Dienstag, 31. Dezember 2013

2013 zum ersten Mal gemacht

Ich war das erste Mal in den USA. Und es war toll. Rundum. (Damit verbunden war ich natürlich das erste Mal an diversen Orten und in einigen Städten. New York, Boston, Providence, im Haus von Mark Twain, an den Niagarafällen usw. usf.)
Ich habe zum ersten Mal Wale in freier Wildbahn (sagt man dann eigentlich Wildwasserbahn?) live gesehen. Auch in den USA, vor Cape Cod. WALE!!! Genauer gesagt waren es Buckelwale, und es war unfassbar schön.
Ich habe zum ersten Mal eine berufliche Präsentation vor ca. zwei Dutzend Externen gehalten. Auf einer Pressekonferenz während einer Messe. War aufgeregt, ist aber gut gelaufen.
Gleich zu Beginn des Jahres war ich Taufpate. So halb zumindest. Ich durfte zwar in der Kirche ein paar Verse lesen und auch die Taufkerze in Empfang nehmen, auf der Taufurkunde stehe ich aber trotzdem nicht. So ist das, wenn man kein "Mitglied" mehr ist... 
Zum ersten Mal einige „alte Helden“ der britischen Musik live gesehen: Blur (bei Rock Werchter – da war ich vorher auch noch nie), Primal Scream, James – und jedes Mal begeistert gewesen.
Ich bin zum ersten Mal mit dem Krankenwagen direkt vom Sportplatz ins Krankenhaus gefahren worden (muss auch nicht nochmal sein) – zum Glück war das Schienbein dann doch nur sehr stark geprellt und nicht gebrochen.
Zum ersten Mal habe ich Post von einem Insolvenzverwalter bekommen. Aber keine Angst: Ich gehöre zum Kreis der Gläubiger. Klingt auch irgendwie komisch. Hintergrund: Für unseren USA-Urlaub hatte ich vorab ein Hotel gebucht. Dann ging der Reiseanbieter pleite, und die (bereits bezahlte) Buchung war damit hinfällig. Und dieses Geld bekomme ich also vielleicht, irgendwann, möglicherweise zurück.
Da ich mir kurz vor Weihnachten einen eBook-Reader gegönnt habe, habe ich auch zum ersten Mal ein eBook gelesen. Also angefangen, bis zum Jahresende werde ich es noch nicht beendet haben. Gefällt mir aber sehr gut, vor allem auch die integrierte Beleuchtung. 

2013 war zu großen Teilen ein angenehm ruhiges Jahr mit einigen tollen Höhepunkten, zum Beispiel unserem USA-Urlaub. Mal sehen, was 2014 so bringt. Bei einer Sache weiß ich schon, dass ich die nächstes Jahr zum ersten Mal machen werde, und ich bin freudig gespannt. In diesem Sinne wünsche ich also einen guten Rutsch - und nicht vergessen: 

Montag, 30. Dezember 2013

Konzerte des Jahres 2013

(in chronologischer Reihenfolge)

  • Skinny Lister (Fachwerk Gievenbeck, Münster)
  • Tocotronic, Chuckamuck, Tusq (FZW, Dortmund)
  • Triggerfinger (FZW, Dortmund)
  • Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen (Grend, Essen)
  • The Computers (FZW, Dortmund)
  • Art Brut (Luxor, Köln)
  • Blur (Rock Werchter)
  • Glen Hansard (Haldern Pop)
  • James (Haldern Pop)
  • The Wave Pictures (FFT, Düsseldorf)
  • Primal Scream (Kantine, Köln)
  • Young Rebel Set (Forum, Bielefeld)

Herausragend waren dabei die Auftritte von Blur, James und Primal Scream. Alles "alte" Helden, und alle drei Konzerte waren ein tolles Erlebnis. Das beste Clubkonzert haben eindeutig The Computers abgeliefert, ganz ganz dicht gefolgt von den famosen Skinny Lister.
Insgesamt waren es weniger Konzerte als in den Jahren  zuvor - zwei Absagen, einige ungünstige Termine und was sonst noch so alles dazwischen kommen kann. 
Natürlich geht es 2014 aber unverdrossen weiter - die ersten Tickets sind schon längst gekauft und ich bin gespannt, wer und was noch alles hinzukommt. Kommt auf Tour! 

Freitag, 20. Dezember 2013

2013 gelesen

(eine Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da mehr oder weniger aus der Erinnerung zusammengestellt)

Würde ich weiter empfehlen:
Morrissey – The Autobiography 
ich hätte mir insgesamt einen mutigeren Lektor – wahrscheinlich hat der Autor keinen geduldet… – und einen kurzweiligeren Einstieg gewünscht, aber das Buch bietet viele spannende Anekdoten aus einem interessanten Musikerleben
Suzanne Collins – The Hunger Games (Trilogy) 
auch wenn ich vielleicht nicht gerade die Zielgruppe darstelle: Fesselnd geschrieben, so dass man immer wissen will, wie es weiter geht. Und in meinem Fall sogar die – bisher gelungene – filmische Umsetzung sehen will
Neil Young – Waging Heavy Peace 
muss ich jetzt mal so salopp sagen: krasser Typ, krasses Leben! Tolle Autobiographie mit vielen interessanten Irrungen und Wirrungen
Torsten Sträter – Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben 
geschrieben fast genauso witzig wie live auf der Bühne, und das will bei Sträter wirklich was heißen!
Uwe Timm – Die Entdeckung der Currywurst 
sehr schöne Novelle
Wolfgang Herrndorf – Sand 
leider ist der Autor viel zu früh von uns gegangen. Sein in gewisser Weise selbsttherapeutisches Tagebuch „Arbeit und Struktur“ steht auf meiner To-read-Liste fürs nächste Jahr. Dieses hier ist ganz anders als Tschick, dass ich bis dahin von ihm kannte, aber genauso spannend zu lesen.
Luke Haines – Bad Vibes 
und schon wieder eine Musikerbiografie, und schon wieder ein ganz eigener Typ. Schön scharfzüngig und unterhaltsam aus dem Nähkästchen geplaudert. Der Untertitel lautet des Buchs lautet übrigens „Britpop and my part in its downfall“
Irvine Welsh – Skagboys, Trainspotting, Porno 
irgendwo hatte ich Skagboys entdeckt und gekauft. Und war sofort wieder drin in den Biografien von Spud, Sick Boy etc. Und dann dachte ich: Kannste die anderen beiden Bücher ja gleich auch noch lesen. Und auch wenn man etwas braucht, um im schottischen Akzent – ja, der wird auch verschriftlicht! – so richtig drin zu sein, sind alle drei Bücher eine absolute Empfehlung. Ich bin gespannt, ob die anderen Bücher auch verfilmt werden. Na gut, bei Porno wird das wahrscheinlich eher nix…
Jim Carroll – The Basketball Diaries 
faszinierende autobiograhische Geschichte über einen New Yorker Teenager in den Sechzigern zwischen Kriminalität, Drogensucht und High-School-Basketball. Teilweise schockierend und gleichzeitig fesselnd geschrieben
Christopher Moore – Lamb 
Untertitel: The Gospel according to Biff, Christ’s childhood pal. Das müsste als Empfehlung eigentlich schon reichen. Grandios absurde Geschichte(n) aus der Kindheit und Jugend von Jesus (a.k.a. Josh), erzählt von seinem Freund aus diesen Tagen. Vielleicht nichts für streng gläubige Christen, aber alle anderen haben daran einen Heiden(sic!)spaß. Garantiert!

Gut zu lesen – nicht mehr, aber auch nicht weniger:
Tom Bachman – Die Unperfekten
Rob Sheffield – Mit Mädchen über Duran Duran reden
Hilmar Bender – Die Schönheit der Chance
Rachel Joyce – The unlikely pilgrimage of Harold Fry
Moritz von Uslar – Deutschboden
Anonymous - I Am The Secret Footballer: Lifting The Lid On The Beautiful Game

Davon hatte ich mir mehr versprochen:
Serdar Somuncu – Hasstament 
wirkt geschrieben nicht einmal ein Drittel so gut wie in Aktion – leider
Linus Volkmann – Anke 
war in kurzer Zeit durchgelesen und hinterließ keinerlei bleibenden Eindruck. Gut, dass es gebraucht bei Oxfam nur 2,50€ gekostet hat.
Richard Dawkins – An Appetite For Wonder 
sehr schade, ich bewundere den Mann wegen seiner Art, komplexe wissenschaftliche Themen allgemein verständlich und interessant darzustellen. Und in seine Autobiographie baut er dann leider viel, viel Langatmigkeit und Komplexität ein. Es soll noch mindestens einen weiteren Band geben, wenn ich mich richtig erinnere. Den werde ich mir wohl eher nicht kaufen.

Außerhalb der Konkurrenz, aber bei Bedarf sehr empfehlenswert:
Etliche Reiseführer über den Nordosten der USA! :-)

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Alben des Jahres 2013

Es gab wohl schon Jahre, in denen ich das Gefühl hatte, es seien mehr gute Alben erschienen. Dennoch gab es auch in diesem Jahr zahlreiche Longplayer, die es mir angetan haben. Und ich habe, zumindest gefühlt, in diesem Jahr trotzdem mehr CD-, Vinyl- und mp3-Alben gekauft. Und zwar vermehrt direkt bei den Künstlern bzw. Labels anstatt bei Amazon, Saturn o.ä. Oft kriegt man da sogar noch eine persönliche Note in Form von Signaturen, beigelegten Nachrichten oder anderen netten Kleinigkeiten. Das macht noch einmal mehr Freude!
In diesem Jahr habe ich meine Favoriten schweren Herzens auch einmal wieder in eine Reihenfolge gebracht. Allerdings gibt es keinen dritten Platz, denn es gibt zwei Zweitplatzierte. Da konnte ich mich nun wirklich nicht entscheiden.

1 Sulk – Graceless
Das Album des Jahres. Boah! Klar klingeln sofort die Stone Roses und wollen ihre Ideen zurück, aber mal ganz ehrlich: Interessiert doch keinen! Zumal Sulk es trotzdem schaffen, da ihre ganz eigene Note rein zu bringen, auch wenn es sich um ein Album voller (nicht nur Roses-)Zitate und Referenzen handelt. Aber wenn schon zitieren, dann ja wohl die Großen!
Anspieltipp: Flowers, Marian Shrine, End Time – ach, eigentlich alles von 1 bis 10! All killer, no filler!

2 Young Rebel Set – Crocodile
Das zweite Album ist immer das Schwerste… so geht die alte Rezensenten-Weisheit. Wenn dem so sein sollte, sollten vielleicht viele Bands mal bei YRS nachfragen, wie man das denn so macht mit dem zweiten Album. Denn das ist ganz hervorragend geworden. Vielleicht sogar insgesamt runder als das tolle Debut. Hier können sich alle mal was abgucken, die gerne Pathos in ihre Alben bringen möchten, ohne dass das anstrengend angestrengt wirkt (Labelkollege Thees Uhlmann, ich blicke in deine Richtung!).
Anspieltipp: Unforgiven, The Whip Of The Lash

2 Johnny Marr – The Messenger
Was soll man sagen? Der Mann mit der Gitarre bei den Smiths. Kriegt in der Morrissey-Biografie ordentlich was drüber (aber nicht so schlimm wie die anderen beiden). Nichtsdestotrotz ist das Soloalbum ein ganz großer Wurf mit durchgängig tollen Songs.
Anspieltipps: New Town Velocity, Upstarts

4 The Strypes – Snapshot
Rock’n’Roll will save your soul – glaubt man nicht, dass die Jungs (darf man hier ungeniert sagen) alle noch Teenager, einige sogar noch eine ganze Weile. Ist mir egal, das hier ist groß. Dazu haben die Menschen in Haldern auf der Wiese getanzt, vor einer Leinwand, die das Konzert aus dem Spiegeltent nach draußen übertrug. Und das ist auf Platte genauso gut.
Anspieltipp: Heart Of The City (ist ein Cover, ist mir aber auch egal. Rockt.), What A Shame

5 The Wave Pictures – City Forgiveness
(Fast) Jedes Jahr die gleiche Leier: Ich lobe und preise die Wave Pictures, die, analog zu Kurt Krömers Selbstbezeichnung als „Deutschlands bekanntester Geheimtipp“, die unbekanntesten Weltstars des Popzirkus sind. Schon wieder hauen sie ein tolles Album raus, ein Doppelalbum gar. Und spielen Konzerte im Foyer des FFT vor ein paar Handvoll Menschen. Wäre die Welt gerechter, - ach, lassen wir das…
Anspieltipp: Like Smoke, The Inattentive Reader, Atlanta

6 Tullycraft – Lost In Light Rotation
Popmusik, wie sie sein sollte – nicht mehr und nicht weniger. Etwa eine halbe Stunde voller zackiger Songs und gewitzten Lyrics. Diese Platte macht Spaß und lässt das Tanzbein wippen! Eine meiner meist gehörten CDs dieses Jahr. Ideal für die Heimfahrt von der Arbeit – gute Laune im Anschluss garantiert!
Anspieltipp: Wake Up, Wake Up; Anacortes

7 Beady Eye – BE
Tja, das hätte ich ehrlich nicht erwartet. Nachdem mich schon das Debütalbum positiv überrascht hatte, bin ich jetzt vom zweiten Album (siehe Young Rebel Set) noch mehr erstaunt. Da stimmt (fast) alles, und da sind richtige Kracher dabei, die – man hat das ja immer noch unweigerlich im Hinterkopf – auch in Oasis-Zeiten für Jubel gesorgt hätten. Weiter so!
Anspieltipp: Second Bite Of The Apple, I’m Just Saying, Iz Rite

8 Die höchste Eisenbahn – Schau in den Lauf Hase
Gut dass es noch Bands gibt, die die deutschsprachige Musik vor der völligen Adel-Tawilisierung retten können: Die Band um Moritz Krämer und Francesco Wilking hat es vor allem textlich drauf. Aber so richtig! Da kann ich persönlich schon mal über die eine oder andere, in meinen Augen, leichte musikalische Belanglosigkeit hinwegsehen.
Anspieltipp: Was machst du dann, Raus aufs Land

9 Palma Violets – 180
Klassischer Fall von „Doppelt hält besser“: Beim ersten Durchhören noch für zu leicht befunden, vielleicht auch von dem anscheinend unvermeidbaren „Die neuen Libertines!!!-Hype“ abgeschreckt. Dann bei einem der Lieblingsplattendealer für wenig Geld einfach mal mitgenommen – und sofort begeistert. Neue Libertines ist natürlich Quatsch, aber diese smarte Rotzigkeit, die kann was!
Anspieltipp: Best Of Friends, 14 (vor allem der direkt folgende „Hidden Track)

10 Mozes And The Firstborn – Mozes And The Firstborn
Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich auf die Band aufmerksam geworden bin. Von wegen also, Youtube oder Spotify (denn auf eins von den beiden läuft es hinaus) lassen einen keine neue Musik mehr entdecken. Richtig guter Rock aus niederländischen Garagen, wenn man so will.
Anspieltipp: I Got Skills, Bloodsucker

11 Blomqist – Kein Mittel dagegen
Support your local bands! Blomqist aus Dortmund werden die Wenigsten kennen, was schade ist. Denn Musik mit deutschen Texten zu finden, die nicht im JupiterJonesRevolverheldJuliSchießmichtot-Klischeebrei versinkt, wird ja nicht einfacher. Und hier findet man sie in Hülle und Fülle!
Anspieltipp: Emmanuelle Cunt, Fahrplan

12 Vampire Weekend – Modern Vampires Of The City
Ich könnte mir vorstellen, dass sich viele Fans was anderes erhofft hatten. Und ich musste mich auch erst daran gewöhnen, dass diese Band immer weniger nach „A-Punk“ klingt. Aber spätestens nach dem dritten Durchgang hat es mich gepackt. Und der Urlaub in Nordamerika hat mich das Album noch einmal mit anderen Ohren hören lassen, so dass ich die Platte jetzt irgendwie noch mehr schätze.
Anspieltipp: Diane Young, Hannah Hunt

Ehrenplätze außerhalb der Wertung:
David Bowie – The Next Day
Ein neues Album! Von David Bowie! After all these years! Und dennoch reicht es nicht ganz für meine Charts, denn, mal ehrlich: Auf Albumlänge ist das irgendwie zu wenig. Es sind tolle Songs dabei (Dirty Boys zum Beispiel), aber auch vieles, was man jetzt nicht unbedingt gebraucht hätte. Aber: DAVID BOWIE!!!

Art Brut – Top Of The Pops
Es sind nur zwei neue Songs drauf – es handelt sich ja auch um ein Best-of-Album. Aber hey, es ist von Art Brut! Und neue Songs sind neue Songs! Deshalb zu Recht ein Ehrenplatz.

Knapp an den Charts vorbei geschossen:
Suit And Tie Johns – Paul (noch was tolles neues aus den Niederlanden. Hätte ich die nicht erst vor zwei Wochen entdeckt, wären die unter den Bestplatzierten!)
Franz Ferdinand – Right Thoughts, Right Words, Right Action (nach den vorherigen Alben ein unerwartet toller Wurf!)
Tocotronic – Wie wir leben wollen
The National – Trouble Will Find Me
The Computers – Love Triangles Hate Squares
Keith Topf Of The Pops & His Minor UK Indie Celebrity All-Star Backing Band - TOTP2
Billy Bragg - Tooth & Nail
Eleanor Friedberger - Personal Record

Alle Anspieltipps sowie weitere Tracks, die ich in diesem Jahr gut fand und wahrscheinlich auch in Zukunft noch gut finde, kann man sich übrigens in dieser Spotify-Playlist anhören. (Ich hoffe, das funktioniert auch tatsächlich)

Donnerstag, 28. November 2013

Zwei Jahre

Diese bestimmten Augenblicke kommen immer wieder. Nicht ständig, aber regelmäßig, und sie erinnern mich daran, wie falsch das eigentlich ist, ungerecht und absurd. Ich erinnere mich noch an den Moment, an dem ich davon erfuhr, als wäre er eben erst passiert, und im Grunde fühlt es sich auch so an. Es war ein genauso grauer Novembertag wie heute, und meine, unsere eigentlich doch ziemlich heile Welt hatte auf einmal einen grauenhaften Riss. Nie wieder würden wir uns unterhalten können, nie wieder zusammen lachen, zusammen sein – das erscheint mir heute immer noch so unfassbar wie damals. Sicher, das war zwar seltener geworden durch allerhand Umstände, die es eben so gibt. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, da ist seitdem eine Lücke, und auch ein Schmerz. Und auch wenn das im Alltag vielleicht nicht immer auffällt – in diesen bestimmten Augenblicken wird das ganz deutlich bewusst.

Auf den Tag genau zwei Jahre sind es jetzt. Ich bin heute an deiner Stammkneipe vorbei gekommen und habe mich einfach an den Tresen gesetzt. Wie früher, als du dort gekellnert hast. Oder als wir da einfach zusammen gesessen und Bier getrunken haben. Und natürlich habe ich ein Stößchen bestellt und an früher, an dich gedacht.


Auf dich! 

Donnerstag, 7. November 2013

Ich habe geschalten

…und zwar all diejenigen da draußen, die geschalten/freigeschalten/hochgeschalten/umgeschalten sagen und schreiben, wenn sie eigentlich meinen: geschaltet/freigeschaltet/hochgeschaltet/umgeschaltet. Oder wird doch öfter jemand gescholten, als ich gedacht hatte?
Schalten – im Sinne von Schaltung, Schalter u.ä. – ist ein schwaches Verb, liebe Menschheit, dessen Perfekt folgendermaßen gebildet wird: er/sie/es hat GESCHALTET. Das war schon vor der Rechtschreibreform so, und das hat sich auch mit der Reform nicht geändert. Steht übrigens auch im Duden, wenn es jemand nachprüfen möchte. Trotzdem wuchert diese falsche Sprech- und Schreibweise schon seit Ewigkeiten durch unseren Sprachraum. In der letzten Zeit habe ich allerdings das Gefühl, das gerade in der Schriftsprache in bald jedem zweiten Fall zu lesen. Da hört der Spaß dann langsam auf und mein Entsetzen wird ange – richtig! – schaltet. Angeschalten, umgeschalten, geschalten und Konsorten gibt es nicht! Genau wie es das „einzigste“ nicht gibt und das „bestmöglichste“. Merken!

PS, weil ich es vorhin noch hörte: Es gibt auch keine „Spaghettis“ oder den singulären „Paparazzi“. Aber das nur am Rande, für heute ist es genug. Nicht, dass noch irgendwo Tränen fließen. 


(Ach so, nicht dass mich jetzt jemand schilt: Ich weiß natürlich, dass die Überschrift grammatikalisch korrekt lauten muss: Ich habe [jemanden] gescholten. Aber dann… naja, Sie wissen schon, flacher Wortwitz und so, hätte nicht funktioniert. Wollte ich nur mal anmerken.)

Sonntag, 3. November 2013

Ach, ein Restauranttest: Soraya, Dortmund

Als die Chefin des Soraya in Dortmund uns zum Abschied eine Visitenkarte auf den Tisch legte mit der Bitte, einer von uns könnte doch vielleicht bitte etwas über sie – also das Restaurant – schreiben, bekam ich die Karte in die Hand gedrückt. (Eigentlich geht es um eine Restaurant-Kritik-Seite in diesem Internet, von dem alle sprechen. Dafür schreibe ich dann auch noch was, versprochen). Und ich dachte: Jau, dann schreibste mal was darüber. (Und da wir uns regelmäßig zum Restaurant "testen" verabreden, mach ich das vielleicht sogar öfter. Wenn ich nicht zu faul bin.)
Denn schließlich hatten wir einen sehr schönen Abend im Soraya. Schon beim Knarzen und Quietschen der Eingangstür wären den Toningenieuren der Edgar-Wallace-Filme die Tränen der Begeisterung in die Augen gestiegen. Weiter ging es mit einer hausgemachten Limonade (mit persischen Limetten, wenn ich das richtig in Erinnerung habe), die an diesem Abend das meistbestellte Getränk an unserem Tisch wurde. Sehr, sehr schmackhaft war die Graupensuppe nach persischer Art als Vorspeise. Da von unserer Siebenergruppe nur fünf Leute eine Vorspeise bestellt hatten, bekamen die anderen zwei von der Chefin ein bisschen Fladenbrot mit Gurken-Joghurt-Dip. Aufs Haus. „Damit Sie nicht zugucken müssen, wenn die anderen essen.“ Wie nett ist das denn bitte? Toll!
Als Hauptgericht gab es für mich die Soraya-Platte. Ausgewiesen als Möglichkeit, die Facetten der persischen Küche kennen zu lernen. Eine gute Wahl, auch wenn ich in Kombination mit der Vorspeise dann doch etwas viel auf den Tellern hatte. War aber auch eine sehr reichliche Auswahl verschiedener Fleischspezialitäten auf dem Teller, dazu noch viel leckerer Reis. 
An den zufriedenen Gesicherten der Gruppe war jedenfalls schnell abzulesen, dass ich nicht der einzige war, der sein Essen genoss. Dazu reichte die Chefin des Hauses noch ein Schälchen Berberitzen(reis) "zum Probieren" - stand ja noch nicht genug Essen auf dem Tisch. ;-) War aber natürlich sehr nett und wurde selbstverständlich ebenfalls probiert. Wie das zum Fleisch gereichte Gewürz schmecken diese Beeren leicht säuerlich, was hervorragend zur milden persischen Küche - jeweils gilt das für die Gerichte, die wir gegessen haben - passt. Übrigens, da ich ja bisher nur von meinem Fleischgericht schwärmte: Die persische Küche bietet auch eine gute Auswahl an vegetarischen Gerichten. 
Auf einen Nachtisch mussten wir platzbedingt verzichten, trotz der Animationsversuche der Dame des Hauses. Die war überhaupt sehr kommunikativ und so fürsorglich und freundlich, so dass es uns (z.T. Ost-)Westfalen schon fast ein bisschen spanisch vorkam. Da prallen eben doch Welten aufeinander. Aber mir ist das tausendmal lieber, als wenn mir ein gelangweilter Kellner mit Trauermiene den Teller auf den Tisch knallt. Zum Abschluss bekamen wir sogar noch eine Art Bonuskarte, die kurzerhand mit zehn Stempeln ausgefüllt wurde, obwohl wir ja eigentlich nur sieben Gäste waren. Beim nächsten Mal bekommen wir also, wenn ich mich richtig erinnere, eine Vorspeisenplatte umsonst. 
Aber auch ohne diese zusätzliche Motivation war ich bestimmt nicht das letzte Mal im Soraya. 

Montag, 21. Oktober 2013

Endlich! The Wave Pictures live

Irgendwo habe ich im Netz gelesen, sie seien womöglich die letzte Indie-Band - nun ja, halten wir uns nicht mit Kategorisierungen auf. Fakt ist: The Wave Pictures sind unheimlich gut und kaum jemand kriegt das mit. Das habe ich schon des öfteren angeprangert, auch an dieser Stelle. In einer gerechteren Welt würden David Tattersall, Franic Rozycki und Jonny Helm mit ihrer Musik steinreich werden. So aber - und das ist natürlich für uns Konzertgänger wieder ein Vorteil - nimmt die Welt kaum Notiz von ihnen, und sie spielen in der Kellerbar (?) des Forum Freies Theater in Düsseldorf vor vielleicht 75 Leuten (vielleicht auch 100, ich kann sowas immer schlecht schätzen).

Und endlich habe ich es auch einmal geschafft, dabei zu sein. Obwohl die Band großzügig tourt, hat es in den letzten Jahren nie mit einem Konzertbesuch geklappt. Was lange gewährt hat, ist also nun gut geworden. Ach was, großartig war es. Diese Band hat so viele wunderbare Songs, dass sie sie natürlich nicht alle spielen konnten. Aber es hat gereicht, um das Publikum mitzureißen, zu verzaubern und in den ruhigen Momenten mucksmäuschenstill staunen zu lassen, als Sänger David Tattersall und Drummer Jonny Helm einfach mal ohne Mikro gesungen haben.

Noch ein Vorteil kleiner Konzerte! Da war sogar die prollige Herrengruppe still, die ansonsten als einzige durch lautes Dazwischenquatschen und ständiges Anstoßen mit Pilsflaschen zu nerven wusste. Das war aber auch der einzige Mini-Kritikpunkt - das Konzert war eines der schönsten in der letzten Zeit, weil nicht nur das Publikum, sondern auch die Band sichtlich Spaß hatte. Und sich nach dem Konzert noch sehr charmant beim Tonmischer bedankt und die mitgebrachten Platten und T-Shirts eigenhändig verkauft und signiert hat. Natürlich bin ich da nicht mit leeren Händen nach Hause gegangen!

Ich würde ja Anspieltipps geben, aber eigentlich kann man sagen: Hören Sie sich alles an, was Sie von dieser Band in die Finger bekommen, meine Damen und Herren. Und besuchen Sie die Live-Konzerte! Das neue Album, das auf dem Bild zu sehen ist, ist seit wenigen Tagen im gut sortierten Handel erhältlich und bestätigt: Die sind so gut, die können sogar in Bahnhofshallen spielen (cooles Konzept übrigens!). Ich bin jedenfalls sehr froh, endlich mal live dabei gewesen zu sein - es war bestimmt nicht das letzte mal.

Freitag, 11. Oktober 2013

Auch auf hohem Niveau muss mal gejammert werden dürfen

Heute ist so ein Tag, an dem ich mal so überhaupt gar keine Lust habe, zu arbeiten. Aber auch wirklich nicht die geringste. Jede Zeile wird nur äußerst mühsam aus der Tastatur gequetscht, jede Aufgabe nur deshalb erledigt, weil es ja sonst keiner macht. Und die Zeiger der Uhr scheinen jede Bewegung extra langsam zu machen. Ich glaube sogar, sie das ein oder andere Mal beim Rückwärtslaufen erwischt zu haben.
Lustigerweise geht es der Bürokollegin genauso. Und der Lieblingskollegin aus dem anderen Büro auch. Gegenseitig klagen wir uns unser Leid. Und stellen quasi im selben Augenblick fest, dass wir ja doch ganz schön undankbare Blagen sind. Denn eigentlich mögen wir ja alle unsere Jobs. Wir haben einen tollen Chef, einen – sofern wir keine großen Dummheiten anstellen – sicheren Job (das hoffe ich doch zumindest), werden fürstlich ganz anständig bezahlt und müssen bei dem Mistwetter nicht draußen malochen, sondern sitzen in großzügigen, (manchmal zu) warmen Büros.
Aber manchmal hat man eben solche Tage, an denen man am liebsten genau nichts machen würde. Und das muss man ja auch mal kommunizieren dürfen, auch wenn man damit auf hohem Niveau jammert. Ist ja zum Glück nicht jeden Tag so, dann hätten wir wohl doch den falschen Job. Und jetzt ist glücklicherweise erst einmal Wochenende. Da sieht die Welt ja ohnehin gleich viel besser aus. Jammermodus wieder aus. 

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Zitat des Tages, Folge 13 - Torsten Sträter zum Thema Autofahren

Wer sich täglich mit dem Auto durch den Berufsverkehr bewegt, wird das zu 100% bestätigen können: 

"Autofahren ist aber auch nichts weiter als der Versuch, bei der Reise zwischen zwei Punkten den anderen Idioten auszuweichen."

(aus: Tosten Sträter - "Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben", ein Buch, das ich hiermit nachdrücklich em-, wenn nicht sogar befehle, zu kaufen)

Donnerstag, 19. September 2013

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

Der Urlaub ist quasi gerade erst vorbei – Zeit für einen Blick zurück:
  • Die Natur hat doch immer noch die besten Sehenswürdigkeiten in petto! So beeindruckend der Blick vom Empire State Building oder der Staten Island Ferry auf Manhattan auch ist, so schön Städte und Orte wie Boston oder Provincetown auch sein können – am nachhaltigsten in Erinnerung werden mir die Niagarafälle und noch mehr der Anblick der Buckelwale (Wale, wir haben Wale gesehen!!!) aus nächster Nähe bleiben. Unbeschreiblich!
  • Wenn es in New York noch einen Berg gäbe, wäre die Stadt endgültig so etwas wie die komplette Welt im Kompaktformat. Unglaublich.
  • Die Freakdichte ist in den USA – zumindest gefühlt – höher als hier. Diese Aussage potenziert sich, wenn man sich in NYC bewegt.
  • Wenn nicht gerade Unwetter biblischen Ausmaßes dazwischen kommen, ist das Fahren auf US-Highways und Interstates so entspannt, dass man sich zwischendurch konzentrieren muss, um nicht einzunicken.
  • Genau das Gegenteil gilt allerdings für das Fahren in großen Städten, insbesondere wiederum in NYC. Dort möchte ich nach Möglichkeit nie wieder Auto fahren müssen, da ich sonst eine verkürzte Lebenszeit befürchte. Nicht unbedingt nur für mich persönlich.
  • Cape Cod ist ein ganz zauberhaftes Fleckchen Erde, ganz besonders an der Nordspitze in Provincetown und an der wunderbaren Atlantikküste. Das gleiche gilt für die Niagarafälle. Aber wirklich nur für die Fälle und den Fluss. Sobald man hochschaut, sieht man grauenhafte Touristenbunker. Also konzentriert man sich umso lieber auf das Wesentliche. 
  • Amerikaner sind die Götter der (Selbst-)Vermarktung. Jede halbwegs vorzeigbare Ansammlung von mehr als drei Häusern verkauft T-Shirts und zahllose andere Devotionalien mit dem Stadt-/Bezirks-/Uni-/Sehenswürdigkeits-/Sontswas-Namenszug. Und wenn man sich die Leute, die einem begegnen, anschaut, ist es erfolgreich wie Sau! (Zugegeben, zweimal bin ich auch schwach geworden. Einmal war aber vor allem der T-Shirt-Preis von 1,99$ ein nicht zu schlagendes Argument.)
  • Die Vermarktung ist aber meistens nicht so aufdringlich, dass es nervt. So war der Abend in dem Pub, der als Inspiration für die Serie „Cheers“ diente, sehr nett, auch wenn dort jährlich hunderttausende Touristen aufschlagen und daraus eine richtiggehende Franchise entstanden ist. Ich nenne das Konzept mal „liebevolle Vermarktung“. Sollte ich mir vielleicht urheberrechtlich schützen lassen. Die Burger dort waren übrigens auch sehr gut! 
  • Ich war in drei Wochen öfter mit Booten bzw. Schiffen unterwegs als in den letzten Jahren. In New York, zum Wale beobachten auf Cape Cod, in Boston und an den Niagarafällen. Und jede Fahrt war ein absolutes Highlight.
  • Wir haben unter anderem in dem Ort gewohnt, in dem John F. Kennedy seine Sommerurlaube verbracht hat. 
  • Zum Ende der Ferienzeit bzw. nach Ferienende an den verschiedenen Orten zu sein ist ein idealer Zeitpunkt. Alles ist noch offen und auf Besuch eingestellt, die großen Touristenmassen sind aber schon abgezogen. Außer natürlich in New York, da fällt das nicht weiter auf.
  • Wenn man freiwillig früh aufsteht, um etwas Tolles zu unternehmen (aufs Empire State Building fahren, Wale beobachten, zu den Niagarafällen fahren), fällt das viel weniger schwer, als im Alltag früh aufzustehen.
  • The Big Bang Theory kann ich mir, nachdem ich es im Original gesehen habe, auf Deutsch kaum noch ansehen.
  • Eine Live-Ansprache des Präsidenten im TV mit zu verfolgen ist eigenartig – kennt man ja hier nur zum neuen Jahr. 
  • Nach allem, was ich bei der Führung durch sein ehemaliges Haus gehört habe, war Mark Twain, der eigentlich Samuel Langhorne Clemens hieß, ein ziemlich cooler Typ. 
  • Und schließlich: Wann ist endlich wieder Urlaub!?!?!

Freitag, 23. August 2013

Sommerloch

Es gab vieles, worüber ich in den letzten Wochen an dieser Stelle euphorisch hätte berichten können. Es gab auch einiges, worüber ich mich ausufernd hätte aufregen können (als jemand, der mittlerweile auch offiziell dazu berechtigt ist, in „Altherren“-Mannschaften Fußball zu spielen, wäre ich ja sogar legitimiert, mich über „die Jugend“ aufzuregen – vielleicht mache ich das demnächst auch mal). Hab ich aber nicht, weder das eine noch das andere.


Und warum? Hm. Keine Ahnung. Keine Zeit, und wenn Zeit, dann keine Lust. Hatte meistens (vermeintlich) besseres zu tun. Und das wird in den nächsten Wochen nicht anders. Denn da habe ich definitiv was Besseres zu tun, und aus den eben genannten Gründen auch für diese Zeit nicht vorgebloggt. Also folgen nach Wochen der Stille: richtig, Wochen der Stille. Damit aber jetzt nicht alle in meditative Apathie (apathische Meditation?) verfallen, hier einer dieser Momente, über die ich euphorisch hätte berichten können und der so schön war, dass wohl mindestens 80% der Anwesenden die Tränen der Rührung kaum zurückhalten konnten. Einige konnten es zu Recht auch nicht. Und damit gebe ich zurück in das angeschlossene Sommerloch. 


(leider nicht zum Einbetten, aber es lohnt sich! Ich empfehle außerdem nachdrücklich, sich auch das Video von James anzusehen - noch so ein Moment!)

Donnerstag, 25. Juli 2013

Jaja, die Bild: Wer ist denn das? Ist doch egal, der ist vielleicht bi!

Sich über die Bild auszulassen ist heutzutage ja nun wirklich nichts Außergewöhnliches mehr. Bildblog und andere legen ja wirklich gründlich und dabei unterhaltsam den Finger in die Wunde, so dass einem nicht selten der Mund offen stehen bleibt vor so viel Dreistigkeit, Unverfrorenheit und Mangel an Takt-, Ekel- oder irgendeinem sonstigen Gefühl.

Heute bin ich zufällig mal wieder bei bild.de vorbeigesurft – das sollte man übrigens auch und besonders als Mensch, der eigentlich andere Medien bevorzugt, unbedingt in regelmäßigen Abständen machen – und habe mit einer Mischung aus Verwunderung, Belustigung und Abscheu einen Bericht über Tim Duncan gelesen. Tim wer? Tim Duncan. Das ist ein überaus erfolgreicher US-Basketballer, der für die San Antonio Spurs spielt. Der 4 NBA-Meistertitel (dabei dreimal zum wertvollsten Spieler der Finalserie gewählt) und 3 Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gewonnen hat, dreimal zum besten Spieler der NBA gewählt wurde, 14 mal (!) ins All-Star-Team gewählt wurde und den Verein jetzt schon in den Statistiken meiste Punkte, meiste Rebounds und meiste gespielte Minuten anführt. Für die Fans der Spurs und viele Basketballfans auf der ganzen Welt eine echte Ikone.

Nicht, dass das die Bild interessieren würde. Gut, immerhin werden die Meisterschaften und die All-Star-Nominierungen in einem Satz erwähnt. Wahrscheinlich haben 99% der Bild-„Leser“ noch nie von Tim Duncan gehört, was aber bestimmt auch zu über 90% auf die Gesamtbevölkerung in Deutschland zutrifft. Ich wage sogar zu bezweifeln, ob mehr als zwei Menschen in der Bild-Sportredaktion ihn kennen. Ist ja auch gar nicht schlimm, NBA-Basketball ist hierzulande nun mal leider kaum noch in den frei zugänglichen Medien vertreten, trotz Dirk Nowitzki.

Was Tim Duncan für die Bild, und damit, so wohl die Vermutung der Redaktion auch für die Leser, interessant macht: Der Mann steckt gerade in einer ziemlich schmutzigen Scheidungsschlacht. Und in der hat seine Frau nun laut des Promi-Klatsch-Blogs "Hollywood Street King" (sic!) die ganz große Keule rausgeholt: Duncan sei bisexuell und habe seit Jahren auch eine Beziehung zu einem Mann. Oho, na sowas! Da muss sich die Bild natürlich sofort draufschmeißen – ein bisexueller oder gar schwuler Profisportler. Auch wenn es ein US-Sportler ist. Den kennt zwar die Leserschaft nicht, aber hey, der ist schließlich irgendwie anders! Das muss doch wohl als „Nachricht“ genügen, auch wenn wir sonst noch nie über den berichtet haben! Eigentlich fast schade, dass die Kommentarfunktion bei diesem Artikel nicht aktiviert zu sein scheint... 

Mittwoch, 24. Juli 2013

Ein sprachlichez Ärgerniz

Ein neuer, schrecklicher Trend geht um in der Sprache – wobei, so ganz neu ist er nicht mehr, aber er greift immer mehr um sich. Wie das eben so ist mit Trendz…

Ja, richtig gelesen, das Z am Ende von vielen Wörtern, die eigentlich mit S enden, macht mich fertig. Das tritt ja vornehmlich bei Wörtern auf, die aus dem Englischen kommen bzw. übernommen wurden. „Kidz“ war das erste, was mir dauerhaft auffiel. Was soll denn das? Ist das Z cooler als das S? Oder moderner? Mal davon abgesehen, dass man das ja auch eigentlich ganz anders ausspricht… Ich weiß es nicht und will auch eigentlich gar nicht wissen, was der Grund dafür sein soll.

Schlimm ist auch die Zeitschrift „happinez“, die ich neulich im gut sortierten Bahnhofs-Zeitschriftenhandel gesehen habe. Laut eigener Auskunft ein „Mindstyle Magazin, was es in Deutschland bisher noch nicht gegeben hat“. Was immer das nun wieder heißen soll. Titelstory der aktuellen Ausgabe: „Folge deinem Herzen“. Gerne. Wenn ich meinem Herzen folge, sehe ich dabei aber nicht verhunzte Wörter! „Happiness“ ist doch eigentlich ein so schönes Wort – warum muss man das denn zwanghaft verändern und verunstalten? Oder gibt es irgendwo schon ein Magazin, das so heißt? Und warum heißt es dann nicht konsequenterweise "happinezz"? 


Der absolute Gipfel meiner Verzweiflung (ein schönes Wort, in dem regulär ein Z vorkommt) war aber kürzlich erreicht, als ich in der Dortmunder Thier-Galerie den Verkaufsstand von „Happy Donazz“ erblicken musste. Ich meine, Donazz – geht’s denn noch, oder soll ich den Arzt rufen? Bei einer solchen Firma würde ich noch nicht mal was kaufen, wenn ich kurz vor dem Umfallen stehen würde. Bei denen würde ich noch nicht mal auf die Toilette gehen. Donazz… Wie pervers kann man denn noch werden in der Sprachverhunzung? Ich kenne „Natz“ bzw. „natzen“, aber bitte mit "tz", nur in der Bedeutung, dass man jemanden veräppeln, an der Nase herum führen will – jemanden vernatzen also. Obwohl, passt ja: Genauso fühle ich mich, wenn ich sowas lese. Da kriegt man ja Brechreiz! Ez izt zum Auzrazten! 

Dienstag, 16. Juli 2013

Ruhe, Jochen Malmsheimer spricht!

Vor kurzem hatte ich endlich mal die Gelegenheit, einen der größten Künstler der deutschen Sprache live und aus nächster Nähe - dritte Reihe vor der Bühne - zu erleben: Jochen Malmsheimer gastierte in Dortmund.
"Ermpftschnuggn trǿdå! - hinterm Staunen kauert die Frappanz" lautet der Titel des aktuellen Programms. Und so wie bereits der Titel, war natürlich auch der ganze Abend geprägt von einer sprachlichen Brillanz, auf die wohl selbst Sprachgelehrte neidisch sind, gepaart mit feinem Witz. Dazu kommt eine grandiose Variation der Stimme und Lautstärke. Jedes Wort ist perfekt akzentuiert und passt an seinen Platz. Ich kam manchmal vor Staunen gar nicht zum Lachen - obwohl, das ging dann doch auch oft fließend ineinander über. Wenn mehr Kabarettisten, Komiker oder sonstige Bühnenkünstler dieses Landes so gut mit Sprache und den Themen, über die sie reden, umgehen könnten (und auch würden) - es wäre eine schönere Welt. Denn: "Was hat denn der Mann? Recht hat er! Recht!" 



Dienstag, 9. Juli 2013

Blur, Rock Werchter: wieder ein Häkchen auf der Liste

Man kennt das ja, diese imaginäre Liste von Bands und Künstlern, die man unbedingt mal gesehen haben muss, bevor man entweder selbst nicht mehr ist, die Künstler nicht mehr sind, oder die Künstler einfach aufhören zu touren. Letzten Sommer konnte ich hinter Lou Reed einen Haken machen und war darüber sehr glücklich. Und diesen Sommer kommt das Häkchen hinter den Namen Blur.


Dabei war ich nicht immer unbedingt ein großer Blur-Fan. Ich fand zwar auch diese künstliche Rivalität immer albern, aber Oasis waren trotzdem immer mein eindeutiger Favorit. Klar, Blur hatten viele Hits, die ich super fand, aber auch immer Sachen dazwischen, die mir nicht so gefielen. (Das ist zum Teil auch immer noch so) Trotzdem landen sie auf einer Liste mit Bands, die ich wirklich mag, schon recht weit vorne. Und außerdem ich bin ein großer Fan von Graham Coxon. Also standen Blur definitiv auf der To-See-Liste.



Und seit dem letzten Freitag kann und muss ich mehr denn je sagen: vollkommen berechtigt! Blur haben ein richtig, richtig, richtig gutes Konzert abgeliefert und waren in Hochform. Von stillen, würdevollen Momenten bis zur völligen Euphorie war alles dabei. Und Damon Albarn, den ich vor allem ob seiner "Neben"projekte manchmal genauso fand, wie sein Nachname im Deutschen ungefähr klingt, war in bester Stimmung und sparte auch (zu recht) nicht mit Lob ans Publikum, das textsicher und euphorisch mitging. Kann man hier bei "Country House" ganz gut sehen:

Glücklicherweise konnten wir einen Platz recht nah an der Bühne ergattern, so dass man die Musiker auch ohne die riesigen Leinwände (die trotzdem sehr hilfreich waren) ganz gut erkennen konnte. Und sie hatten Spaß. Mindestens ebenso viel Spaß hatte ich - und ein sehr großer Teil des Publikums. Besonders dabei: "Parklife" live - wenn auch natürlich ohne Phil Daniels - einfach nur grandios. Für mich der Moment des Auftritts. Da wird sogar die Kamera unscharf vor Freude.



Der Trip nach Werchter hat sich allein dafür wirklich mehr als gelohnt. Als "Zugabe" habe ich auch noch Richard Hawley sehen können, der ein sehr gutes Konzert gegeben hat. Phoenix und Two Door Cinema Club waren auch gut. The Bots waren interessant, Kings of Leon - naja, waren eben Kings of Leon. Aber der Auftritt von Blur war definitiv das Highlight. Und wieder kann ein Häkchen glücklich auf die Liste gesetzt.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Update: bit.fall

Am U in Dortmund, dessen Besuch ich ja sowieso nur jedem empfehlen kann, ist - leider nur noch bis Sonntag - ein wirklich spannendes Kunstprojekt zu sehen. Und zwar auf dem Vorplatz, also ganz umsonst und vollkommen frei zugänglich.

"bit.fall" heißt die Installation des Künstlers Julius Popp und funktioniert so: "In der Installation bit.fall wird fallendes Wasser zu Sprache und Text: In einem riesigen Vorhang aus Wassertropfen bilden sich wie von Geisterhand Wörter, die nur für einen Sekundenbruchteil lesbar sind und sich im weiteren Fall sofort wieder auflösen. Die Wörter werden in Echtzeit mittels eines Algorithmus direkt aus dem Internet herausgefiltert und visualisieren für einen kurzen Moment, was um uns herum in der digitalen Realität geschieht." (Quelle: www.dortmunder-u.de)

Ich finde das eine ganz faszinierende Idee, und auch die Umsetzung finde ich super. Da tauchen dann in willkürlicher Reihenfolge wie "Marktplatz", "Armbruster", "Kaiser" oder "Wieso" auf. Leider war es aber heute am späten Nachmittag und frühen Abend noch zu hell, um die Installation wirklich in ihrer vollen Entfaltung sehen zu können. Wer also die Gelegenheit hat, in den nächsten Tag da hinzugehen, sollte das im Dunkeln tun. Sieht bestimmt beeindruckend aus. Einen Eindruck, wie es heute aussah, gibt es aber zum Trotz...


So, Zeit für ein Update! Am Samstagabend hat sich doch noch die Gelegenheit ergeben, das Kunstwerk im Dunkeln zu betrachten (und zu fotografieren). Man hat tatsächlich die Wörter deutlich besser erkannt, so dass die Installation noch eindrucksvoller wirkte. Trotzdem hatten wir den Eindruck, mit einer schwarzen Leinwand im Hintergrund wäre es noch besser gewesen. Auch wenn dann das Drumherumgehen nicht mehr möglich gewesen wäre. Aber ist halt Kunst, ne? Steckste nicht drin! Hier noch ein paar Eindrücke:





Mittwoch, 26. Juni 2013

Popmusik wörtlich #5: Bei meiner Fresse

„Bei meiner Seele
Du bist herzergreifend liebevoll
Wenn ich dich sehe
Füllst du mein Herz zum Rand mit Liebe voll.“

Jetzt mal ehrlich, Xavier Naidoo, geht’s noch? Ist ja nicht der erste schwülstige Text aus Ihrer Feder, aber meine Fresse, damit hätte sich ja selbst Christopher Tietjens (Die verlinkte Serie "Parade's End" sollte man sich übrigens unbedingt ansehen!) im aristokratischen Englands in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg lächerlich gemacht. Street credibility gibt es dafür dann wohl nicht, oder? Oder ist das Ganze Teil der Strategie, sich eine neue Zielgruppe zu erschließen? Nur wer könnte das sein – Shakespeare-Anhänger vielleicht? Die werden wohl eher nicht darauf reinfallen. Aber ohne das überprüfen zu wollen, gehe ich mal davon aus, dass es genug Leute gibt, die das Lied "voll schön" finden und es kaufen, runterladen und so weiter und so fort. Ich schalte lieber das Radio aus, wenn das Lied läuft. Ist besser für meine Seele! 

Mittwoch, 19. Juni 2013

Beer Bands

Solo artists also possible, of course!

  • Beck'sstreet Boys
  • Hövels House Band
  • Thiers for Fears
  • Dave Grolsch
  • Das König tanzt
  • Mötley Früh
  • Foster's the People
  • Astra Kid (!)
  • Alex Amsteldam
  • Mikal Kronen
  • Kings of Sion
  • We Are Augustiner (mit Dank an Anne)
  • Eku and the Bunnymen (mit Dank an Katharina)
  • Erste Allgemeine Verunlicherung
  • Juliane Werdinger
  • Rex Gilde
  • Kilkenny G.
  • Sisters of Murphy's
  • Maroon 5,0
  • Bud Religion
  • Asian DAB Foundation
  • Duffy (alle mit Dank an Katharina und ihren Mann)
  • Bitbull


To beer continued... Contributions very welcome! 

Samstag, 8. Juni 2013

Nicht zu faßen!

Die Rechtschreibreform hat ja seinerzeit viele erbitterte Diskussionen ausgelöst – einige auch durchaus zu Recht, „Delfin“ sieht geschrieben einfach bescheuert und falsch aus. Was aber eine wirklich sinnvolle und zudem einfache Regelung ist: Die Unterscheidung zwischen „ß“ und „ss“. Das war ja früher, zumindest in meiner Erinnerung, schon manchmal etwas schwammig.

Heute ist das eigentlich ganz einfach. Auf einen kurz ausgesprochenen Vokal folgt „ss“, auf einen langen Vokal folgt „ß“. Eigennamen natürlich ausgenommen, ist doch klar. Einfach, oder? Ja denkste! Gefühlte 50% der deutschen Bevölkerung ignorieren das, wissen es nicht, kriegen es nicht hin oder was weiß ich. Da liest man weiterhin munter vom „Transfer-/Anzeigen-/Spielschluß“, „daß“ man das doch mal so oder so machen „müßte“, „"Kußmündern" und weiß Gott noch was. Andererseits aber auch so schlimme Verirrungen wie „Strasse“, „Füsse“ oder „Gruss“.

Kann man dem akustisch noch entgegen wirken, wenn man den Übeltätern das einfach mal, gemäß der einfachen Regel, laut vorliest, ist man beim Lesen machtlos. Kennt man die Person, die das verfasst hat, kann man es ja immerhin mal vorsichtig ansprechen. Was allerdings oft zum schlimmsten aller "Argumente" führt: "Das wurde früher immer so geschrieben, damals war das richtig und die Reform finde ich blöd - deshalb schreibe ich das auch weiterhin so!" Ja Mahlzeit! Früher brauchte man auch nur fünf Fahrstunden bis zum Führerschein, durfte halb besoffen Auto fahren und ein Bier kostete 50 Pfennig. Und besser war ja früher sowie so überhaupt alles! Das ist kein Argument, sondern Faulheit und Ignoranz. Es gibt auch Regeln, an die man sich guten Gewissens halten kann - diese gehört definitiv dazu! 

Donnerstag, 23. Mai 2013

Eher mau als wow

Von WowHD, ehemals CDWow, hatte ich schon öfter mal gehört und gelesen, das aber nie so richtig bewusst beachtet. Als dann Anfang März mal wieder ein CD-Kauf anstand – die neuen Alben von David Bowie und Johnny Marr wollten bestellt werden – schaute ich mich online um und stellte fest, dass beide Alben bei WowHD günstiger waren als überall sonst. Und zwar weitaus günstiger. Also habe ich sie kurzerhand dort bestellt.

Von einer Freundin, die dort schon öfter bestellt hatte, erfuhr ich, dass die Lieferzeit für CD-Sendungen schon mal zehn Tage bis zwei Wochen dauert, da die Lieferungen aus Hongkong kommen, was ich vorher nicht wusste. Hätte man ja auch leicht raus finden können, die Mühe habe ich mir aber zugegebenermaßen nicht gemacht. Ich fand es ohnehin nicht weiter tragisch; da das Bowie-Album eh erst deutlich nach der Bestellung veröffentlicht wurde und man Johnny Marr schon bei Spotify hören konnte, war das für mich akzeptabel. Und bei CD-Käufen in England muss man ja ähnlich lange warten.

Als dann allerdings schon vier Wochen ins Land gegangen waren, ohne dass ich auch nur irgendwas gehört, geschweige denn geliefert bekommen hatte, kam mir das doch komisch vor. Just an dem Tag, als ich eine Mail dorthin schreiben wollte, bekam ich von WowHD eine eben solche. Allerdings nicht mit einer Erklärung für die Verzögerung, sondern mit der Bitte, die gekauften Artikel zu bewerten! (Eine Standardabfrage nach genau einem Monat) Daraufhin antwortete ich natürlich prompt mit der Anmerkung, dass meine Bewertung momentan sehr schlecht ausfiele, da ich noch nichts bekommen hatte. Witzigerweise war dann zwei Tage später zumindest das Bowie-Album in der Post. Von Johnny Marr aber weiterhin keine Spur. Nach einer erneuten Anfrage wurde mir dann angeboten, einen Gutschein zu bekommen oder das Album erneut zu verschicken. Natürlich wählte ich letztere Variante, schließlich wollte ich die CD ja haben. Nach weiteren drei Wochen und insgesamt zwei Monaten Wartezeit nach der ersten Versandbestätigung kam auch diese Sendung tatsächlich bei mir an.


Mein Fazit: Trotz wirklich guter Preise hat mich das Ganze nicht wirklich überzeugt. Das schaffte nur der wirklich freundliche und prompte Kundenservice per Mail – habe ich selten erlebt, dass so schnell und nett auf Beschwerden und Fragen reagiert wurde. In Zukunft werde ich aber wohl trotzdem lieber wieder etwas mehr investieren und Tonträger aus europäischen Quellen beziehen. Gerade in England gibt es da ja einige gute Alternativen zum altbekannten Online-Großhändler. Denn auch wenn es nicht sein muss, dass die CD am nächsten Tag im Briefkasten ist - vier oder sogar acht Wochen sind definitiv zu lang! 

Dienstag, 14. Mai 2013

Zitat des Tages, Folge 12 - David Bowie und schlotzige Leberwurstbrote in Berlin

Zu Plattenkritiken hab ich ja ein eher gespaltenes Verhältnis - sind oft unterhaltsam zu lesen, aber meistens bin ich anderer Meinung. Manchmal auch der gleichen, aber das soll hier auch keine Rolle spielen, denn heute las ich einen so herrlichen Abschnitt in der Rubrik "Abgehört" bei Spiegel Online, den ich selbst gut fände, wenn ich die restliche Rezension abgelehnt hätte. Hab ich aber nicht, bin größtenteils der gleichen Meinung wie der Autor. Umso lieber teile ich also diese herrlichen Sätze über David Bowie und seinen Aufenthalt in Berlin, "versüßt" von Leberwurst, courtesy of Arne Willander:

"Der bewährte Produzent Tony Visconti arbeitete mit David Bowie in den Hansa-Studios, 200 Meter von der Mauer entfernt. Morgens schmierte eine emsige Assistentin schlotzige Leberwurstbrote für den dünnen Musiker, er soll ganz wild nach ihnen gewesen sein. Bowie stand also unter dem Einfluss deutscher Wurst - und der deutschen Bands Neu! und Kraftwerk, damals die Avantgarde der Popmusik." 




Freitag, 10. Mai 2013

Art Brut - Top Of The Pops

The fabulous band Art Brut celebrates its 10th anniversary this year. They have released a Best of album called „Top of the pops“, obviously, and are on tour to celebrate this. I was one of the lucky people to be at the tour‘s opening show in Cologne last Friday.

Around that show, which was once again excellent, I came to think about why I like Art Brut so much. And many reasons came to mind. Well, obviously because of their great music and Eddie Argos‘ great lyrics. They don’t take themselves too seriously and seem to enjoy themselves tremendously, but at the same time they care more about their music and their fans than probably most other bands do. Quote Eddie Argos: „I like talking about pop music more than I like kissing.“ 

They also are an amazing live act. I rarely can think of another band where you almost have a guaranteed good time at the show – and that’s even when Jasper Future plays until his finger starts bleeding. During the Cologne show, They more or less scrap their setlist and play songs randomly shouted on stage by the crowd - what other band would do that? Makes you want to rock out, just like Modern Art! And Eddie Argos is a really brilliant entertainer, telling stories between, or also in the middle of, songs and giving the people a good time.

Their Best of album is not just a lifeless compilation of singles. You get the feeling that the tracks were put together with much thought. This is underlined by the sleeve notes that Eddie Argos has delivered to every single track on the double CD. The second CD contains, amongst others, some „bootlegs and b-sides“, as it goes in „My little brother“ and is, in contrast to similar CDs from other bands, very entertaining.

The band is one of the most, if not the most, likeable band I have ever come across. Not only on stage, but also before and after the show. You can have a chat with them, drink with them and they have a great taste of music – not only because they always have good support bands on tour with them.

And also: what other bands sells great t-shirts for a mere €15? That is a real bargain in many ways, especially if you look at other band t-shirt prices (And, Eddie, that’s just two Euros more than going to theVan Gogh Museum, right?). Even more so when you consider that I could choose between a free comic and a poster as an extra give-away (I chose the poster - I also have a t-shirt with that motif). 
Besides the "usual" merchandise, you can also buy hand made and numbered paintings by Eddie Argos. They refer to songs or lyrics from the band, which is a great idea in my opinion. I once bought one, too, although not after a show but via his blog

So, without sucking up to them, I really enjoy their work and hope I can do so for quite some time in the future - even if they are, by their own standards, a "classic rock band" now! I can vividly remember dancing to their first songs ten years ago and hope to still dance to their songs when I'm grey and old. Other bands went and other bands came, I'll still remember my old flame... 


Dienstag, 23. April 2013

Manche Dinge muss man einfach kaufen

auch wenn es dazu eigentlich keinen Anlass gibt. Das gilt besonders für dieses Schätzchen hier:


Zur Erklärung für die jüngeren Leser, falls vorhanden: Das ist eine Musikkassette. Sowas hatte man mal, bevor sich die CD flächendeckend durchgesetzt hat. CD ist noch bekannt, oder? 
Nun, auch in diesem Haushalt befindet sich kein Gerät mehr, um die Kassette abzuspielen. Oder doch, das stimmt nicht ganz - es gibt eins, aber das steht unangeschlossen im Schrank. Ist auch egal, für einen lumpigen Euro bei ebay entdeckt und erworben ist das sowieso eher etwas, das ich mir ins Regal stelle - aus der Reihe "Brauch ich nicht, will ich aber trotzdem haben". 

Aus der gleichen Reihe stammt auch diese CD-Single, die ich zufällig im Shop des großartigen Labels Fortuna Pop! entdeckte und für einen kleinen Preis einfach kaufen musste: 


Mal ehrlich, bei diesem unfassbar großartigen Songtitel (unten im Bild, falls das unklar sein sollte!) blieb mir doch auch gar nichts anderes übrig, oder? Und das Schöne ist ja, hinter diesem Juwel verbirgt sich auch noch gute Musik, was zwar aufgrund des Labels zu erwarten, aber eben auch nicht selbstverständlich war. Man sollte einfach öfter Musik kaufen, nur weil man den Band-/Album- oder Songnamen gut findet. Habe ich bisher ein paar Mal gemacht und bin nie enttäuscht worden. Bisher hatte ich allerdings auch immer Glück und bin z.B. nie an eine finnische Viking Metal Band oder ähnliches geraten... 

Sonntag, 14. April 2013

Ein früher Höhepunkt am Freitagabend


Und bitte keine dummen Gedanken jetzt – es geht nicht um das, woran Sie jetzt denken, Ladies and Gentlemen!

Es gibt ja so Konzerte, bei denen es im Vorfeld zwei Möglichkeiten gibt: Es wird entweder richtig gut oder eine Katastrophe. Das waren die Vorzeichen für den Gig von The Computers im FZW. Die aktuellen Auskopplungen aus dem neuen Album finde ich sensationell – die älteren Sachen allerdings eher schlimm. Und auch wenn die Website des FZW von einem Stilwandel (hin zu den Sachen, die mir gefallen) schrieb, man kann ja nie wissen…

Nachdem die Vorband Supermutant mein Interesse leider so überhaupt nicht wecken können, steigt also die Spannung. Gegen 21.30 Uhr betreten dann The Computers die Bühne, ganz schick in dunkelroten Anzügen und mit prächtigen Haartollen (die allerdings schnell in ihre Bestandteile zerfallen). Wie zum Kontrast rotzen Sänger und Gitarrist gleich mal kräftig auf und vor die Bühne – ein Schauspiel, das sich durch die gesamte Show zieht und zwar mit einer Frequenz, auf die jeder Profifußballer stolz wäre. Passt aber irgendwie auch ein bisschen, denn „rotzig“ beschreibt die Musik eigentlich sehr gut. Rockabilly, Punk, Rock’n’Roll, gewürzt mit einer sehr guten Prise Showbiz, die der Sänger an den Tag legt. Der springt gleich mehrmals mit oder ohne Gitarre ins Publikum, tanzt mit einigen Besuchern, klettert hinten auf die Bar bzw. die Absperrung sowie auf das Piano und steht auch sonst selten länger als drei Sekunden an derselben Stelle. Die Show ist schnell und intensiv, aber trotzdem bleibt immer wieder auch Zeit für eine Ansage ans Publikum: „It’s Friday night, Ladies and Gentlemen, so are you here for a good time or not? It not, I could perfectly understand – I’m a miserable cunt. But if you are, now is the time to dance!“ Auf der hinteren Absperrung stehend, quasi aus der Tiefe des Raums, wird der Moshpit dirigiert („Don’t hit each other, just dance!“). Nach gefühlt zehn Minuten – in Wirklichkeit waren es wohl ca. 40 – wird das Ende mit folgendem Satz eingeläutet (und hier kommt der Link zur Überschrift) „Ladies and Gentlemen, I’m sorry your Friday evening has peaked so early.“ Wohl wahr, aber kein Grund sich zu entschuldigen, zumal die Zugabe noch einmal ordentlich reinhaut und das Publikum verschwitzt und glücklich zurück lässt.

Während wenige Kilometer weiter Hunderte von Teenagern nah an der Verzweiflung waren und bieberten (ich konnte diesem Wortspiel einfach nicht widerstehen…), ob sie für schlappe 170 Euro und mehr einen kanadischen Jüngling überhaupt zu Gesicht bekommen würden (was mit der geringfügigen Verspätung von 2,5, Stunden ja doch noch geschah), haben wir uns für weniger als 15 Euro köstlich amüsiert. Exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis! 

Samstag, 30. März 2013

50 Jahre Bundesliga

Die Bundesliga feiert in dieser Saison ihr 50-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass hat Ben Redelings nicht nur ein tolles Buch bzw. Jubiläumsalbum mit den besten Anekdoten, Geschichten und Sprüchen herausgebracht - dazu gibt es auch noch eine Tour durch Deutschland, bei der daraus gelesen wird. Nachdem wir bereits im letzten Sommer bei einem "WarmUp" für seine Tour waren, wollten wir uns auch das "Finale" der Tour am Gründonnerstag in Dortmund nicht entgehen lassen. Und wo könnte diese Tour besser beschlossen werden (wobei, ein paar wenige Termine danach gibt es dann doch noch) als im Goldsaal der Dortmunder Westfalenhallen. Denn dort wurde schließlich die Gründung der Bundesliga seinerzeit beschlossen.


Für diesen besonderen Abend hatte sich Ben Redelings Verstärkung geholt, und zwar von Kommentatoren-Urgestein Manni Breuckmann und Willi "Ente" Lippens. Zwei begnadete Anekdoten-Erzähler, vor allem die Ente. Man hatte den Eindruck, dass er den Abend auch locker alleine hätte bestreiten können, wenn man ihm alle paar Minuten ein Stichwort hingeworfen hätte. Da hatte es selbst Breuckmann, der ja auch nicht auf den Mund gefallen ist, manchmal schwer, dazwischen zu kommen. Wobei es natürlich zu 99% sehr lustig war, was Lippens wort- und gestenreich zu erzählen hatte, so ist es ja nicht. Zum Beispiel, wie er Trainer zur Verzweiflung (und sogar zum Rauswurf) getrieben hat, oder wie er sich während des Spiels mit Gegner und Schiedsrichtern gekabbelt hat. Und es entstand ja auch trotzdem oft ein sehr amüsanter Schlagabtausch zwischen den drei Protagonisten, wobei es ein wenig schade war, dass Redelings dabei manchmal ein bisschen kurz gekommen ist, weil von links oder rechts schon wieder etwas Neues eingeworfen wurde.
Von links nach rechts: Breuckmann, Redelings, Lippens. Rundherum: der, schön formuliert, altehrwürdige Goldsaal

Dennoch - oder gerade deshalb?- war es ein sehr kurzweiliger Abend mit vielen witzigen Anekdoten aus dem Fußball, und zwar nicht von außen betrachtet, sondern eben auch von Insidern auf und neben dem Rasen erzählt. Geschichten, die man als Fan vielleicht sonst nicht erfahren würde. Garniert natürlich mit jeder Menge Stilblüten, die Spieler, Trainer, Funktionäre und Reporter im Laufe der Zeit so von sich gegeben haben. Alles in allem war das also ein sehr schöner Abend mit dem Fazit: Früher war der Fußball anders, aber nicht unbedingt alles war besser. Denn, Zitat Ente Lippens: "Heute gibbet doch viel mehr Moos!" In diesem Sinne sag ich nur ein Wort: Vielen Dank! 

Montag, 18. März 2013

Der richtige Ton


Es gibt ja so Dinge, da weiß man einfach: Das wird gut, da kann ich mich drauf verlassen. Jetzt nicht so in dem langweiligen Sinne, sondern man freut sich einfach jedes Mal aufs Neue und völlig zu Recht darauf.
So war das bei der Musik von Superpunk. Sowohl auf Platte als auch live konnte man, also ich, da nichts falsch machen, denn diese Band traf und trifft es einfach genau. Texte über vermeintlich banale und normale Themen („Fußball, Mode, Musik – das Übliche halt“, Zitat Carsten Friedrichs) gepaart mit herrlichem Rock’n’Roll mit Pop- und Souleinschlägen, unverkrampft und unterhaltsam. Ich habe nie verstanden, warum Superpunk nicht „größer“ rausgekommen sind.

Umso treuer aber die Fangemeinde, selbst wenn es die Band gar nicht mehr gibt. Seit letztem Jahr gibt es aber Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen, wenn man so will eine Nachfolgeband, denn Sänger Carsten Friedrichs und Bassist Tim Jürgens sind mit von der Partie, und die Songs, weiterhin aus Friedrichs Feder, erinnern daher natürlich stark an Superpunk. Dank Saxophonist und Gitarrist Philipp Morton Andernach klingt das ganze vielleicht noch einen Schuss mehr nach Soul. Im Publikum im Essener Grend konnte man am Samstagabend einige Leute entdecken, die im letzten Jahr auch bei der Superpunk-Abschiedstour in der Zeche Carl dabei waren, und die natürlich auch bei der Liga auf ihre Kosten kommen. So wie wir auch. Gewohnt sympathisch und mit amüsanten Ansagen zwischendurch spielte sich die Band nahezu komplett durch ihr Debütalbum, streute eine hervorragende Coverversion von Bernd Begemanns Hit „Viel zu glücklich (um es lange zu bleiben)“ ein und spielte als Zugabe auch zwei Superpunk-Gassenhauer – interessanterweise ohne Tim Jürgens. Ob er keine Lust mehr auf die „alten“ Stücke hat? Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass das fantastische Stück „In der Bibliothek“ – allein auf die Idee zu kommen, einen Rock’n’Roll-Song über Leihbüchereien zu schreiben ist doch wohl genial – dabei war. Genau das sind die kleinen Themen, aus denen große Songs entstehen, wie auch mein Lieblingstrack vom Debütalbum, „Meine Jeans“. In dem besingt Carsten Friedrichs, oh Wunder, seine Lieblingsjeans. Zitat: „Ich dachte mir, es sei eine gute Idee, mal ein Lied über meine Lieblingshose zu schreiben.“ Und ob das eine gute Idee war! Der Mann – und seine Band – trifft eben einfach so gut wie immer den richtigen Ton.

Den haben im Grend leider einige der Konzertbesucher nicht getroffen. Man sollte ja meinen, dass ein älteres, gesetzteres Publikum (mit knapp über 30 zählte ich sicherlich zu den Jüngsten) den Künstlern etwas mehr Respekt, sprich Ruhe, entgegen bringt. Weit gefehlt. Lautstarke „Unterhaltungen“ im Brüllton sowie unsinnige und vor allem in der Vielzahl nervende Zwischenrufe waren leider an der Tagesordnung. So wissen wir jetzt, dass man in Essen Düsseldorf Scheiße findet, Schalke Tod und Hass wünscht und der HSV, Friedrichs Lieblingsklub, auch doof ist. Die Essener scheinen nicht viele Freunde zu haben… Aber immerhin bei der Zuneigung zur Liga, die sich davon zum Glück nie aus der Ruhe bringen ließ, waren sich die Anwesenden alle einig. 

Man hat überhaupt das Gefühl, dass nur wenig sie aus der Ruhe bringen kann. Auch nicht, dass einige Fans beim anschließenden Merchandise-Kauf aber wirklich ganz genau wissen wollten, welcher Artikel warum wie viel kostet und was es denn damit auf sich hat. Also schnell noch lächelnd eine Pappe mit Preisen bemalt, alles ganz freundlich erklärt und auch diese etwas anstrengenden Zeitgenossen waren zufrieden. Und gerade als Keyboarder Gunther Buskies anmerkte, dass den T-Shirts viel zu wenig Beachtung geschenkt würde, schritt ich zur Tat – und kaufte eins, als Erinnerung an einen schönen Abend und eine tolle Band. Bitte bald wiederkommen, denn "diese Band ist so genial": 



Freitag, 15. März 2013

Wenn einer eine Reise tut


… dann kann er was erleben, heißt es im Sprichwort. Stimmt, kann ich bestätigen. Wobei in diesem Fall die fünfstündige Autofahrt nach Frankfurt auf dem Hinweg noch nicht einmal das Kuriose ist, wenn man sich das begleitende Schneechaos dazu ansieht und bedenkt, dass manche Kollegen für eine 30km-Fahrt um die drei Stunden gebraucht haben. Nein, wirklich spannend war die Rückfahrt aus Frankfurt nach Dortmund mit der Bahn.

Nun bin ich ganz bestimmt nicht einer von denen, die fortwährend auf die Bahn schimpfen. Eigentlich fahre ich nämlich gerne Bahn und habe bis auf wenige Ausnahmen auch keine allzu schlechten Erfahrungen mit ihr gemacht. Kommt vielleicht auch daher, dass ich nur Gelegenheitskunde bin… Am Mittwoch ging es sogar schon vor der eigentlichen Bahnfahrt los – nach Messeschluss strömten die Besucher, welch Wunder, zur S-Bahn-Station der Frankfurter Messe. Was am Tag zuvor noch problemlos vonstatten ging, wurde nun dadurch verkompliziert, dass sich Ordner (von der Messe sowie von DB Sicherheit) an den Treppen positionierten und die Leute nur häppchenweise zum Gleis ließen. Dabei führten sie sich auf wie wild gewordene Knastwärter („wenn Sie nicht aufhören zu drängeln, machen wir die Station komplett dicht“ – das hätte ich übrigens gerne mal sehen wollen! Und es wurde auch nicht besonders gedrängelt.). Ich fragte mich jedenfalls, welche Menschenmassen wohl schon unten am Gleis warteten. Als ich dann aber nach einiger Zeit schließlich selbst runter durfte und in die S-Bahn einstieg, war diese so leer, dass man darin einen Tanzkurs hätte durchführen können. Eigenartiges Konzept…

Die nächste Etappe ging dann vom Frankfurter Hauptbahnhof zum Fernbahnhof am Flughafen Frankfurt. Die Bahn-App (meiner Meinung nach mit das Beste, das die Bahn jemals angestellt hat) kündigte an, dass sowohl dieser als auch der anschließende Zug pünktlich seien. Angesichts der zahlreichen Verspätungsdurchsagen freute mich das sehr. Ich stieg also pünktlich in den ICE ein, der natürlich nicht in der angezeigten Wagenreihenfolge einfuhr, sondern umgekehrt – nur fuhr dieser dann nicht los. Die 13 Minuten Umsteigezeit verronnen langsam aber sicher, ohne dass man erfuhr, warum. Schließlich fuhr der Zug genau so los, dass wir theoretisch genau dann am Flughafen ankämen, wenn der andere Zug abfuhr. Ob aber die Anschlüsse erreicht würden, sei noch nicht sicher, so die Durchsage. Na toll… Ich stellte mich sicherheitshalber schon Minuten vor der Ankunft an die Tür – was ich eigentlich hasse –, um sofort zum anderen Zug rennen zu können, der, wie man uns inzwischen mitgeteilt hatte, dort warten würde. Also flugs aus dem Zug gesprungen - aber der andere war doch noch nicht da. Naja, ist ja auch nicht schlimm. Konnte man noch schnell auf die Wagenreihenfolge schauen und sich dementsprechend hinstellen. Aber warum eigentlich? Wer hängt diese Poster eigentlich auf, was sind das für Menschen? Das stimmt doch nie! Also schnell am ganzen Zug entlang gelaufen, Platz gefunden, fertig. Kaum drin, kam die Ansage, dass man da und da nicht schneller als 100 Km/h fahren darf, von daher "sammeln wir bestimmt nochmal 20 Minuten Verspätung auf oder so". Ach, ich muss ja nicht mehr umsteigen, dachte ich noch. Kurz vor Köln stellte sich das aber als Unwahrheit heraus, denn wie beiläufig ertönte die Durchsage, dass dieser Zug nicht mehr weiterfahren dürfe - alle Fahrgäste müssten aussteigen. Es würde ein Ersatzzug am gleichen Gleis bereitgestellt. Natürlich dauerte das auch wieder eine Viertelstunde, die man einigermaßen ratlos am Bahnsteig verbrachte. Der Ersatzzug fuhr dann gefühlt in Zeitlupe gen Dortmund. Zwischendurch so nette Durchsagen wie "Passengers to Münster get out here now" - nett, nicht wahr? Eine knappe Stunde (kam einem während dessen aber viel länger vor) später als geplant dann schließlich Ankunft in Dortmund, wo beim Aussteigen schon ein Zugbegleiter neben dem Zug kniete und mit einer Taschenlampe darunter leuchtete. Gut, dass ich nicht mehr weiterfahren musste - ob der Zug wohl heil in Hannover angekommen ist? Man weiß es nicht, denn was mir am meisten bei der ganzen Sache auf die Nerven ging: Man erfuhr nie, warum irgendwas passierte. Verspätung, Zugwechsel, das alles wurde nie begründet und machte manchmal den Anschein, als hätten die Verantwortlichen direkt Spaß daran. War ja vielleicht auch so. Dann sollte ich mich vielleicht auch mal bei der Bahn bewerben, wenn das da so lustig ist. Zur Arbeit fahre ich aber weiterhin mit dem Auto...