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Montag, 5. März 2012

Guck' nicht so böse!

Am Wochenende ist mir mal wieder ein gesellschaftliches Phänomen unangenehm aufgefallen, das mir schon lange auf die Nerven geht. Auf dem Weg zur Bahn folgende Szene: einige Meter vor uns gingen eine junge und eine alte Frau aneinander vorbei. Die alte Frau blieb, kaum dass sie einander passierten, stehen, drehte sich mit ihrem ganzen Körper langsam um und starrte der jungen Frau so hasserfüllt und angewidert hinterher, als wäre diese nackt und mit einem Plakat in der Hand an ihr vorbeigegangen, auf dem zu lesen stand "Tötet alle über 60, und zwar langsam und qualvoll!". Dabei war sie vollständig und normal bekleidet und schob ihr Fahrrad über den Bürgersteig.

Aufgefallen sind mir solche oder ähnliche Szenen also schon öfter, auch als selbst Angestarrter. Warum ist das so? Warum wird man angestarrt wie der Teufel persönlich, wenn man hinter (manchen) älteren Mitmenschen arglos seine Sachen auf das Band an der Supermarktkasse legt? Wenn man ihnen in der Straßenbahn gegenüber sitzt? Oder an ihnen vorbeigeht? Ich will ihnen doch nix Böses, und 99,8% der anderen Leute wahrscheinlich auch nicht. Wirken "junge Leute" ab einem gewissen Alter des Betrachters vielleicht per sé potenziell gefährlich und/oder böse? Ich weiß es nicht, aber diese Blicke finde ich ganz fürchterlich. Hoffentlich glotze ich in vierzig Jahren die dann jungen Menschen nicht auch so schlimm an. Glaub ich aber nicht. Muss ja auch coole Rentner geben...

Mittwoch, 23. November 2011

Warum man öfter sein Handy aus- und einschalten sollte

Ich kann mir gut Zahlen merken. Geburtstage vergesse ich so gut wie nie – selbst die zwei, drei Geburtstage, bei denen es mir aus unbekanntem Grund immer schwerfiel, das exakte Datum zu behalten, habe ich mittlerweile perfekt im Kopf. War ja auch peinlich genug, da es sich um enge Freunde handelt. Telefonnummern kann ich auch ganz gut im Kopf behalten. Wobei das ja heute kaum noch notwendig ist. Und meine PIN-Nummern kann ich im Schlaf aufsagen.

Dachte ich.

Bis ich heute mein Handy ausschaltete, weil es ein bisschen rumzickte. Ein Neustart könnte helfen, dachte ich. Hilft ja beim PC auch oft. Und ich bin jemand, der sein Handy so gut wie nie ausschaltet. Nachts ist es lautlos gestellt, morgens dient es als Wecker. Im Flugzeug sitze ich auch nicht so oft (bald aber wieder, aber das ist eine andere Geschichte), also gibt’s eigentlich auch keinen Grund. Bis heute. Beim Wiedereinschalten war ich mir auf einmal gar nicht mehr sicher, wie denn die PIN wohl lautet, hatte aber so einen Verdacht. Der war falsch. Dann fiel mir noch eine weitere Kombination ein – auch falsch. Daraufhin machte ich das Handy wieder aus, ich wollte keinen dritten Fehlversuch riskieren. Nach einigen Minuten durchfuhr es mich. Natürlich! So geht die PIN! Handy wieder an, PIN eintippen – falsch. Also musste es schlussendlich PUK richten. War glücklicherweise schnell gefunden in den Tiefen der Unterlagen. Und wenn man dabei mal daneben liegt: halb so wild, man hat zehn Versuche…  

Montag, 17. Oktober 2011

Intelligente Autos


Moderne Autos sind ja mit allerhand Systemen ausgestattet, die ein „intelligentes“ Auto versprechen, z.B. Bremsassistenten, Einparkhilfen, Rückfahrsensoren etc. 

Mein Auto ist nicht gerade modern – Erstzulassung 1997 – aber auf eine sonderbare Art trotzdem intelligent: es weiß, wann ich Geld habe. Wie sonst ist es zu erklären, dass immer dann, wenn sich auf dem Konto mal ein kleines bisschen Geld gesammelt hat – Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, oder wie in diesem Falle die Rückzahlung der Kaution meiner alten Wohnung – das Auto nach einem ausgiebigen Werkstattbesuch schreit? Sicher, auf neue Winterreifen war ich vorbereitet. Und den neuen Bremssatz hab ich auch kommen sehen. Aber als ob das nicht schon teuer genug wäre, findet sich auch noch eine undichte Stelle in der Beifahrertür. Folge: Der Fußraum auf dieser Seite wurde zum Sumpf. Außerdem spielt der Thermostat für den erst vor einigen Monaten ausgetauschten Kühler verrückt und führt sich auf wie ein Metronom, statt still in sich zu ruhen. Dass der rechte Außenspiegel bei dieser Generalüberholung gleich auch noch wieder befestigt wurde, weil er seit einigen Wochen bedenklich wackelte, spielt dann auch nur noch am Rande eine Rolle. 

Bleibt nur zu hoffen, dass sich das Auto jetzt mal über einen längeren Zeitraum zu benehmen weiß. Im nächsten Sommer steht der TÜV an, passend zum Urlaubsgeld. Nur das Weihnachtsgeld, das möchte ich in diesem Jahr gerne einmal behalten…

Freitag, 5. August 2011

Schönes aus dem Google-Übersetzer

Als Fußballfan schaue ich (natürlich) regelmäßig in die Gerüchteküche von transfermarkt.de, um zu wissen, wann Lionel Messi denn endlich beim KSC spielen wird. Oder so ähnlich. Jedenfalls zeigt sich dort erfreulicherweise immer mal wieder, warum der Beruf des Übersetzers in naher Zukunft nicht von Computerprogrammen übernommen wird. Zwei besonders herrliche Beispiele habe ich hier mal rausgesucht - es handelt sich wohlgemerkt um Meldungen zu möglichen Transfers von Fußballprofis...

Nr. 1 betrifft Dynamo Dresden:
"In Deutschland wird weiterhin seine Laufbahn bei John Smith. Die griechische ace, die von den Olympischen freigegeben wurde vereinbart, alle Dresden-Team spielt in Tsvaiteligka (zweite Kategorie von Deutschland).

Schritt außerhalb hat John Papadopoulso. Ehemalige Olympia-Ass schüttelten sich die Hände mit dem Dresden und wird seine Karriere in Deutschland fortsetzen. Der Dynamo Dresden gefördert in dieser Saison zur zweiten Gruppe und nach den ersten beiden Rennen hat einen Abschluss (ein Unentschieden und eine Niederlage)."
(Quelle: http://www.transfermarkt.de/de/g-papadopoulos-zu-dynamo-dresden/topic/ansicht_154_985671_seite1.html)


Nr. 2 betrifft Werder Bremen: "Werder Bremen nicht nur auf der Suche nach einem defensiven Mittelfeldspieler, aber "verbrannt" zu erwerben.

Auf diese Argumentation Mann, der Pulver mit der deutschen Gruppe schlug Gregory Mako und warten, bis weitere Reaktion.
AEK in einen Vorschlag für 1,5 Millionen
Euro würde nicht nein sagen, während der Spieler wirft den Deckel auf der Außenseite."
(Quelle: http://www.transfermarkt.de/de/grigoris-makos-zu-werder-bremen/topic/ansicht_154_985648_seite1.html)

Mit Deckeln auf der Außenseite werfen? Wenn das mal nicht zu vermehrten roten Karten führt...

Sonntag, 31. Juli 2011

Kuriose Anweisungen

Aus der Reihe "Kuriose Anweisungen beim Arzt, die auch Kiffern gefallen dürften":

"Atmen Sie gleichmäßig ein und aus, bis die Tüte leer ist!"

Sonntag, 3. Juli 2011

Wie man (endgültig) den Spaß an eBay verlieren kann

Früher war ja alles besser. Nein, natürlich nicht. eBay allerdings war früher wirklich toller. Bis vor einigen Jahren war es noch der ursprüngliche "virtuelle Flohmarkt", wo Privatpersonen meistens gebrauchte - oder eben neue, ungebrauchte - Sachen versteigert haben. Da konnte man tolle Schnäppchen machen und obskure Sachen kaufen und verkaufen. Unvergessen, wie ich für einmal für einen Notizblock und eine Zettelbox jeweils ca. 10 Euro bekam. Von einer Frau, die sowas eben sammelt. Heute dagegen unterscheidet sich eBay kaum noch von anderen Internet-Versandhändlern, da gefühlte 90% der Verkäufer professionelle Händler sind.

Allein dadurch hat eBay für mich viel Charme verloren. Aber ein Erlebnis vor kurzem lässt mich nun wirklich überlegen, ob ich meinen Account dort vollständig stillegen soll.

Es begab sich so: ich habe eine Reihe von Sachen, die ich nicht (mehr) brauche, eingestellt. CDs, Schuhe, Kleidung. Insgesamt 10 Artikel, darunter ein schwarzes Cap von Hugo Boss (das ich mir natürlich nie gekauft habe, sondern das als Geschenk bei meinem Lieblingsduft dabei lag). Aber als Kaufartikel ist sowas bestimmt nicht billig. Ersteigert hat das gute Stück dann eine Frau aus Halle/Saale. (den eBay-Namen vermittle ich gerne auf Anfrage an diejenigen, die diese Frau dort vermeiden wollen.) An einem Sonntagabend lief die Auktion aus. Ich bekam die übliche Benachrichtigung, dass der Käufer das Geld bald überweisen wird. Montagabend war das Geld noch nicht auf dem Konto - ist ja nicht ungewöhnlich, das kann ja schonmal ein paar Tage dauern. Dienstag und Mittwoch war ich dann beruflich unterwegs und konnte nicht nachsehen. Am Mittwochmittag, also gut zweieinhalb Tage nach Auktionsende (!) kam dann die erste Mail über eBay mit dem Betreff "Wo ist mein Artikel?". Darin nur die normal formulierte Frage, wann der Artikel denn versendet würde. Da ich nur kurz vom Smartphone auf die Mails zugreifen konnte, nahm es nur verwundert zur Kenntnis. Abends, vor dem mehrstündigen Weg nach Hause, waren weitere fünf (!!) Mails mit dem selben Betreff da, die ich hier in chronologischer Reihenfolge zitieren möchte:

Mittwoch, 20:26h: Wo ist der Artikel?

Mittwoch, 20:27h: Wo bleibt der Artikel?


(als ob sich in dieser einen Minute etwas hätte ändern können...)

Mittwoch, 20:29h: Sollte ich bis morgen keine Antwort haben, werde ich Strafanzeige stellen.

Mittwoch, 20:33: Wo ist der Artikel?
ich werde versuchen deine Adresse rauszubekommen. Dann wirst du Bekanntschaft mit meinem Freund machen. Der freut sich schon auf dich!


(aha, je länger der Text wird, desto größer werden die Abstände zwischen den Mails...)

Mittwoch, 21:33: Ich werde nicht ruhe geben bevor ich nicht meinen Artikel bekommen habe.
Was ist das für einen Art und Weise, du hast bereits das Geld also warum verschicken Sie nicht den Artikel und warum antworten Sie nicht. Mein Freund ist stink sauer das sollte ein Geschenk werden.
ALSO WO IST MEIN ARTIKEL!


(bei soviel blinder Wut können auch schonmal die Anredeformen durcheinander geraten. Und VERSALIEN zur Verdeutlichung der Emprörung sind ja auch immer gut, VERDAMMT NOCHMAL!)

Ergänzend dazu: Das Geld ging am Dienstag auf meinem Konto ein. Am nächsten Tag mittags die erste Frage nach dem Artikel, abends dann die oben zitierte Parade der Beschimpungen und Bedrohungen. Wohlgemerkt reden wir von drei Tagen nach Auktionsschluss. Selbst Amazon liefert doch nicht so schnell. Ob "nadi.ne" wohl den Briefträger verprügelt (verprügeln lässt), wenn der mal ein Amazon-Paket nicht vier Stunden nach der Bestellung liefert?

Ich habe dann, höflicher als es angemessen gewesen wäre, geantwortet, dass der Artikel am nächsten Werktag verschickt werden würde und ich mir die Option offenhalte, mich bei eBay über diese Art des "Nachfragens" zu beschweren. Man will sich ja nicht selbst auf so ein Gossen-Niveau begeben... Auf die angedrohten Sanktionen - sowohl seitens eBay, wo sich die gute Frau auch schon über mich beschwert hatte (ob die Leute wohl angefangen haben zu kichern?), als auch alle anderen - warte ich übrigens (noch) vergeblich. Allerdings muss ich zugeben: bei einem Auktionspreis von 13,50€ finde ich den Gedanken, quer durch die Republik zu fahren, um mir was auf die Mütze (sic!) zu geben, doch schon einigermaßen amüsant!

Sonntag, 19. Juni 2011

Diese Woche bei real: Geschmacklosigkeiten

Im neuen real-Prospekt für nächste Woche werden u.a. "Fanartikel" zur Fußball-WM der Frauen angeboten. An sich ja wunderbar. Aber diese drei T-Shirts schießen echt den Vogel ab:



Falls man das Bild nicht so gut erkennen kann: auf dem oberen T-Shirt steht "Mission 3. Stern für die Venus", auf dem mittleren "Wir wollen den Trikottausch!" Na wunderbar. Geschmackloser geht es ja wirklich kaum. Da werden doch alle Stammtischparolen bedient, was?!

Samstag, 15. Januar 2011

Neulich beim Friseur

So ein Umzug beinhaltet ja immer auch, neue Sachen zu machen und neue Dienstleistungen auszuprobieren. Aktuelles Beispiel: neuen Friseur finden. Ich bin da ja nicht sonderlich anspruchsvoll, dafür aber, wenn ich mit dem Haarschnitt und Drumherum zufrieden bin, ein treuer Stammkunde. In dieser Hinsicht bevorzuge ich strikte Routine.

Nun gibt es in unserem Stadtteil einige Sachen wirklich in ausreichendem bis überlaufendem Maße: Apotheken, Optiker, Bäcker - und Friseure. Aber wenn man die Auswahl hat, entscheidet ja auch die Optik von außen ein bisschen. Daher in einen Laden gegangen, der recht einladend aussieht. Ist ja schonmal gut. Der Friseur selber sieht aus, als wäre er eigentlich Gitarrist bei den Foals und stünde nur hobbymäßig samstags auch noch an der Schere. Nach seinen ersten Worten weiß ich auch, dass er schwul ist (gild das eigentlich noch als Klischee oder ist das schon eine anerkannte Tautologie?), nach einigen weiteren Dialogminuten weiß ich auch: viele gemeinsame Schnittpunkte kommen da nicht zusammen. Wir plaudern über Dortmund, dass "sich macht" (schreckliche Redewendung, auch wenn sie zutrifft). Und dann sagt er: "Aber mir ist da zu viel Kultur. Alles ist momentan immer nur Kultur. Ich finde, die sollten jetzt auch mal was für Fun und Spaß machen." Äh, ja. Wer jetzt? Und was soll dabei genau rauskommen? Achterbahn in der Stadt? Hüpfburgen? Dance Parties in der Fußgängerzone? Freizeitpark? Mir fiel nicht viel dazu ein. Macht aber nix. Die Haare hat er gut geschnitten. Und ich freu mich auf die Lesung heute abend. Gut, dass es soviel Kultur gibt!

Donnerstag, 26. August 2010

56x Paprika

Heute war mal wieder Zeit für einen etwas größeren Einkauf. Der Wagen war also recht gut gefüllt, als ich ihn an die Kasse schob. Nachdem alles über den Scanner gezogen war, sagte die Dame an der Kasse: "82,73 Euro bitte." Routiniert reichte ich die EC-Karte rüber, die auch gleich im Gerät verschwand - und dann stutzte ich: hatte sie gerade 82 Euro gesagt??? Aber da wars auch schon zu spät, das Gerät hatte schon gebucht. Na, dachte ich, da muss ich aber mal genau auf den Kassenzettel schauen. Und im nächsten Moment sagte dann die Kassiererin: "Oh, ich sehe gerade, ich habe hier einen Fehler drin. Ich habe ihnen die Paprika anstatt zweimal gleich 56x gebucht. Das kann ich jetzt leider nicht mehr rückgängig machen, aber Sie können sich das bei meiner Kollegin an der Info wieder auszahlen lassen." Ich musste lachen. 56x drei Paprika, damit könnte man eine Großküche versorgen... Also gings direkt von der Kasse zur Info-Theke, wo ich mit der Nachricht gleich noch einmal für einen Lacher sorgte. Anstandslos kramte die Frau die immerhin gut 42 Euro aus der Kasse und reichte sie mir über die Theke. "Ach, und hier schenke ich Ihnen noch eine Tafel Schokolade als kleine Entschuldigung." Das wäre zwar gar nicht nötig gewesen, ich fands aber trotzdem sehr nett. Das nennt man freundliche Kundenbindung. Und ich hätte eigentlich nur eine Tafel kaufen müssen... ;-)

Dienstag, 24. August 2010

Heute gelernt

"Peanuts in Toffee" wird ins Deutsche übersetzt mit "Erdnüsse in Candy"... Sprachpuristen, versammelt eure Truppen!

Samstag, 24. April 2010

Haare schneiden mit Hänsel und Gretel

Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert. Dieser war recht simpel: morgens früh raus, schnell zum Haare schneiden flitzen, wieder ab ins Bett und noch ein bisschen schlafen. Hat soweit geklappt - trotz meiner eklatanten Samstagmorgen-Aufsteh-Schwäche - und wäre eigentlich auch gar nicht berichtens- oder gar bloggenswert (gibt es das Wort? Wenn nicht, habe ich es soeben erfunden. Tantiemen bitte ab sofort an mich.)

Hätte da nicht auf dem Frisierstuhl neben mir eine junge Mutter gesessen, die sich für den Besuch einer Hochzeit eine langwierige Frisur verpassen ließ. Sie hatte ihre schätzungsweise drei Jahre alte Tochter dabei, die nach einigen Minuten ein Märchenbuch anschleppte und die Mutter bat, ihr daraus vorzulesen. Das tat diese dann auch, was ich ja prinzipiell schonmal sehr schön finde und mein Menschenbild ein wenig positiver gestaltet hat. Und so kam ich (und alle weiteren Anwesenden) in den Genuss von Hänsel und Gretel. Wie sagte meine Frisörin so richtig: "Das ist mir aber schon lange nicht mehr vorgelesen worden". Da konnte ich nur lachend zustimmen. Ist das Märchen eigentlich tatsächlich so kurz, dass es in ca. drei Minuten vorgelesen ist? Oder war das eine Zusammenfassung der Highlights, wie ein Sportschau-Bericht eines Bundesligaspiels? Ich hatte es jedenfalls länger in Erinnerung - aber ist ja wie gesagt auch schon ganz schön lange her. Danach lernten wir noch anhand eines Gedichtes, das meiner Meinung nach selbst kleine Kinder für ziemlich bescheuert halten dürften, warum die Hasen lange Ohren haben. Als schließlich der gestiefelte Kater für den König auf Hasenjagd ging (bestehen da etwa Zusammenhänge, von denen wir nichts ahnen?), war ich fertig und fuhr mit meiner Zauberkutsche durch den Märchenwald nach Hause. Oder so ähnlich. Und wer weiß, vielleicht war ich bei der Geburt eines neuen Trends dabei? Nach Comedy im Waschsalon jetzt Märchenlesungen im Frisörsalon. Ich warte auf die ersten Szeneberichte aus den hippen Vierteln unserer Großstädte...

Sonntag, 14. März 2010

Brutal daneben

Der Duden (24. Auflage) gibt unter dem Eintrag "brutal" folgende Worte als Synonyme an: roh, gefühllos, gewalttätig, rücksichtslos.

Ob das all die Menschen im Hinterkopf haben, wenn sie davon sprechen, dass etwas "brutal gut/schwer/falsch/wichtig" ist oder war, wenn sie über ein gewonnenes oder verlorenes Fußballspiel, eine Entscheidung oder eine Aussage sprechen? Wohl kaum. Wenn etwas "brutal gut" war und man sich die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes vor Augen hält, hieße das, etwas wäre "gewalttätig gut" oder "roh gut". Letzteres trifft zumindest auf viele Obst- und Gemüsesorten zu, die roh sehr gut schmecken. Aber das hat z.B. Jürgen Klopp, der dieses in Mode geratene Wörtchen nur allzu oft verwendet, wohl selten im Kopf, wenn er das gerade beendete Spiel seiner Mannschaft analysiert oder darauf hinweist, wie "brutal wichtig" ein Sieg im nächsten Spiel wäre. Jedenfalls spielt der BVB selten übermäßig rücksichtslos oder gewalttätig.

Klopp ist beileibe nicht der einzige, der sich solch schräger Formulierungen bedient, nur fällt er mir gerade als konkretes Beispiel ein und bei ihm fällt es mir auch regelmäßig auf. Scheinbar ist es nicht mehr ausreichend, etwas als "sehr wichtig", "richtig gut" oder einfach auch nur als wichtig oder gut zu deklarieren - nein, es muss möglichst martialisch klingen. Und auf einmal ist alles brutal. Das ist nicht nur fragwürdig, sondern, um es brutal ehrlich (und hier passt es ausnahmsweise mal, denn ich meine es rücksichtslos ehrlich) zu sagen: es stinkt zum Himmel. Da möchte ich jedes Mal etwas kaputt schlagen, wenn das jemand sagt. Übrigens, "kaputt": noch so ein Wort, das überproportional oft und in fragwürdigen Zusammenhängen gebraucht wird. Kaputt gehen können Geräte, Maschinen, Autos. Dinge eben. Ein Mensch aber ist krank oder verletzt. Aber nicht kaputt, auch wenn uns die Bild und immer öfter auch andere, vermeintlich seriösere Medien uns das weismachen wollen mit Schlagzeilen wie: "Ribery schon wieder kaputt". Das einzige, was da kaputt ist, ist die Sprache. Und das finde ich einfach nur brutal.

Dienstag, 23. Februar 2010

Flaute

Mir ist aufgefallen: ich hab schon länger nix mehr gebloggt. Dann ist mir weiter aufgefallen: ich wüsste auch gerade gar nicht, worüber. Also nicht, dass ich nichts zu erzählen hätte. Das nun nicht. Aber es ist nichts, dass ich hier breittreten möchte. Blog-Flaute sozusagen. Darum nur folgendes:

- langsam wirds wirklich mal Zeit für Sommer (zumindest mal für Frühling)
- unsere Justizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger hätte gute Chancen, einen Dame-Edna-Lookalike-Contest zu gewinnen - Brille auf und dann gehts los!
- und zum Abschluss dieses merkwürdigen Beitrags noch ein grandioses Video aus der Zeit, als im Fernsehen noch geraucht wurde und pastellfarbene Anzüge offenbar ziemlich angesagt waren. Dafür macht Mr Waits aber ne herausragende Figur:

Donnerstag, 21. Januar 2010

Eat this!

Some days ago, I re-discovered this obscure, yet funny video of Andy Warhol. Just to assure you: that is art. Meant to be. Somehow. But don't get me wrong though: it's great. Watch this:

Dienstag, 22. Dezember 2009

Keine so gute Idee: Enteisen per Heizstrahler

Bei den Temperaturen der letzten Tage konnte am Auto schon so manches einfrieren. Eine besondere Methode dagegen hatte sich ein 71-jähriger Österreicher ausgedacht:

"Ganz so warm sollte es wohl nicht werden: Ein Rentner hat im österreichischen Kärnten sein Auto mit einem Heizstrahler enteist. Das funktionierte besser und schneller als erwartet - der Tank detonierte, das Fahrzeug brannte komplett aus.

Wien - Der 71-Jährige Mann hatte am Montagmittag in Klagenfurt festgestellt, dass der Kühler seines Autos eingefroren war. Daraufhin stellte er einen Heizstrahler vor den Wagen in der Garage und ging zum Essen, berichtete der Sender ORF am Dienstag.

Eine gewaltige Explosion unterbrach das Mittagsmahl des Pensionärs, als sich die stark erhitzten Benzingase entzündeten und das Auto in die Luft flog. Wagen und Garage brannten völlig aus. 40 Feuerwehrleute löschten den Brand, auch das Haus wurde nach ORF-Angaben stark beschädigt."

hil/dpa

(gefunden bei Spiegel Online: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,668574,00.html)


Schon bemerkenswert abgebrüht, erstmal essen zu gehen, nachdem man den Heizstrahler direkt vors Auto gestellt hat...

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Wenn Würde ein Fremdwort zu sein scheint

Soeben stolpere ich über diesen Artikel auf der Website des presseähnlichen Produkts mit den vier Buchstaben, das sich zurecht nicht mehr Zeitung nennen darf.

http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/stuttgart/2009/12/17/wegen-jens-lehmann/verliert-zocker-6360-euro-bei-einer-wette.html

Falls der Link nicht (mehr) funktionieren sollte, hier die Kerninformationen nochmal schnell zusammengefasst:

Ein Mensch namens Carmelo B. hat bei einem Wettanbieter (der natürlich im Artikel genannt wird - wunderbar, wie die strikte Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung eingehalten wird...) einen Tipp "3 aus 4" abgegeben. "Bei einem 1:0 für Stuttgart hätte er sogar alle vier richtig gehabt." Hört hört. Dann kam aber der böse, böse Jens Lehmann. Wir alle wissen ja, was passierte. Lehmann tritt Bancé auf den Fuß, dieser windet sich, als ob ihn jemand mit der Schrotflinte angeschossen hätte, Lehmann fliegt, Elfmeter für Mainz, 1:1, Nachspiel nach dem Spiel und alle zerreißen sich über Lehmann das Maul. Und jetzt erfahren wir auch noch das schreckliche Schicksal von Carmelo B.: "So hatte ich drei Ergebnisse richtig und bekam nur 704,43 Euro. Lehmann hat mir alles kaputt gemacht." (bei vier richtigen wären es 7065,10 Euro gewesen)

Soso, "nur" 704,43 Euro. Über so einen Betrag würd ich mich ja eher scheckig freuen. Fragt sich, wie viel Geld der gute Mann wohl eingesetzt hat, dass er zu der Aussage kommt, Lehmann hätte ihm "alles kaputt gemacht". Kann ihm mal jemand ein Taschentuch reichen? Und mir bitte auch, bei so einem Schicksalsschlag kommen mir gleich die Tränen.

Fragt sich auch, wie diese Story zustande gekommen ist. Hat Carmelo B. bei der Bild angerufen und sich den Frust von der Seele geredet? Oder kannte ein Redakteur ihn zufällig, hat die Geschichte bei einem Bier erzählt bekommen und gedacht: "So, da machen wir jetzt ne Geschichte raus, den Lehmann kann ich eh nicht leiden"? Und auch wenn die Hemmschwelle bei Bild natürlich extrem niedrig ist: Wer gibt für solche "Artikel" letztendlich sein OK? Außer dem Wettanbieter?

Die wichtigste Frage aber lautet: Was ist das für ein Mensch, der sich für solche eine "Geschichte" fotografieren und mit vollem Namen auf einer Website nennen lässt, die täglich wahrscheinlich Millionen Menschen anklicken? Wie kann man so tief sinken? (ich weiß ja nicht, ob er noch sinken konnte bzw. wie hoch die Fallhöhe war) Wie wenig Selbstachtung kann man haben? Was verspricht sich Carmelo B. davon? Wartet er auf Reaktionen von mitleidigen Lesern, die sein Schicksal so berührt hat, dass sie ihm Schecks schicken? Wartet er auf einen Scheck von Jens Lehmann über die "verlorene" Summe? Verloren, wenn er sie denn noch besessen haben sollte - was angesichts dieses Artikels bezweifelt werden darf - hat er auf jeden Fall eines ganz sicher: seine Würde.

Dienstag, 8. Dezember 2009

"Der Spaßdurchlaufwille beendet am Jing'an Park"

Was man beim Aufräumen des Schreibtischs und der (völlig überfrachteten) Ablage im Büro nicht alles finden kann. Na gut, 95% der Fundstücke wanderten ohne Umweg in den Papierkorb, aber es treten auch echte Perlen zutage. Wie diese Pressemitteilung zum Shanghai-Marathon aus dem Jahre 2007 (!), die ich niemandem vorenthalten möchte. Ganz nebenbei führe ich hiermit auch eine neue Blog-Kategorie namens Oddities ein, in der ich (wie immer natürlich in mehr als loser Folge) sprachliche, stilistische und anderweitige "Verbrechen" aus der bunten Welt der Medien und ihren Artverwandten zur Schau stelle. Ein bisschen Spaß muss ja sein. Hier also besagte Pressemitteilung:

"Shanghai internationales Marathon ist der jährliche laufende Fall, der in der Stadt von Shanghai jedes Jahr stattfindet. Teilnehmer von auf der ganzen Erde gekommen nach Shanghai für das Rennen. Der Marathon wird am zweiten Sonntag von November jedes Jahr gehalten. Shanghai internationales Marathon wird betrachtet, das Premier-Straße Rennen der Stadt zu sein. Das Marathon ist zu allen geöffnet. Tausenden Läufer konkurrieren für den Fall und es gibt Teilnahme von allen Vierteln. Es wird geschätzt, daß über 15000 Läufern im Falles jedes Jahr teilnahm.
Einheimische fallen am Marathon in den großen Zahlen aus und entsprechend ihnen ist Fall gut geplannt. Der Kurs für das Shanghai Internationale Marathon ist der selbe, den es eine Dekade zurück mit den Läufern war, die beim Bund anlaufen und in Richtung zum VorstadtMinhang Bezirk für das zwei längere Pensum vorangehen. Der Spaßdurchlaufwille beendet am Jing'an Park. Das prize Geld am Shanghai Internationalen Marathon hat sich mit jedem möglichen Jahr erhöht. Die Sieger der Männer und vollen der Marathone zum Mitnehmen ungefähr 48.000 der Frauen yuan (US$5,925) im prize Geld. Das Marathon hat eine Anzahl von teilnehmenden den Proathleten, aber eine überwältigende Majorität der Teilnehmer sind Bewunderer."

Montag, 7. Dezember 2009

Meet me at the sanitary gates...

Es scheint in Mode gekommen zu sein, Bands bzw. nicht mehr nur im Backstage-Bereich exklusive Akustik-Perlen zum Besten geben zu lassen, sondern sie dazu sogar gleich in die sanitären Anlagen zu bugsieren. Live habe ich das ganze zwar schonmal bei Nathanial Fregoso, dem Sänger von The Blood Arm, mitverfolgt, der einen Teil seiner Performance ins Damenklo des Gleis 22 verlegt hat. Aber das sowas geplant und aufgezeichnet wird, war mir bis dato neu und erstaunt mich auch ein wenig.

Über Ja, Panik bin ich in diesem Zusammenhang zuerst gestolpert:



Und auch der Meister selbst lässt sich für solche Aufnahmen nicht lumpen, was mich eigentlich am allermeisten überrascht:



Ich bin gespannt, wann die ersten kompletten Konzerte auf der Toilette, unter der Dusche oder in der Badewanne stattfinden...

Donnerstag, 12. November 2009

Bin ich anders?

Mancher mag das jetzt eigenartig finden, mancher sogar pervers, aber als ich gerade, frisch nach Hause gekommen, in die kalte Fischfrikadelle biss, die noch von gestern übrig geblieben war, dachte ich für einen kurzen Moment: "Wow, das ist das leckerste, in das ich je hinein gebissen habe!" Was natürlich vollkommener Schwachsinn ist. Aber das Gefühl war da. Für einen kurzen Moment. Klingt komisch, ist aber so.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Ein moderner Held des Alltags

Der Junge wird es weit bringen, da bin ich mir sicher. Gefunden bei Spiegel Onlline:

Junge will für 1680 Euro Süßigkeiten kaufen

Großeinkauf am Kiosk: Ein Junge hat an einer Bude in Nordrhein-Westfalen Süßes im Wert von mehr als tausend Euro kaufen wollen - das nötige Bare hatte er dabei.

Viersen - Ein Achtjähriger hat am Dienstag in Viersen für 1.680 Euro Süßigkeiten kaufen wollen. Nach Angaben eines Polizeisprechers gab der Junge mit einem gleichaltrigen Freund an einem Kiosk eine Großbestellung auf. Als der Kioskbesitzer fragte, ob er denn auch genug Geld dabei habe, zeigte der Junge ein großes Geldbündel.

Die von dem Verkäufer hinzugerufenen Polizeibeamten fanden heraus, dass der Junge das Geld unbemerkt vom Schreibtisch seiner Eltern genommen hatte. Der Betrag war eigentlich für die Bezahlung einer Reparatur gedacht. Die erstaunten Eltern nahmen ihren Sohn und das Geld wieder in Empfang.

han/ddp