der Liste, einem Song von Jacques Brel - schrecklich interpretiert von einer Sängerin - zu Ende ging, machte ich mich auf den Rückweg ins Hotel.

Am nächsten Tag gings dann mithilfe eines Tagestickets für Bus und Bahn (das einzige, was ich in Brüssel wirklich günstig fand. Ansonsten ist die Stadt doch recht teuer) auf weitere Entdeckungstour. Mit einigen guten Tipps ausgestattet machte ich mich auf dem Weg zum Justizpalast, von dem man einen schönen Blick über die Stadt hat. Der wird in Brüssel allerdings dadurch getrübt, dass die eigentlich schöne Stadt ziemlich verbaut wurde. An viele Stellen ragen erstaunlich hässliche Hochhäuser aus dem Boden. Da hätten die Stadtplaner ruhig mal sensibler rangehen können.
Ganz in der Nähe der Europäischen Kommission (ein gutes Beispiel für ein solch hässliches Gebäude) liegt der Jubelpark mit dazugehörigem Triumphbogen. Ein schöner Platz, um bei einer köstlichen belgischen Waffel ein wenig in der Sonne zu sitzen und den Sonntagmittag zu genießen.
Danach gings noch ein wenig in die Innenstadt, in zwei wunderbare Plattenläden und durch die schönen Gassen der Altstadt. Auch wenn die Füße nach vier Tagen Messe und Sightseeing langsam aber sicher richtig platt wurden. Wenn man schonmal da ist, will man ja auch was sehen. Und die Marschiererei hat sich gelohnt. Brüssel ist, trotz der eigenwilligen Bebauung, eine schöne Stadt, die es lohnt, anzusehen. Man sollte nur möglichst keine schwarzen Schuhe tragen. Die sehen nämlich danach aus, als wäre man durch die Prärie gelaufen. Also: beim nächsten Brüsselbesuch am besten sandfarbene Schuhe tragen!

Sonntag, 4. Oktober 2009

Elf des Monats - September 2009

nachdem es im August aus verschiedenen Gründen keine gab, hier also die Tracks und Alben, die im letzten Monat im Ohr blieben.

Tracks

Ja, Panik - The Golden Handshake
Element of Crime - Ein Hotdog unten am Hafen
Ian Dury & The Blockheads - Hit Me With Your Rhythm Stick
Gods of Blitz - Every Little Sin
Moi Caprice - For Once In Your Life Try To Fight For Something You Believe In
The Style Council - Shout To The Top
Inspiral Carpets - This Is How It Feels
The Dead Weather - Hang You From The Heavens
James - Destiny Calling
Anna Ternheim - Bring Down Like I
Official Secrets Act - Momentary Sanctuary

Alben

Ja, Panik - The Angst And The Money
The Dead Weather - Horehound
The Hold Steady - Boys And Girls In America
Rainald Grebe - Das Hong Kong Konzert
Elefant - Sunlight Makes Me Paranoid
The Jam - In The City
Anna Ternheim - Somebody Outside
Lou Reed - Coney Island Baby
Kurt Krömer - Na du alte Kackbratze!
Paul Weller - Stanley Road
Hockey - Mind Chaos

Dienstag, 29. September 2009

Einfach wunderbar

Gäbe es doch mehr solcher Künstler in Deutschland - das Land wäre ein besseres.

Zunächst die Laudatio:



Und dann der zurecht Gelobte:

Mittwoch, 16. September 2009

Ein sehr sehr später Haldern-Rückblick

Inspiriert von Anna Ternheim, die gerade lieblich aus meinen Boxen singt, schwinge ich mich einen Monat nach dem Festival noch zu einem späten, aber nicht zu späten Rückblick auf das diesjährige Haldern Pop auf und weiß schon gar nicht, wo ich vor lauter Begeisterung anfangen soll.

Vielleicht mit dem Offensichtlichsten: Das Wetter war, etwas Haldern-untypisch, ganz ausgezeichnet. Ähnlich wie vor zwei Jahren fuhren wir bei grauem Himmel los, und auf der A 3 lichtete sich die Wolkendecke und die Sonne kam zum Vorschein - Sonnenbrillenzeit! Die hielt das ganze Wochenende an, es war warm, ja geradezu heiß und wunderschön.

Mindestens genauso wunderbar ist es, sich in unsere mittlerweile wirklich große Haldern-Camping-Truppe einzufinden. Auch wenn es schwierig war, zu zweit die angeforderten "100 Quadratmeter Fläche" mehr als eine Stunde lang freizualten. Einige der Menschen sehe ich tatsächlich genau einmal im Jahr zu diesem Anlass, und jedes Jahr wird es lustiger, schöner und außerdem luxuriöser. Mit White Russian und Cuba Libre startet ja auch nicht jeder in ein Festival, oder? Und das Bier war auch trotz der Hitze fast das ganze Wochenende kühl.

Die Menschen machen ja sowieso einen beträchtlichen Teil der wunderbaren Atmosphäre in Haldern aus. Man trifft Leute, die man kennt und schätzt (auch solche, die man weniger schätzt, aber das lässt sich ja nie ganz vermeiden - das Gelände ist ja groß genug für alle) und Menschen, die man bis dahin noch nicht kannte, aber vom ersten Augenblick an schätzt. Man hat den Eindruck, fast alle freuen sich einfach, dass sie an diesem Wochenende an diesem Ort sind und dieses Festival zusammen genießen können. Und ich meine, die Sonne hat dazu beigetragen, dass die Stimmung größtenteils noch ein bisschen besser war.

Im Vorfeld des diesjährigen Festivals hatten sich ja zahlreiche Menschen über das Lineup mokiert. Zugegen: die Dichte an "großen" Acts war sicherlich nicht so hoch wie in den letzten Jahren, und auch die Ausgewogenheit zwischen ruhigen und rockigen Bands und Künstlern war nicht unbedingt da. Aber Haldern war schon immer ein Festival, bei dem es sich lohnt, sich auf die Booker zu verlassen. Und ein etwas entspannterer Zeitplan heißt ja schließlich auch, dass man weniger Probleme hat, alles zu sehen und zu hören, was man möchte. Ich fand es jedenfalls sehr angenehm, dass ich mich eigentlich nie ärgern musste, etwas zu verpassen.

Und das Programm ließ doch wirklich nicht zu wünschen übrig. Nachdem wir den Donnerstagabend erst spät zunächst vor dem Zelt verfolgt und dann schließlich bei den verrückten Irrepressibles auch noch kurz drinnen waren, war der eigentliche Opener für mich Asaf Avidan & The Mojos. Und meine Damen und Herren, der hat mich schon gleich völlig weggeblasen. Aus der Entfernung wie eine Frau klingend, hat dieser schmächtige Israeli mit der hohen Stimme eine fantastische Rock'n'Roll-Blues-Show hingelegt, die mich direkt zum CD-Kauf verleitet hat. Port O'Brien dagegen vermochten mich danach leider nicht vom Sitz zu reißen, das war mir irgendwie zu - ich weiß gar nicht wie, aber es hat mir nicht übermäßig gefallen. Weiter gings dann am Freitag für mich mit Noah & The Whale, in die ich große Erwartungen gesetzt hatte. Diese wurden aber leider mehrheitlich enttäuscht. Offensichtlich hat diese Band die Melancholie entdeckt, die sie in aller Ausführlichkeit auch auf der Bühne ausbreitete. Dabei war alles an diesem Tag hergerichtet für ihren wunderbaren Hit "5 Years Time", den sie aber lieber nicht spielte. Alles in allem leider eher enttäuschend. Das war aber alles vergessen, als Anna Ternheim die Bühne betrat. Wenn ich ein musikalisches Highlight des Festivals rauspicken müsste, es wäre wahrscheinlich ihr Auftritt. Diese bezaubernde Frau zog mich - und einige tausend andere - von Anfang an mit ihrer Schönheit, ihrer Präsenz, ihrer tollen Band und den großartigen Liveversionen ihrer Songs in den Bann. Der Auftritt war eine einzige Schönheit, Gänsehaut pur, so dass man manchmal einfach mit offenem Mund staunend dastehen musste. Danach ging es erst einmal zurück zum Campingplatz, grillen und chillen. Für Athlete machte ich mich dann schließlich noch einmal auf den dunklen Weg zum Gelände. Der Auftritt war nicht schlecht, wobei mich diese Band nie völlig begeistern wird. Aber ihre Hits sind schon sehr schön, gerade live. You got the style and we got the style...

Der Samstag begann dann musikalisch recht spät, dafür aber umso schöner: The Maccabees spielten, leider viel zu früh, auf der Hauptbühne, nachdem sie vor zwei Jahren das Spiegelzelt zum Erbeben gebracht hatten. Mit dem zweiten Album im Gepäck war es ein tolles Set, und die Band schien sich mindestens ebenso darüber zu freuen wie die zahlreichen Menschen vor der Bühne. Ein sehr guter Einstieg in den Festivaltag! Danach war ein wenig relaxen im Schatten und unter der behelfsmäßigen "Dusche" auf dem Gelände angesagt. Bon Iver habe ich nur teilweise und aus der Ferne verfolgt. Das hat mich aber live auch nicht wirklich angesprochen, obwohl mir das Album ganz gut gefällt. Ist aber auch keine Musik für 30 Grad im Schatten am Nachmittag. Richtig los ging es dann wieder mit den wunderbaren Thermals. Die schafften es, in knapp einer Stunde gefühlte 35 Songs zu spielen und brachten den Reitplatz ordentlich ins Schwitzen, Tanzen und Singen. Eine tolle Rockshow, die zeigt, dass es eigentlich nicht mehr als drei Leute (und drei Akkorde?) braucht. Danach spielte Andrew Bird, den ich mir wieder etwas aus der Entfernung anhörte. Das Set hat mir aber im Großen und Ganzen gut gefallen, der Mann hat sehr schöne Songs. Mit The Soundtrack of our Lives kehrte die ganz große Rock'n'Roll-Geste im Anschluss noch einmal auf die Bühne zurück. Ebbot Lundberg und seine Mannen, die in Deutschland ja auch beim Haldern-Label veröffentlichen, wären eigentlich der passende Abschluss dieses herrlichen Tages gewesen. Dann hätte Lundberg in seiner Robe sicher auch noch die Menschenmenge geteilt. Aber es kamen ja zum Abschluss auf der Bühne noch Fettes Brot zum Zuge. Hier war der Aufschrei im Vorfeld noch größer als bei Jan Delay vor zwei Jahren, und rückblickend muss ich sagen: zurecht. Überzeugte Jan Delay noch mit Witz, Stil und einer tollen Band, wirkten die Brote eher wie ein schwacher Abklatsch dessen. Auch wenn einige ihrer Hits natürlich immer noch sehr charmant sind. Dafür sind die neueren Tracks aber umso schwächer, so dass wir uns lieber noch einmal auf ein letztes Bier in den Biergarten vor dem Spiegelzelt verdrückten und so noch ein Stück der völlig abgefahrenen "Show" von Health auf der Leinwand erlebten. Wers braucht...

Es bleibt festzuhalten: Haldern war auch dieses Jahr wieder aus all den genannten Gründen eine Reise wert, was wohl auch immer so bleiben wird. Ich freue mich schon jetzt aufs nächste Jahr. Nein, eigentlich will ich, dass das ganze Jahr über Haldern Pop ist. Zumindest irgendwie.

Samstag, 12. September 2009

Rock am See? Nee! Fade away...

Alles war bereitet für ein musikalisches Fest. Drei Oasis-Die-hard-Fans, das vorletzte Konzert dieser langen langen Welttournee, nachmittags Kasabian im Vorprogramm, Hotelzimmer in Konstanz gebucht, gutes Wetter, Bier, Freude. Und dann: nix. Kam alles ganz anders.

Nach der Anreise nach München freitags gings zur Einstimmung ins Atomic, dann zu einer relativ zivilen Zeit ins Bett, schließlich wollten wir ja mittags gen Konstanz aufbrechen.

Morgens um 11 werde ich dann unsanft geweckt. "Wach auf, Oasis haben sich aufgelöst! Noel ist ausgestiegen." Gibt es einen unschöneren Weg, an einem Samstagmorgen aufzuwachen? Ich kann mir keinen vorstellen. Dazu wurde die Nachricht (zunächst) völlig blutleer und emotionslos über den Videotext der ARD vermittelt. Dementsprechen ungläubig glotzte ich auf den Schirm. Glauben konnte ich das überhaupt nicht, ich musste erstmal lachen - Verzweiflung, Galgenhumor. Als wir dann alle wach waren, war schnell klar. Wir fahren gar nicht erst hin. Hotel ließ sich stornieren, und nur für eine Stunde Kasabian hatten wir nicht mehr die geringste Lust, die Strecke nach Konstanz auf uns zu nehmen. Die anderen Bands interessierten uns nicht wirklich. Zumal als "Ersatz" für Oasis Deep Purple verpflichtet wurde. Nichts gegen Deep Purple, aber...

Nach diesem Entschluss liefen erstmal die Drähte heiß. Internetquellen checken, SMS aus verschiedensten Richtungen etc. Die Nachricht sackte langsam, und uns wurde bewusst, dass sich gerade die Band unseres Lebens aufgelöst hatte, diesmal wohl tatsächlich endgültig. Die Band, die uns unser halbes Leben lang in allen Lebenslagen und Situationen begleitet hatte, die immer Rat wusste, die immer passte. Mit der man leiden, feiern, lieben konnte, ja musste. Keine Konzerte mehr mit tausenden Gleichgesinnten, Arm in Arm mitgrölend. Vorbei. Ein Teil der Jugend: vorbei.

Das Alternativprogramm konnte nur heißen: Fußball und Bier. Nachmittags die Bundesliga in der Kneipe, mit Bier. Am frühen Abend "aktiv" an der X-Box, mit Bier. Abends dann zur Zigeunerbeerdigung (siehe Snatch) von Oasis ins Cord. Frustbewältigung auf der Tanzfläche. Gegen 2h spielt der DJ "The importance of being idle", ein großer Moment. Mehr Bier, ausgelassene Stimmung, gute Musik. So um 5h, als der Club schon leerer geworden ist, läuft schließlich "Don't look back in anger". Da kommen alle Emotionen hoch, und wenn es noch so patethisch klingt, scheißegal. Allein schon diese großartige Hymne nicht mehr live hören zu können, ist ein Verlust und schmerzt.

Danach gings dann auch langsam nachhause, der Sonntag wurde gepflegt vergammelt. Und auch wenn es durch diese miese Nachricht zerschossen wurde: es war ein gutes Wochendende.

Lesenswerte Rückblicke auf Rock am See und den Oasis-Split gibts auch bei Nummer Neun, eine ebenso lesenswerte Reaktion auf Oasis auch bei Little James. Ladies and Gentlemen, live forever.

Mittwoch, 9. September 2009

Die unglaubliche Rückkehr des Internets in mein Leben

Ich glaube es kaum - ich habe wieder Telefon und Internet zuhause. Nach wochenlanger Abstinenz ist es ein schönes Gefühl, wieder an die Außenwelt angeschlossen zu sein.

Aber (natürlich gibt es immer ein "Aber"): eigentlich könnte ich diese wieder gewonnene Informationsfreiheit momentan gar nicht nutzen, da ich eigentlich im Büro sein sollte. Bin ich aber nicht, denn ich bin krank. Schon wieder. Der Arzt hat heute die Option "Magenspiegelung" als eine ernsthafte ins Gespräch gebracht. Auch wenn das heutzutage nichts übermäßig dramatisches mehr ist, fänd ich es doch gut, das vermeiden zu können. Naja, abwarten und Tee trinken (selten hat sich diese Phrase mehr bewahrheitet). Aber immerhin kann ich ja jetzt wieder auf der Couch liegen im Internet surfen. Ist ja auch schonmal etwas.

Freitag, 4. September 2009

Entzugserscheinungen

Einige wissen es schon, andere werden sich wundern, warum ich, entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, so selten online bin. Dabei hätte es ja einiges zu berichten gegeben an dieser Stelle: Haldern-Review (wird nachgereicht), die schmerzhafte Trennung von Oasis (wird sicherlich auch noch in irgendeiner Form hier thematisiert), um nur zwei Dinge zu nennen. Aber ich konnte nicht berichten, auch wenn ich natürlich gewollt hätte.

Denn seit einiger, viel zu langer Zeit bin ich zuhause Internet- und Telefon-los. Arcor heißt jetzt Vodafone. Das heißt für mich: keinen Telekomanschluss mehr zusätzlich bezahlen. Eigentlich gut, sollte man meinen. Ist es aber nicht. Denn: seitdem funktioniert nichts mehr. Endlose Hotline-Gespräche, warten auf den Telekom-Techniker und auf neue Hardware - alles hat bisher nichts gebracht. Ich leide! Ich will mein Internet wieder haben.

Heute dann mal wieder Hotline. Ich kriege wieder ein neues Modem, diesmal ein anderes Modell. Warum nicht gleich so? Warum muss man erst am Telefon ausflippen, drohen, richtig unhöflich werden, damit man einen Rückruf aus der Technik-Abteilung bekommt? Wenn das neue Modem nicht funktioniert, ist der Vertrag gekündigt, das Schreiben ist eh schon aufgesetzt. Es gibt noch andere Firmen als Vodafone, die innerhalb von drei Wochen aus einem jahrelang zufriedenen Kunden einen hasserfüllten, von Internetlosigkeit geplagte Kunden gemacht haben. Herzlichen Glückwunsch, Vodafone!

Jetzt sitze ich in einem Internetcafé, zahle 1 Euro pro Stunde (geht eigentlich noch, wenn ich das mit England vergleiche...) und hacke auf einer Tastatur herum, die auch als Fitnesstrainer für die Handgelenke dienen könnte, anstatt gemütlich mit meinem Laptop auf der Couch zu liegen. Vielen Dank, Vodafone! Auf bald, dann hoffentlich wieder aus den eigenen vier Wänden.

Dienstag, 4. August 2009

Elf des Monats - Juli 2009

Tracks:

Kasabian - Fire
Oasis - Half the world away
James - Destiny calling
Ian Dury & The Blockheads - Hit me with your rhythm stick
Inspiral Carpets - Two worlds collide
The Sea Urchins - Pristine Christine
Paul Weller - The Changingman
The Young Knives - She's attracted to
The Jam - I've changed my address
Cast - Alright
The Stone Roses - She bangs the drums

Alben:

Kasabian - The West Ryder Pauper Lunatic Asylum
The Jam - In the city
Paul Weller - Stanley Road
Ian Dury - Reasons to be cheerful
Cast - All change
The Futureheads - News & Tributes
The Young Knives - Voices of Animals and Men
The Wave Pictures - If you leave it alone
The Makes Nice - This time tomorrow
Belle & Sebastian - Fold your hands child, you walk like a peasant
Malcolm Middleton - Waxing Gibbons

Freitag, 31. Juli 2009

Manchester - Music and Rain

(this time in English, so that Kay can read the review on The Fall - hey Kay!)
From Liverpool I am doing the rather short trip to Manchester. Well, to Salford precisely, because that's where my hotel is. But it is just a ten minute walk into the city centre, which is great. Manchester welcomes me with rain as I arrive around 2pm, and the it does not stop raining for most of the day. This is why I decide to stroll through some shops in the city and, much more interesting, the Northern Quarter, which is a paradise for second hand & vintage shops (by the way, it is astonishing how many tracktops and jerseys from small German football clubs you can find there!) and, most of all, record shops. Manchester Music City! In the evening I have a Vietnamese noodle dish and go to bed rather early, enjoying the first night in my own room after five days in shared dorms. Silence can be very nice!

After a good and long sleep I wander around the very nice Castlefield canal area - the weather has improved slightly, at least its not raining. After that, I take part in the Manchester Music Tour, which is absolutetly brilliant. Anyone with an interest in British music: do this tour! Our guide, Phill Gatenby, author of the book "Morrissey's Manchester", showed us around important places in Manchester's musical history, e.g. the (former) G-Mex, the Free Trade Hall (Sex Pistols played their first gig out of London there and inspired several people to start bands, Morrissey being only one of them), the famous Hacienda Club - now an apartment complex, or the Boardwalk (see picture on the right), the venue where Oasis did their early rehearsals and first gigs. Nice feeling to be at such a historic place - Live forever!Being a real insider of the Manchester music scene, Phill has many interesting and funny stories to tell. I definitely recommend this tour to any music fan, it is a lot of fun.

After the tour, it is the Northern Quarter once again, shopping at Vinyl Exchange and the Arndale, a very funny vintage "department store" with a lot of little shops - kind of a canopied flea market. After a quick walk back to the hotel I head to the Manchester Academy to meet up with Kay again, who I met during the Music Tour, to see The Fall perform. In contrast to Kay, who is a big fan, I haven't been much into The Fall and I have to admit that I do not recognize a single song during the whole concert - but I like it a lot nontheless. This is mostly due to Mark E. Smith and his odd behaviour on stage. He looks some 70 years old (he is actually 52 and a local - born in Salford) and seems royally bored while singing - or rather speaking - his songs. He plays with all kind of equipment on stage, rolls the mic cables (he uses three different microphones, sometimes simultaneously) around the drum kit so that parts of it collapses, and plunks around on the keyboards - while the keyboard player is actually playing, that is. Amazing, and really entertaining. Furthermore, he is chewing on a huge chewing gum and walks the stage as if he was suffering from a severe pain in the back. After about half an hour, to my amusement and to some people's disbelief, the band leaves the stage only to return a minute later and continue the show. But after one hour, the band really calls it a day. The encore sees Smith singing the first one and a half songs from backstage before returning to the stage for one final song that sees the crowd completely go bonkers. What a great way to finish a show! It was a good idea to see that band - thanks Kay!

Not surprising I wake up late the next day, and it is raining again. I decide to ignore the rain and to go to Salford Quays, where the Imperial War Museum, designed by Daniel Libeskind, and The Lowry gallery are located. I do not feel like entering the war museum however, not in the mood for another depressing exhibition (I had been to the International Museum of Slavery in Liverpool before), so I decide to visit The Lowry, a museum and gallery dedicated to the British artist L.S. Lawry. I even like its strange architecture more than Libeskind's highly praised museum. I quite like it - some of his pictures are good and he has an interesting life story. When I step out of the gallery, it is raining again as I make my way back to the tram. Halfway, the rain becomes really heavy and I am literally soaked - good that I brought my rain jacket at least. Back in the city centre, I do some more shopping, mainly CDs again of course, and have some nice Chinese food in the Chinese quarter. I have really come to like Manchester and will definitely return - maybe for the next Oasis tour, who knows? It's worth a visit!

Mittwoch, 29. Juli 2009

Beatlemania

Auf dem Weg von Bristol nach Liverpool muss ich in meiner alten Erasmus-Semester-Wahlheimat Birmingham umsteigen. Ich habe aber nur knapp eine halbe Stunde Aufenthalt, so dass nicht mehr drin ist, als einmal über den Bahnhof zu laufen. Aber Birmingham kenne ich ja auch zur Genüge.

In Liverpool gönne ich mir dann für 4 Pfund ein Taxi zum Hostel - wenn man schon drei Nächte für insgesamt nur 45 Pfund wohnt, ist das ja durchaus mal drin. In der Embassie werde ich von Kevin sen., einem der beiden Betreiber, direkt sehr herzlich begrüßt - ich bekomme einen Tee und viele Empfehlungen für meinen Aufenthalt, außerdem lustige Geschichten aus Kevins Jugend, z.B. dass er mal in einem Band-Contest mitgespielt hat, in dem seine Band den dritten Platz belegte, John Lennons' "The Quarrymen", immerhin die Vorläufer der Beatles, aber nur den fünften. Überhaupt kann ich die Embassie (übrigens wirklich ehemals eine Botschaft, bzw. das Konsulat von Venezuela) sehr empfehlen. Zumindest wenn man kein Problem damit hat, in Zwölfbettzimmern zu übernachten. Aber die Leute dort sind sehr nett, Frühstück und 24h Tee/Kaffee/Getränke sind inklusive, und es liegt sehr günstig. Es werden übribens nur internationale Backpacker aufgenommen, was eine bunte Mischung verspricht.

Nach Tee mit Kevin sen. und mit vielen Prospekten und Guides in der Tasche mache ich mich direkt auf in Richtung Stadt. Da es schon Nachmittag ist, laufe ich einfach erstmal ein bisschen umher und beschnuppere sozusagen das Revier. Ich mache einen ersten Abstecher zum Cavern Club und zum Hard-Day's-Night-Shop sowie zum Albert Dock. Im nebenan gelegenen ICC spielt an diesem Abend Leonard Cohen - für durchschnittlich 60 Pfund pro Ticket. Dafür könnte ich vier Tage in der Embassie wohnen! Ich gehe lieber nebenan italienisch essen und erfreue mich daran, dass ich scheinbar der Einzige in diesem möchtegern schicken Restaurant bin, der nicht möchtegern schick gekleidet ist. Danach gibts noch ein Guinness im Pub, und dann leg ich mich in eines von zwölf Betten in meinem Dorm. Nicht ohne Verwunderung stelle ich fest, dass dort zwei Leute anscheinend bereits recht lange leben - ihre Klamotten hängen überall an ihren Betten bzw. stehen waschkörbeweise herum. Und sie liegen die halbe Nacht und den halben Tag (soweit ich das beurteilen kann) mit dem Laptop im Bett. Dafür muss man doch nicht im Hostel wohnen?!

Der nächste Tag gehört dann fast vollständig den Fab Four. Bei strahlendem Sonnenschein (sowas gibts auch in England!) laufe ich, nach einem kurzen Abstecher zur Liverpool Anglican Cathedral, in Richtung Albert Dock, in dem The Beatles Story beheimatet ist. Und, oh Freude: Für Journalisten ist sogar der Eintritt gratis! Das Museum, wenn man es so nennen will, ist wirklich sehr schön gemacht und voller Original-Stücke und Reminiszenzen an die Beatles, von den Anfängen über die Auflösung bis zum Tode von Lennon und Harrison. Teilweise ist das sehr bewegend dargestellt. Der Besuch hat sich in jedem Fall gelohnt und ist nicht nur für Beatles-Fans lohnenswert. Danach nehme ich eine kurze Beatles-Auszeit und fahre mit einer "Ferry 'cross the Mersey", was bei diesem Wetter eine prima Sache ist. Nebenher erfährt man noch einiges über die Geschichte Liverpools. Am besten gefällt mir die Geschichte über die beiden "Liver Birds", von denen der männliche stadteinwärts schaut, um sicher zu gehen, dass die Pubs geöffnet sind! Im Anschluss an die Fährfahrt gehts dann weiter mit der Beatles Story, bzw. mit der Sonderausstellung "White Feather: the Spirit of Lennon". Die widmet sich, wie der Name schon sagt, dem Leben und Schaffen John Lennons und wurde von seiner ersten Frau Cynthia und ihrem Sohn Julian zusammengestellt. Daher ist sie sehr persönlich und bewegend. Wirklich toll! Abends lasse ich dann mit ein paar anderen Gästen im Hostel bei Mr Bean und Monthy Python den Tag noch ein wenig ausklingen.

An meinem dritten Tag in Liverpool gehts zunächst zum Liverpool World Museum, speziell in die Ausstellung "The Beat Goes On", in der die jüngere Musikgeschichte Liverpools mit vielen Hörproben und sehr anschaulich dargestellt ist - von der Beat-Area bis heute. Klasse! Das ist das Wetter an diesem Tag leider nicht mehr durchweg, am Albert Dock werde ich sogar einmal fast richtig nass. Ich gehe erstmal einen Kaffee trinken und streife danach ein wenig durch die Geschäfte. In einem großen Plattenladen ist ein Total-Ausverkauf, da kann ich natürlich nicht widerstehen. Ich beherrsche mich aber erst einmal und kaufe nur drei CDs. Gegessen wird abends in Jamie Carraghers Sports Café, der Chef lässt sich aber natürlich leider nicht persönlich blicken. Ist ja auch gerade in der Saisonvorbereitung. Und im Anschluss gehts dann in den Cavern Club, die Beatles endlich live zu sehen. Naja, die Beatles Experience natürlich, aber immerhin. Und die sind wirklich gut! Und die Atmosphäre ist ebenfalls toll, selbst wenn es nicht mehr der Original Cavern Club ist. Angemessen spät gehts zurück in die Embassie, wo mich das Surren der Laptops empfängt, bevor ich mich schlafen lege. Am nächsten Tag gehts dann nur wenige Kilometer weiter nach Manchester.

Montag, 27. Juli 2009

Hügel und Steine

Von London - bzw. Wembley/Oasis, denn viel mehr habe ich an dem halben Wochenende in London nicht gemacht - gehts Sonntag nachmittags weiter in Richtung Bristol. Die Zugfahrt durch die englische Landschaft ist recht schön, wenn auch länger als erwartet.

Nach der Ankunft checke ich in der örtlichen Jugendherberge ein - ich werde in einem Vierbettzimmer übernachten. Als ich reinkomme, ist noch niemand drin. Das wird auch die ganze Nacht über so bleiben, was ich eigentlich sehr nett finde. Trotzdem muss ich am nächsten Tag in ein anderes Zimmer umziehen. Dort sind dann tatsächlich drei weitere Backpacker untergebracht - lustigerweise alle (teilweise sehr viel) älter als ich. Soviel zum Thema "Jugend"herberge... Aber zunächst klettere ich am Abend der Ankunft aus der Mitte Bristols den Hügel in Richtung Clifton hinauf. Bristol ist verdammt hügelig, aber der Anstieg lohnt sich. Clifton ist ein tolles "Dorf" innerhalb der Stadt mit schönen Pubs und interessanten Läden. Und es gibt die Clifton Suspension Bridge, die wirklich sehr beeindruckend über Schlucht Avon Gorge thront, und die Aussicht entschädigt für den Aufstieg.

Danach noch ein Absacker in einem gemütlichen Pub und ab ins Bett.

Am nächsten Tag steht schließlich der Daytrip in Richtung Stonhenge auf dem Plan. Mit dem Zug geht es zunächst nach Salisbury, von dort aus dann mit einer Bustour nach Stonehenge. Auf der Fahrt dorthin werden alle möglichen Mythen, die sich um die Entstehung dieses Ortes ranken, entzaubert. Die Wahrheit ist: man weiß nicht, warum Stonehenge angelegt wurde. Alle Geschichten darüber sind lediglich Vermutungen.

Als ich mit dem Bus darauf zufahre, ertappe ich mich für einen Moment bei dem Gedanken: 'So beeindruckend sieht das ja gar nicht aus.' Was aber natürlich totaler Quatsch ist, spätestens, wenn man dann davor steht. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass die Leute da vor 5000 Jahren zig Steinquader mit 35-50 Tonnen gewicht hingewuchtet haben (das heutige Stonehenge ist ja nur noch ein Überbleibsel, da war ja noch viel mehr) und drumherum einen Graben mit u.a. den Schulterblättern von Ochsen ausgehoben haben, kann man nicht anders, als beeindruckt zu sein. Da können mich auch nicht die paar Regentropfen von abbringen, die kurzzeitig auf die Sehenswürdigkeit, mich und die ganzen anderen Touristen herunterfallen. Ist aber auch schnell wieder vorbei. Erstaunlicherweise kann man trotz der vielen Besucher auch Fotos vom Monument machen, ohne dass 58 Köpfe drauf sind. Hier ein Beweis:


Nach dem Erlebnis Stonhenge geht es noch weiter auf der historischen Busreise. Und zwar nach Old Sarum, dass sich über Salisbury erhebt und eine Burg- und Kathedralenruine aus dem elften Jahrhundert ist. Das ist ebenfalls beeindruckend und, da mittlerweile auch die Sonne rausgekommen ist, sehr schön. Auch hier kann man über die Fähigkeiten der Menschen, so etwas um diese Zeit zu errichten, nur staunen, auch wenn nur noch einige (Grund-)Mauern übrig geblieben sind, da die Burg irgendwann aufgegeben und schließlich demontiert wurde - mit einigen der Steine wurde u.a. die heutige Kathedrale in Salisbury errichtet. (Die Engländer haben also doch schon früh recycelt!)

In Salisbury gönne ich mir dann noch eine leckere Pizza und streune ein wenig durch die kleine, recht ansehnliche Stadt, bevor ich wieder nach Bristol zurückfahre. Auch dort laufe ich noch ein bisschen umher und sitze ein wenig im Park in der Abendsonne. Die macht leider bald dem Regen Platz, und ich flüchte in einen herrlichen Pub namens "Start The Bus". Als Anagramm dieses Namens steht mit Magnetbuchstaben "Sub the tarts" über der Bar. Find ich irgendwie witzig. Das Guinness schmeckt ebenfalls hervorragend dort, und so ärgere ich mich nur ein kleines bisschen, dass ich das am Abend zuvor stattfindende Konzert verpasst habe, unwissentlich natürlich. Nach diesem langen Tag kehre ich als in die JH zurück und finde meine drei Mitbewohner bereits schlafend vor, so dass mich ebenfalls schlafen lege - um nachts um halb drei von einer Diskussion darüber, wie man richtig in ein Hochbett klettert, geweckt zu werden. Die Freuden eines Mehrbettzimmers...

Sonntag, 26. Juli 2009

Ein Abend in Wembley

Das Wembley-Stadion ist verdammt beeindruckend, allein schon wenn man darauf zuläuft. Mit tausenden anderen Fans ströme ich von der Bahn auf die riesige Schüssel zu, und langsam steigt die Vorfreude in ungeahnte Höhen. Leider müssen The Enemy ihren Auftritt "due to illness" absagen - schade, die hätte ich gerne gesehen. Aber dafür spielen Reverend & The Makers und Kasabian längere Slots.

Auch innen ist das Stadion toll. Man fährt mit Rolltreppen nach oben, es gibt eine Aussichtsterrasse mit angeschlossener Bar, auf der ich eine Zeit stehe und über die Stadt schaue - soweit das geht bei einsetzendem Regen und grauem Himmel. Das Programm und das obligatorische T-Shirt in der Tasche mache ich mich dann auf den Aufstieg zu meinem Sitz, und das ist wörtlich zu nehmen: ich sitze in der obersten Reihe, direkt unter dem Dach. Man hat eine tolle Sicht, aber die Action ist doch ganz schön weit entfernt. Egal, ich bin zum Genießen hier.

Der Reverend beginnt dann auch sehr pünktlich zu spielen, das Stadionrund ist noch nicht sehr voll, nur vor der Bühne drängen sich schon recht viele Menschen. Ich persönlich finde die Musik von Reverend & The Makers nicht schlecht, aber sie reißt mich (im Gegensatz zu dem, was noch kommen sollte) im wahrsten Sinne des Wortes auch nicht aus dem Sitz. Alles in allem ein ganz netter Einstieg zum Warmwerden.

Nach einer relativ kurzen Pause kommen Kasabian. Das Stadion ist schon sehr gut gefüllt, und die Masse im Innenraum geht vom ersten Track an mit - zurecht! Kasabian, die ich bisher unter ähnlichen Kriterien wie den Reverend und seine Makers gesehen hatte (na gut, ich fand sie schon gut, aber eben nicht begeisternd), sind eine fantastische Liveband! Ich stehe, wie die meisten Leute, schon durch deren ganzes Set hindurch bzw. tanze, so gut das bei Sitznachbarn und beengtem Platz geht. "Fire" vom neuen Album ist mein Favorit des Sets - dieser Song ist live eine absolute Macht mit einer unglaublichen Energie. Die Zwischenansagen von Tom Meighan sind bemerkenswert: das mit Abstand meistgebrauchte Wort ist definitiv "fuck", dagegen ist Liam ja ein Waisenknabe! Aber das tut der Sache ja keinen Abbruch, im Gegenteil. Auch "alte" Klassiker wie "Club Foot" oder "L.S.F." sind live großartig - ab jetzt bin ich offiziell Kasabian-Fan.



Nach einer erneuten, diesmal natürlich dramaturgisch etwas längeren Pause, war es dann endlich soweit: Oasis in Wembley. "Fuckin' in the Bushes" ist ja schon bei Konzerten in Deutschland ein wahnsinniger Moment, aber mit 75.000 Menschen ist das noch einmal eine völlig andere Geschichte - Gänsehaut ist da kaum ein gerechter Ausdruck. Und die Jungs sind gut drauf, die Songs kommen perfekt (auch dank toller Akustik und zum Glück ohne jegliche Tonprobleme). Und in England spielen sie ja netterweise auch ein anderes Set als auf den Konzerten davor - Perlen wie "My big mouth" oder "Half the world away" (einer der wunderbarsten Konzertmomente) fallen ja sonst in der Regel live unter den Tisch. Ich kann aber kaum Highlights rauspicken, denn das waren so gut wie alle Songs. Es stimmt allerdings, dass mancher Song vom neuen Album live nicht der absolute Renner ist, z.B. "To be where there's life". Aber man muss sich ja auch mal ausruhen und besinnen; und die Stimme vielleicht auch mal ein bisschen schonen, z.B. dafür:
Noel "can't be arsed to sing this", dann mussten eben alle ran. Wobei ja eh jede Zeile mitgesungen wurde, nur diesmal eben ohne Gallagher-Beteiligung whatsoever. Grandios, wie der ganze Abend. Ein Lifetime-Moment, definitiv. We put our lives in the hands of a rock'n'roll band... Bis zum nächsten Mal in Wembley, oder Manchester, oder sonstwo! Dann aber wieder im Innenraum. Denn so schön es auch war, das Station überblicken zu können, die richtige Atmosphäre kommt da oben dann doch nicht auf. Für dieses eine Mal war es toll, aber beim nächsten Mal will ich wieder in der Menge mitmischen und mich noch mehr mitreißen lassen. Sitzen dann erst wieder ab 40! ;-)

Donnerstag, 9. Juli 2009

Two days

until I will see this:

15:30 Gates Open
17:00 Reverend & The Makers
17:45 The Enemy
18:45 Kasabian
20:30 Oasis
22:30 Finish

Quite a few festivals would be proud of such a schedule!

So, see you in a fortnight. Cheers

Donnerstag, 2. Juli 2009

Elf des Monats - Juni 2009

Tracks

Svenssen - Idaho Pleasure
Bernd Begemann - Eigentlich wollte ich nicht nach Hannover
Mediengruppe Telekommander - Gekleckert
Phoenix - Lisztomania
We Have Band - You Came Out
The Rakes - 1989
The Sea Urchins - Pristine Christine
Art Brut - The Replacements
The Jam - Thick as Thieves
The Answering Machine - Oklahoma
Kasabian - Where did all the Love go?

Alben

Phoenix - Wolfgang Amadeus Phoenix
Soulwax - Much Against Everyone's Advicet
Yeah Yeah Yeahs - It's Blitz
Andrew Bird - Noble Beast
The Thermals - Now We Can See
The Replacements - Tim
Eels - Hombre Lobo
Florence and the Machine - diverse EPs
Kasabian - The West Ryder Pauper Lunatic Asylum
The Soundtrack of Our Lives - Communion
The Trash Can Sinatras - In this Music

Mittwoch, 1. Juli 2009

it's here, it's here!



After months of waiting, it has finally arrived! Only ten days, I can hardly wait! :-)

Montag, 22. Juni 2009

Support your local club!

Die GEMA plant, ihre Veranstaltungsgebühren um satte 600% (in Worten: sechshundert!!! Prozent) anheben. Was das für Folgen für kleine Clubs und Veranstaltungen hat, kann man sich denken - und u.a. hier nachlesen.

Etwas unternehmen kann man, indem man diese Online-Petition für den Deutschen Bundestag mitzeichnet. Dafür ist nur eine einmalige Registrierung nötig. Bis zum 17. Juli müssen 50.000 Menschen gezeichnet haben, beim Schreiben dieses Beitrags fehlen noch ca. 5000. Jeder kann bzw. darf nur einmal mitzeichnen, daher: Spread the word!

Samstag, 20. Juni 2009

Moloch Moskau

Добрый день! [dóbry djen],

Mein erster Besuch in Moskau liegt nun ein paar Tage zurück, und ich habe endlich Zeit, die vielen Eindrücke niederzuschreiben. Nach einem langen Wochendene in der Heimat Ruhrpott, das mit einer gravierenden Ausnahme wirklich wunderbar war, ging es Sonntagabend von Frankfurt aus mit Aeroflot in Richtung Moskau. Gegen 24h Ortszeit kamen wir an, und schon wartete die erste Hürde auf uns: der Zoll. Wir hatten aus Kosten- und Zeitgründen Touristenvisa beantragt, obwohl wir ja wegen einer Messe da waren. Dementsprechen waren wir mit unseren Zeitschriften sowie Kugelschreibern, Mediadaten und all solchem Zeug bewaffnet, was im Röntgen-Apparillo des Flughafens direkt aufgefallen ist. Also mussten wir unter Anweisung eines der englsichen Sprache nur sehr spärlich mächtigen und nicht besonders gut gelaunten Zollbeamten unsere Koffer öffnen. Bei mir gab es "nur" zwei Stapel Zeitschriften zu besichtigen, und er faselte etwas von "Exhibition, exhibition?", woraufhin ich mich erst einmal ahnungslos gab. Im Koffer meines Kollegen entdeckte er dann allerdings Kugelschreiber, Schlüsselanhäger etc., so dass klar war, dass wir das alles nicht zum Vergnügen dabei hatten. Er erklärte (bzw. versuchte es) uns daraufhin, dass wir ein "Invoice" für diese Sachen hätten haben müssen und sie jetzt erstmal Eigentum des Zolls wären. Eine Weile ging es noch hin und her - Invoice vs. "Entschuldigung, wussten wir nicht - bis er schließlich kurz und bündig sagte: "Give me ten pens for custom office!" Gesagt, getan, und das Thema Zoll war erledigt.

Auf ins Hotel, wo wir nach 20 Minuten wilder Taxifahrt (darauf werde ich noch zurück kommen) eintrudelten. Dort gleich die nächste Überraschung: zwar verfügte die Hotelbar über deutsches Weißbier, Wein oder Spirituosen suchte man jedoch vergebens, was bei einigen Gästen dazu führte, dass sie sich ihren Wein einfach selber mitbrachten und im Hotel-Restaurant tranken.



Der Montag war dann tagsüber der Messe gewidmet, abends ging es mit ein paar Bekannten in Richtung City, in einen riesigen und sehr schönen Park, in dem beeindruckende Holocaust- und 2.Weltkriegs-Denkmäler (Foto rechts: der sowjetische Drachentöter erlegt den bösen Drachen Nationalsozialismus) sowie zahlreiche Militaria zu besichtigen sind. Bedrückend, aber auch eindrucksvoll. Die Fahrt dorthin war die erste von mehreren abenteuerlichen Fahrten im Moskauer Verkehr, der (außer nachts) nie abzuebben scheint und nur eine Regel kennt: es gibt keine Regeln. Ich bin durchaus ein Freund der flotten Fahrweise, aber was man besonders bei Taxifahrten in Moskau erlebt, ist wirklich Wahnsinn. Aber auch die anderen einheimischen Autofahrer treten nur im allernötigsten Fall auf die Bremse.
Auf diesen Fahrten kommt man an unglaublich vielen Hochhäusern bzw. ganzen Hochhaussiedlungen vorbei. Man kann fast den Eindruck bekommen, Moskau bestünde nur aus Plattenbauten. Das stimmt natürlich nicht, aber die City-nahen Vororte werden eindeutig von diesen oft sehr trostlos aussehenden Bauten dominiert.



Am nächsten Tag hatten wir dann glücklicherweise Gelegenheit, den Tag in der Moskauer City zu verbringen. Roter Platz, Kreml (Foto oben), Gorki-Park (wer jetzt an Klaus Meine denkt, wird erschossen!), die wunderschönen Metrostationen (siehe Foto unten) - wirklich beeindruckend und vollkommen anders als "westliche Städte". Wenn man sich allein vor Augen hält, wie riesig und prachtvoll das Kreml-Gelände ist und was dieser Ort schon alles an Herrschern und Regierungen mitgemacht hat - das ist schon toll! Und überall Menschenmassen (siehe ebenfalls Foto unten). Gut, sowas kennt man z.B. auch aus London, aber dort läuft alles irgendwie geordneter ab, z.B. im angesprochenen Straßenverkehr, in der U-Bahn bzw. generell dort, wo viele Menschen aufeinander treffen. In Moskau heißt es immer: wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Dort nimmt man das Survival of the Fittest wörtlich! Trotzdem ist Moskau definitiv eine Reise wert, also wenn ihr mal die Gelegenheit habt: hinfahren!



In dem Fall würde ich allerdings empfehlen, sich vorher ein paar sprachliche Basics zuzulegen. Denn seit langem (bzw. eigentlich noch nie) war ich nicht mehr in einer Situation, in der ich mich so wenig verständigen konnte wie in Moskau. Ich spreche kein Russisch (naja, ein paar Worte, das übliche "Bitte-danke-guten Tag"-Gedöns eben), und geschätzte 99,5% dort sprechen kein Englisch, Deutsch natürlich auch nicht. Das war schon ein komisches Gefühl, zum Beispiel wenn man dem Taxifahrer klarmachen will, wo man hinmöchte, und zwar zu einem vernünftigen Preis (da muss man immer handeln!). Gut, dass mein Kollege sich einigermaßen verständigen konnte, sonst wär ich teilweise wirklich aufgeschmissen gewesen. Komisches Gefühl! Man kommt sich doch recht hilflos vor, und zwar bei jeder Lappalie... Aber dennoch wars ein toller, spannender und beeindruckender Trip.

Большо спасибо [balschóje ßpaßíba]!

Samstag, 6. Juni 2009

Spendenaufruf...

...keine Angst, es geht nicht um das sauer verdiente Geld - es geht nicht einmal um eine Spende in der Gegenwart.

Heute (stimmt ja gerade noch so) ist der Tag der Organspende (übrigens findet der jedes Jahr am ersten Samstag im Juni statt). Ich hänge mich ja ungern an große öffentliche Kampagnen (die meisten verabscheue ich vielmehr), aber diese finde ich tatsächlich sehr sinnvoll und unterstützenswert. Jeden Tag sterben in Deutschland drei Menschen, weil sie vergeblich auf ein Spenderorgan gewartet haben. Dabei gäbe es statistisch gesehen in Deutschland genügend potenzielle Organspender, um alle Wartenden zu versorgen. Es ist nur so, dass sich viele mit diesem Thema nicht auseinander setzen bzw. Bedenken haben. Diese Bedenken können allerdings ausgeräumt werden - Informationen gibt es u.a. hier: BZgA Organspende

Daher hier mein unverholener Aufruf: Schafft euch einen Organspendeausweis an (wer es noch nicht getan hat)! Kostet nichts, tut nicht weh (man merkt ja nix mehr davon! ;-)), und man tut, sozusagen posthum, etwas gutes. Den Ausweis gibts hier. Wer möchte, kann auch von mir einen kriegen, ich hab noch zwei hier rumliegen - einfach melden!

Indie Rock'n'Roll for you!

This is Rock'n'Roll! Compare this to all the shite bands that are successful and ask yourself: how can it happen that these guys here are not famous? It's a shame! But anyway: Enjoy Svenssen's Patsy! Indie in it's pure, original, positive sense...

Donnerstag, 4. Juni 2009

Elf des Monats - Mai 2009

Tracks

New York Dolls - Dance Like a Monkey
New Order - Blue Monday
Jarvis Cocker - Angela
The Legends - Always the same
Graham Coxon - Sorrow's Army
Led Zeppelin - Whole Lotta Love
The Thermals - Now we can see
Maximo Park - Roller Disco Dreams
Twisted Wheel - Let them have it all
The Lightning Seeds - Lucky You
The Maccabees - No kind words

Alben

The Maccabees - Wall of Arms
Graham Coxon - The Spinning Top
Maximo Park - Quicken The Heart
A Tribe Called Quest - Anthology
Moneybrother - Real Control
The Lightning Seeds - Best Of
The Legends - Over and Over
Gisbert zu Knyphausen - Live @ Fliegende Bauten
The Mary Onettes - Dare EP
The Jesus and Mary Chain - Psychocandy
The Enemy - Music for the People

Sonntag, 31. Mai 2009

Lustkauf



Gestern mehr oder weniger zufällig über einen Flohmarkt gestreunt und dabei dieses Schätzchen gefunden. 1€ schien mir trotz recht abgewrackten Zustands vor allem der Plattenhülle ein akzeptabler Preis für dieses Kleinod der Popgeschichte - und das, obwohl ich noch nicht einmal einen Plattenspieler besitze... Aber hey: it's the Modfather!

Samstag, 30. Mai 2009

Frische Impressionsn vom DFB-Pokalfinale in der ARD

Soeben ist das Finale zu Ende gegangen - natürlich hab ich es live im TV verfolgt. Gegen das Spiel selber gab es nichts einzuwenden: es war keine Fußball-Gala, aber doch ein flottes und nett anzusehendes Spiel.

Aber: Das Drumherum hat mich dann doch ziemlich genervt. Zunächst einmal: Warum Steffen Simon? Warum nur, warum??? Jaja, ich weiß, er ist der Sportchef der ARD (wie konnte das eigentlich passsieren?), aber es muss doch jemanden beim Sender geben, der den Mut und die Position hat, ihm zu sagen, dass er ein unterirdisch schlechter Kommentator ist! Jedenfalls habe ich bis weit in die zweite Halbzeit hinein lieber nebenher das brillante Bootleg vom 96er Oasis-Konzert an der Maine Road, Manchester gehört - genial, und noch viel mehr im Vergleich zu Steffen Simons Stimme.

Was mich aber fast noch mehr entsetzt hat, war die unsägliche musikalische Geballer, das direkt nach dem Abpfiff der Partie einsetzte. Gut, Musik im Stadion ist ja eh immer so eine Sache, aber dieser Ballermann-Megamix direkt nach Spielende war nun wirklich das Hinterletzte. Schlimmer als bei jeder Schinkenstraßen-Schlagerparade dröhnte minutenlang ein scheinbarer Endlostrack mit dem gleichen Bassrhythmus und wechselnden dummdämlichen "Sieger"- bzw. "Gute-Laune"-Texten. Entsetzlich! Gibt es keine halbwegs guten, hörbaren Songs zum Feiern der Sieger? Oder bin ich da musikalisch (und vielleicht auch generell) zu snobistisch eingestellt? Und wo war eigentlich Seven Nation Army (außer bei den Sprechchören der Bremer Fans für Diego, die musikalisch auch eher fragwürdig waren, aber das sei ihnen verziehen)? Fragen über Fragen, die bis zum nächsten Pokalfinale wohl unbeantwortet bleiben... Wenigstens gabs nach der Siegerehrung mit Queen's We are the Champions einen würdevollen und schönen "Gewinnersong".

So this is how it works...

Haven't we all wondered about it??? ;-)

How a record gets leaked


I am still convinced this often happens very deliberately though!

Freitag, 29. Mai 2009

Xfm's Best British Songs Of All Time - Really?

So Xfm has "decided to name" the 100 best British songs of all time, and the results are, let's say, slightly surprising. I mean, as an Oasis fan one might argue that I shouldn't complain too much, but: The Beatles' best position is 18? Best Blur song Song 2? The Smiths's first mentioning at No. 23? Arctic Monkeys in the Top Ten??? COME ON!!! At least, Elbow is rated higher than Coldplay (who don't even make the Top 30...) ;-)

Here are Xfm's Top Ten, by the way. I predict some bias...

1. Oasis - Live Forever
2. Oasis - Don't Look Back In Anger
3. Oasis - Wonderwall
4. The Stone Roses - I Am The Resurrection
5. Joy Division - Love Will Tear Us Apart
6. The Verve - Bitter Sweet Symphony
7. The Who - My Generation
8. Arctic Monkeys - I Bet You Look Good On The Dancefloor
9. The Clash - London Calling
10. Oasis - Champagne Supernova

And here you can check out the rest: http://www.xfm.co.uk/news/2009/best-british-songs

But in the end, each and every one of those kind of lists is 100% subjective, isn't it? And because of that, it needs to be discussed...

Dienstag, 26. Mai 2009

Entzauberung einer Kindheitserinnerung

Haben wir sie als Kind nicht alle gerne getrunken: die Capri-Sonne!?

Tja, foodwatch hat das Getränk in der (schon immer unpraktischen) Trinktüte nun mal genauer unter die Lupe genommen - heraus gekommen ist leider wenig erfreuliches, aber lest selbst:

Das Capri-Sonne Experiment für zu Hause

Abkürzungsglück und Verantwortungslosigkeit

Aus aktuellem Anlass mal wieder weg von der (Pop)Kultur und zum "wahren" Leben:
Mein Arbeitskollege gab mir vor kurzem einen Tipp, meinen täglichen Weg ins Büro abzukürzen. Das spart praktischerweise nicht nur ein paar Kilometer täglich (und damit Geld), sondern auch Zeit. Und heute hat es mir zusätzlich erspart, ein Kind zu überfahren.
Mein alter Arbeitsweg führt durch ein Dörfchen, in dem ich eine sehr enge Kurve, die gleichzeitig eine abknickende Vorfahrt beinhaltet, durchfahren musste. Diese Kurve ist nicht nur sehr eng, sondern aufgrund einer Mauer auch nicht einzusehen, was aber unter normalen Umständen weniger schlimm ist, wenn man als Rechtsabbieger der Vorfahrtstraße folgt - es kann einem ja eigentlich niemand entgegen kommen bzw. niemand kann einem die Vorfahrt nehmen. Aufgrund des neuen Wegs folge ich nun nicht mehr der Vorfahrtsstraße, sondern fahre geradeaus. Das heißt, ich halte nun an besagter Kurve vollständig an, da sie ja nicht einsehbar ist.
Dieser Umstand hat mich heute davor bewahrt, ein Kind auf einem Dreirad zu überfahren, dass genau in dem Moment, als ich zum Stehen gekommen war, ziemlich zügig auf "meiner", also auf der für das Kind falschen, Seite der Straße um genau diese Kurve rollte. Nach einem kurzen, heftigen Schreck meinerseits bin ich geradeaus weiter gefahren, was mich kurz danach aber geärgert hat. Denn was mich im Nachhinein wahnsinnig aufregt ist die Tatsache, dass die beiden Erwachsenen, zu denen das Kind offensichtlich gehörte, in ca. 50m Abstand hinter dem Kind fröhlich schwatzend weiter gingen, als wäre nichts passiert. Nun, es ist ja auch nichts passiert, aber es war verdammt kurz davor. Und allein für die Tatsache, das Kind so vollkommen sorglos auf diese Stelle zufahren zu lassen, hätten sie es verdient, zumindest ordentlich zusammengefaltet zu werden.
Morgen werde ich mich jedenfalls noch einmal bei meinem Kollegen sehr herzlich für den Abkürzungstipp bedanken.

Dienstag, 12. Mai 2009

Christmas in May

When I came home from work today and opened my letterbox, it felt a bit like Christmas in the middle of May! New albums from The Maccabees, Maxïmo Park and Graham Coxon were lying in it - I could just as well imagine them lying under the Christmas tree. Well, the sight wasn't quite as idyllic, but you know what I mean. And who wouldn't want to come home and find music by some of his favourite artist lying under the Christmas... err, pardon me, in his or her letterbox?

Freitag, 8. Mai 2009

Elf des Monats - April 2009

Tracks

Art Brut - Summer Job
Maximo Park - The Kids Are Sick Again
The Hit Parade - You're Bloody Rubbish
Neil Young - After The Goldrush
Talking Heads - Psycho Killer
Twisted Wheel - You Stole The Sun
Noel Gallagher - All You Need Is Love (w Paul Weller)
The Mary Onettes - Dare
The Do - Stay (Just A Little Bit More)
The Jazz Butcher - Olaf Palme
Art Brut - Demons Out!

Alben


The Thermals - Now We Can See
Art Brut - Art Brut vs. Satan
Dirk Darmstaedter - Life Is No Movie
Hjaltalin - Sleepdrunk Seasons
Neimo - Modern Incidental
The Alan Parsons Project - Tales Of Mystery And Imagination
Olli Schulz - Es brennt so schön
Pink Floyd - The Wall
Port O'Brien - All We Could Do Was Sing
The Draytones - Up In My Head
The Hit Parade - The Return Of The Hit Parade

Dienstag, 14. April 2009

Elf des Monats - März 2009

sehr spät diesen Monat, aber dennoch...

Tracks

Art Brut - Just Desserts
Maximo Park - Wraithlike
Dan le Sac vs. Scroobius Pip - Thou Shalt Always Kill
The Velvelettes - Needle In A Haystack
Oasis - Those Swollen Hand Blues
Paul Weller & Graham Coxon - This Old Town
Johnossi - Santa Monica Bay
Ramones - Rockaway Beach
Biff Bang Pow! - Love's Going Out Of Fashion
James - Laid
The Rakes - You're In It

Alben

Olli Schulz - Es brennt so schön
The Rakes - Klang
1990s - Kicks
Lou Reed - Transformer
Ride - Going Blank Again
Buddy Holly - Greatest Hits
Dan Le Sac vs. Scroobius Pip - Angles
Peter Doherty - Grace/Wastelands
The Go-Betweens - Oceans Apart
The Merton Parkas - Face In The Crowd
Twisted Wheel - Twisted Wheel

Schräge Tage

Gemeinhin verspricht man sich von einem langen (Oster)Wochenende in der Heimat Erholung und ein bisschen Ruhe, so dass man "Kraft tanken" kann, um diesem fürchterlichen Ausdruck einmal unverdiente Ehre zu erweisen. Hat in meinem Fall nicht wirklich funktioniert, was aber nicht am Wochenende an sich lag, sondern vielmehr an den, so will ich es einmal nennen, Begleitumständen.

Ich muss wohl schon bis zum vergangenen Mittwoch ausholen. An diesem Tag fuhr ich wie jeden Morgen über enge, verschlungene und kurvige Landstraßen gen Büro, als mir eine ihre Fahrräder schiebende Familie entgegen kam. Der Sohn marschierte vorneweg, machte eine nicht weiter definierbare Bewegung, die mich wiederum reflexartig dazu bewegte, völlig unnötig noch weiter nach rechts auszuweichen. Das hatte leider Kontakt mit dem eigentlich nicht befahrbaren Randstreifen zur Folge, und dieser Kontakt in Kombination mit Bremsen und in die Linkskurve einlenken hatte den unerfreulichen Effekt, dass ich auf einmal mit dem Auto quer über die Straße und in den gegenüberliegenden Graben rutschte. Durch die Beifahrertür rausgekrabbelt stellte ich fest: mir ist nix passiert, nur das Auto steht da ungünstig... Nachdem das Ehepaar angelaufen kam, wurde sofort ein "Rettungsplan" entworfen. Er: "Wen könnten wir den anrufen, der einen Trecker hat und das Auto rauszieht?" Sie: "Also entweder X oder Y, warte mal." Sprachs und zog einen Zettel mit Telefonnummern (ja, auch sowas gibts noch!) aus der Tasche, und ihr Mann rief schnurstracks ihren Nachbarn an. Der kam kurze Zeit später auf einem Motorroller, sah sich das ganze kurz an, sagte "Klar, zieh'n ma raus", drehte um und kam zehn Minuten später mit besagtem Trecker wieder. Kette ans Auto, und draußen war er wieder aus dem Graben, wundersamerweise unbeschadet (wie sich später herausstellte), sieht man vom verschmerzbaren Verlust einer Radkappe ab. Schwein gehabt...
Nachdem der Bürotag weitestgehend unaufregend verlaufen war, geriet ich dann abends zum guten Schluss noch in eine Polizeikontrolle. Als ich dem netten Herrn (wirklich!) in grün aber anstatt meines Füherscheins versehentlich meinen Presseausweis überreichte, sah der sich verständlicherweise dazu veranlasst, mich auch noch ins Röhrchen pusten zu lassen - mit null Ergebnis, versteht sich! Aber es passte irgendwie perfekt zu diesem Tag.

Freitag dann machte ich mich auf den Weg Richtung Ruhrgebiet, um das angesprochene schöne Wochenende zu verleben. Die gute Laune war jedoch nach zwei Dritteln der Strecke bereits wieder verflogen, als der Motor meines Autos (a.k.a. Eurograb) altbekannte Macken zeigte, die ich erst vor 3-4 Monaten für gutes Geld hatte beheben lassen. Angesichts der Pannendichte am Rand der Autobahnen war ich allerdings schon dankbar, dass ich mich überhaupt noch fortbewegen konnte: So viele Autos habe ich noch nie auf dem Seitenstreifen stehen sehen... Und Staus gab es ebenfalls reichlich...
Endlich zuhause angekommen überraschte mich bald der Besuch eines Freundes aus frühen Kindertagen. Wir machten aus, auf jeden Fall an diesem Wochenende etwas zu unternehmen - er versprach, sich zu melden bzw. vorbei zu kommen. Nun muss man wissen, dass er in diesen Dingen noch nie der Zuverlässigste war, und unpraktischerweise hatte er auch noch sein Handy vergessen. Dennoch fand ich es bezeichnend und traurig, dass ich ihn am ganzen restlichen Wochenende gar nicht mehr gesehen habe, da ich ihn nicht erreichen konnte (er war zugegebenermaßen natürlich viel in Sachen Familie etc. unterwegs, aber dennoch) und er sich - fast schon wieder einmal erwartet - nicht gemeldet hatte.
Richtig Zeit (und schon gar keine Lust) darüber nachzudenken hatte ich natürlich nicht, denn zahlreiche andere Freunde wollten besucht und getroffen werden, was wie immer zu solchen Anlässen eine schöne Sache war. Samstags war das Treffen mit dem Besuch des Subrosa anlässlich des Konzerts von Dirk Damstaedter verbunden. Auch wenn ich der einzige aus unserer Gruppe war, der bereit war, die 12 Euro Eintritt für das Konzert zu bezahlen, habe ich das Konzert sehr genossen. Ich hatte Darmstaedter noch nie live gesehen und auch nur wenige Tracks von ihm gehört, aber dieser Abend hat mich absolut überzeugt. Mit einem Mix aus Songs seiner mittlerweile ansehnlich langen Karriere war auch der Rest des Publikums glücklich - ein schöner Gig. Die Vorband Dead Letter Office habe ich mir geschenkt, dafür war die Gesprächsrunde dann doch zu nett. Aber genau diese Runde löste sich bestürzenderweise und trotz eines gerade erst angefangenen Geburtstags schon allzu früh auf, so dass ich auf die Schnelle noch ein Alternativprogramm für den Rest des Abends finden musste, was auch einigermaßen funktioniert hat. Der Abend war also gerettet und insgesamt sehr gelungen.
Das kann man auch vom restlichen Wochenende sagen, das nun wirklich ruhiger wurde und im Besuch des Derbys genau der beiden Fußballteams endete, bei denen ich insgesamt knapp zwei Jahrzehnte lang aktiv war - leider mit dem aus heutiger Sympathieverteilung gesehen falschen Ergebnis, aber schön wars trotzdem. Dann gings mit dem Rumpelauto wieder gen Süden, und die schrägen Tage waren (vorerst einmal?) vorbei...