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Dienstag, 31. Dezember 2013

2013 zum ersten Mal gemacht

Ich war das erste Mal in den USA. Und es war toll. Rundum. (Damit verbunden war ich natürlich das erste Mal an diversen Orten und in einigen Städten. New York, Boston, Providence, im Haus von Mark Twain, an den Niagarafällen usw. usf.)
Ich habe zum ersten Mal Wale in freier Wildbahn (sagt man dann eigentlich Wildwasserbahn?) live gesehen. Auch in den USA, vor Cape Cod. WALE!!! Genauer gesagt waren es Buckelwale, und es war unfassbar schön.
Ich habe zum ersten Mal eine berufliche Präsentation vor ca. zwei Dutzend Externen gehalten. Auf einer Pressekonferenz während einer Messe. War aufgeregt, ist aber gut gelaufen.
Gleich zu Beginn des Jahres war ich Taufpate. So halb zumindest. Ich durfte zwar in der Kirche ein paar Verse lesen und auch die Taufkerze in Empfang nehmen, auf der Taufurkunde stehe ich aber trotzdem nicht. So ist das, wenn man kein "Mitglied" mehr ist... 
Zum ersten Mal einige „alte Helden“ der britischen Musik live gesehen: Blur (bei Rock Werchter – da war ich vorher auch noch nie), Primal Scream, James – und jedes Mal begeistert gewesen.
Ich bin zum ersten Mal mit dem Krankenwagen direkt vom Sportplatz ins Krankenhaus gefahren worden (muss auch nicht nochmal sein) – zum Glück war das Schienbein dann doch nur sehr stark geprellt und nicht gebrochen.
Zum ersten Mal habe ich Post von einem Insolvenzverwalter bekommen. Aber keine Angst: Ich gehöre zum Kreis der Gläubiger. Klingt auch irgendwie komisch. Hintergrund: Für unseren USA-Urlaub hatte ich vorab ein Hotel gebucht. Dann ging der Reiseanbieter pleite, und die (bereits bezahlte) Buchung war damit hinfällig. Und dieses Geld bekomme ich also vielleicht, irgendwann, möglicherweise zurück.
Da ich mir kurz vor Weihnachten einen eBook-Reader gegönnt habe, habe ich auch zum ersten Mal ein eBook gelesen. Also angefangen, bis zum Jahresende werde ich es noch nicht beendet haben. Gefällt mir aber sehr gut, vor allem auch die integrierte Beleuchtung. 

2013 war zu großen Teilen ein angenehm ruhiges Jahr mit einigen tollen Höhepunkten, zum Beispiel unserem USA-Urlaub. Mal sehen, was 2014 so bringt. Bei einer Sache weiß ich schon, dass ich die nächstes Jahr zum ersten Mal machen werde, und ich bin freudig gespannt. In diesem Sinne wünsche ich also einen guten Rutsch - und nicht vergessen: 

Sonntag, 3. November 2013

Ach, ein Restauranttest: Soraya, Dortmund

Als die Chefin des Soraya in Dortmund uns zum Abschied eine Visitenkarte auf den Tisch legte mit der Bitte, einer von uns könnte doch vielleicht bitte etwas über sie – also das Restaurant – schreiben, bekam ich die Karte in die Hand gedrückt. (Eigentlich geht es um eine Restaurant-Kritik-Seite in diesem Internet, von dem alle sprechen. Dafür schreibe ich dann auch noch was, versprochen). Und ich dachte: Jau, dann schreibste mal was darüber. (Und da wir uns regelmäßig zum Restaurant "testen" verabreden, mach ich das vielleicht sogar öfter. Wenn ich nicht zu faul bin.)
Denn schließlich hatten wir einen sehr schönen Abend im Soraya. Schon beim Knarzen und Quietschen der Eingangstür wären den Toningenieuren der Edgar-Wallace-Filme die Tränen der Begeisterung in die Augen gestiegen. Weiter ging es mit einer hausgemachten Limonade (mit persischen Limetten, wenn ich das richtig in Erinnerung habe), die an diesem Abend das meistbestellte Getränk an unserem Tisch wurde. Sehr, sehr schmackhaft war die Graupensuppe nach persischer Art als Vorspeise. Da von unserer Siebenergruppe nur fünf Leute eine Vorspeise bestellt hatten, bekamen die anderen zwei von der Chefin ein bisschen Fladenbrot mit Gurken-Joghurt-Dip. Aufs Haus. „Damit Sie nicht zugucken müssen, wenn die anderen essen.“ Wie nett ist das denn bitte? Toll!
Als Hauptgericht gab es für mich die Soraya-Platte. Ausgewiesen als Möglichkeit, die Facetten der persischen Küche kennen zu lernen. Eine gute Wahl, auch wenn ich in Kombination mit der Vorspeise dann doch etwas viel auf den Tellern hatte. War aber auch eine sehr reichliche Auswahl verschiedener Fleischspezialitäten auf dem Teller, dazu noch viel leckerer Reis. 
An den zufriedenen Gesicherten der Gruppe war jedenfalls schnell abzulesen, dass ich nicht der einzige war, der sein Essen genoss. Dazu reichte die Chefin des Hauses noch ein Schälchen Berberitzen(reis) "zum Probieren" - stand ja noch nicht genug Essen auf dem Tisch. ;-) War aber natürlich sehr nett und wurde selbstverständlich ebenfalls probiert. Wie das zum Fleisch gereichte Gewürz schmecken diese Beeren leicht säuerlich, was hervorragend zur milden persischen Küche - jeweils gilt das für die Gerichte, die wir gegessen haben - passt. Übrigens, da ich ja bisher nur von meinem Fleischgericht schwärmte: Die persische Küche bietet auch eine gute Auswahl an vegetarischen Gerichten. 
Auf einen Nachtisch mussten wir platzbedingt verzichten, trotz der Animationsversuche der Dame des Hauses. Die war überhaupt sehr kommunikativ und so fürsorglich und freundlich, so dass es uns (z.T. Ost-)Westfalen schon fast ein bisschen spanisch vorkam. Da prallen eben doch Welten aufeinander. Aber mir ist das tausendmal lieber, als wenn mir ein gelangweilter Kellner mit Trauermiene den Teller auf den Tisch knallt. Zum Abschluss bekamen wir sogar noch eine Art Bonuskarte, die kurzerhand mit zehn Stempeln ausgefüllt wurde, obwohl wir ja eigentlich nur sieben Gäste waren. Beim nächsten Mal bekommen wir also, wenn ich mich richtig erinnere, eine Vorspeisenplatte umsonst. 
Aber auch ohne diese zusätzliche Motivation war ich bestimmt nicht das letzte Mal im Soraya. 

Donnerstag, 23. Mai 2013

Eher mau als wow

Von WowHD, ehemals CDWow, hatte ich schon öfter mal gehört und gelesen, das aber nie so richtig bewusst beachtet. Als dann Anfang März mal wieder ein CD-Kauf anstand – die neuen Alben von David Bowie und Johnny Marr wollten bestellt werden – schaute ich mich online um und stellte fest, dass beide Alben bei WowHD günstiger waren als überall sonst. Und zwar weitaus günstiger. Also habe ich sie kurzerhand dort bestellt.

Von einer Freundin, die dort schon öfter bestellt hatte, erfuhr ich, dass die Lieferzeit für CD-Sendungen schon mal zehn Tage bis zwei Wochen dauert, da die Lieferungen aus Hongkong kommen, was ich vorher nicht wusste. Hätte man ja auch leicht raus finden können, die Mühe habe ich mir aber zugegebenermaßen nicht gemacht. Ich fand es ohnehin nicht weiter tragisch; da das Bowie-Album eh erst deutlich nach der Bestellung veröffentlicht wurde und man Johnny Marr schon bei Spotify hören konnte, war das für mich akzeptabel. Und bei CD-Käufen in England muss man ja ähnlich lange warten.

Als dann allerdings schon vier Wochen ins Land gegangen waren, ohne dass ich auch nur irgendwas gehört, geschweige denn geliefert bekommen hatte, kam mir das doch komisch vor. Just an dem Tag, als ich eine Mail dorthin schreiben wollte, bekam ich von WowHD eine eben solche. Allerdings nicht mit einer Erklärung für die Verzögerung, sondern mit der Bitte, die gekauften Artikel zu bewerten! (Eine Standardabfrage nach genau einem Monat) Daraufhin antwortete ich natürlich prompt mit der Anmerkung, dass meine Bewertung momentan sehr schlecht ausfiele, da ich noch nichts bekommen hatte. Witzigerweise war dann zwei Tage später zumindest das Bowie-Album in der Post. Von Johnny Marr aber weiterhin keine Spur. Nach einer erneuten Anfrage wurde mir dann angeboten, einen Gutschein zu bekommen oder das Album erneut zu verschicken. Natürlich wählte ich letztere Variante, schließlich wollte ich die CD ja haben. Nach weiteren drei Wochen und insgesamt zwei Monaten Wartezeit nach der ersten Versandbestätigung kam auch diese Sendung tatsächlich bei mir an.


Mein Fazit: Trotz wirklich guter Preise hat mich das Ganze nicht wirklich überzeugt. Das schaffte nur der wirklich freundliche und prompte Kundenservice per Mail – habe ich selten erlebt, dass so schnell und nett auf Beschwerden und Fragen reagiert wurde. In Zukunft werde ich aber wohl trotzdem lieber wieder etwas mehr investieren und Tonträger aus europäischen Quellen beziehen. Gerade in England gibt es da ja einige gute Alternativen zum altbekannten Online-Großhändler. Denn auch wenn es nicht sein muss, dass die CD am nächsten Tag im Briefkasten ist - vier oder sogar acht Wochen sind definitiv zu lang! 

Dienstag, 12. Juli 2011

It is a very good year

... for music! 2011 ist bisher ein außergewöhnlich gutes Jahr für neue Alben. Bestimmt jedenfalls im Vergleich zu einigen vorangegangen Jahren. Grund genug, auf einige Highlight der ersten Jahreshälfte (ohne jede Chronologie oder Reihenfolge) zurückzublicken.

The Pains Of Being Pure At Heart - Belong
Das zweite Album der Band ist für mich ein Spiegelbild des ersten, und zwar in der Hinsicht, dass es einige Durchgänge brauchte, um mich zu begeistern. Dafür aber dann richtig. So gehen Popsongs 2011.

Ja,Panik - DMD KIU LIDT
Apropos mehrere Durchgänge: obwohl ich ein großer Fan von Ja,Panik bin und mich sehr auf das neue Album (heißer Anwärter für den abgefahrensten Titel des Jahres!) gefreut habe, brauchte es auch hier einige Runden. Vielleicht hätte ich es aber auch nicht zuerst bei schönstem Wetter und offenem Schiebedach hören sollen. Bei Regen gefiel es mir gleich um Längen besser. Nur dass Englisch jetzt die beherrschende Sprache ist, trübt den Eindruck. Denn Herr Spechtls Aussprache scheint nicht besser, sondern schlechter zu werden. Ansonsten großartig.

The Vaccines - What Did You Expect From The Vaccines?
Ein heißer Anwärter auf die Platte des Jahres. Perfekte und tanzbare Rock'n'Roll Nummern, epochale Songs und Eingängigkeit, ohne zu langweilen. Zurecht in UK schon über alle Monde gehyped. So gehen Pop-/Rocksongs 2011 (2).

Frankie And The Heartstrings - Hunger
Noch so eine Entdeckung aus dem Königreich. Weniger Hype, aber trotzdem großartige Songs. So gehen Pop-/Rocksongs 2011 (3).

Beady Eye - Different Gear, Still Speeding
Viel besser als erwartet. Natürlich wird das Rad nicht erfunden, aber das Kunstvoll-Kopieren-und-Adaptieren-Rad wird ein sehr gutes Stück in die richtige Richtung gedreht. Und Liams Stimme klingt wieder grandios. Dazu mit "Millionaire" einer der besten Songs des Jahres.

Art Brut - Brilliant! Tragic!
Noch jemand, der das Rad nicht neu erfindet, aber wer kann das bei so einer tollen Band und diesen Songs auch schon wollen? Ich jedenfalls ganz bestimmt nicht. Weiter so, Art Brut!

Buster Shuffle - Our Night Out
Im Sog von Art Brut entdeckten wir Buster Shuffle als Vorband. Tolle, Ska-angehauchte Musik zum Tanzen, Grinsen und drüber Freuen.

Young Rebel Set - Curse Our Love
Na gut, so richtig neu sind nur eine knappe Handvoll der Songs, der Rest ist bereits seit letztem Jahr wohlbekannt. Aber trotzdem: die alten Songs sind immer noch grandios und klingen zum Teil besser eingespielt, die neuen sind ebenfalls fantastisch. Eine große Band.

Moritz Krämer - Wir können nix dafür
Hier gilt ähnliches wie für YRS - viele Songs kannte man schon von EPs oder Live-Mitschnitten. Trotzdem ist das Album eines der besten deutschsprachigen Alben der letzten Zeit, mit gleichzeitig witzigen und traurigen Texten, die kleine Geschichten in großem Stil erzählen.

The Blood Arm - Turn And Face Me
Lange mussten wir auf das neue Album dieser sympathischen Band warten. Naja, Dyan Valdez ist ja in der Zwischenzeit auch mit Lebensgefährte Eddie Argos als EWITFR...N! durch die Welt gezogen. Trotzdem - oder gerade deswegen - ist das neue Album wieder toll geworden. Durchgängig kurzweilige, tanzbare Songs, die mit Sicherheit auch live großartig zünden. Denn schließlich hat mir diese Band eines der besten Konzerte überhaupt beschert.

Zoey van Goey - Propeller Versus Wings
Drauf aufmerksam geworden im Haldern-Forum und sofort ins Herz geschlossen. Das Album hat mit "You Told The Drunks I Knew Karate" einen Song, der in der Konkurrenz um den Titel "Song des Jahres" schwer zu schlagen sein wird. Bringt mich auch nach dem x-ten Hören noch zum grinsen.

Ich habe bestimmt noch einige vergessen und bin schon gespannt wie ein Flitzebogen auf die zweite Jahreshälfte. Da kommt sicher noch einiges Bemerkenswertes. Besonders nach der Ankündigung von Noel Gallagher's High Flying Birds! It is a very good year!

Montag, 7. März 2011

Genau hingehört

Um mir die Zeit beim Autofahren – zur Arbeit fahre ich pro Weg ca. eine halbe Stunde – zu vertreiben, greife ich neben Musik gerne mal zu einem Hörbuch. Dabei unterscheidet sich mein Hörbuch-Verhalten durchaus von meinen Lesegewohnheiten. Als Hörbuch funktionieren für mich die Geschichten von Dan Brown oder einige Bücher von Ken Follet wesentlich besser als in gedruckter Form.

Sehr erfreut war ich, als ich neulich bei Woolworth (wer hätte das gedacht?) über Hörbücher aus der Rolling Stone Edition gestolpert bin. Für einen Euro! Da musste ich natürlich zuschlagen. Unter anderem war auch „Fear and Loathing in Las Vegas“ von Hunter S. Thompson dabei. Gelesen von Martin Semmelrogge, Günter Amendt und Smudo. Den Film zum Buch habe ich vor etlichen Jahren mal gesehen, kann mich aber kaum noch daran erinnern. Also rein mit dem Hörbuch ins Autoradio.

Tja, was soll ich sagen: das positive ist, ich habe bis zum Schluss durchgehalten. Weil ich wissen wollte, wie es ausgeht, auch wenn ja eine wirkliche Story nicht vorhanden ist. Immerhin das wusste ich aber noch. Und die Story ist ja auch gut, so ist es ja nicht. Es könnte also alles prima sein.

Wenn da nicht die drei Vorleser wären. Zu allererst stellt sich mir die Frage, warum man drei grundverschiedene Leser – und somit Stimmen – dazu benötigt, ein Hörbuch einzulesen. In diesem Falle hätten selbst für ein Hörspiel zwei Stimmen gereicht, da die Dialoge ja zu einem Gutteil nur zwischen den beiden Hauptfiguren stattfinden. Dazu kommt, dass die drei Sprecher überhaupt nicht zueinander passen und darüber hinaus jeder für sich – meiner bescheidenen Ansicht nach – noch eklatante Schwächen beim Lesen mitbringt.

Angefangen, wie beim Hörbuch, mit Martin Semmelrogge. Eigentlich hat der Mann, besonders für dieses Buch, eine grandiose Stimme. Das einzige, aber gewichtige Problem ist aber: Der Mann kann kein Englisch. Überhaupt nicht. Also vorlesen zumindest, ob er die Sprache versteht, kann ich ja nicht beurteilen. Aber wenn er englische Worte ausspricht, möchte man schreiend davonlaufen. Was beim Autofahren meistens schwierig ist. Da ist wirklich alles falsch – r, th, Betonung, das ganze Programm. Da vergeht mir der Hörgenuss leider schon.

Günter Amendt ist ein noch schlimmerer Fall: er liest weder auf deutsch noch auf englisch gut vor. Dazu ist seine Lesestimme absolut nichtssagend und langweilig. Das könnte man klischeehaft auf seinen Status als Sozialwissenschaftler schieben. In der Tat klingt es teilweise so, als lese er eine wissenschaftliche Arbeit ab. Dazu hat er eine Aussprache vieler Wörter, die bei mir als Zuhörer Unbehagen auslöst. Das kombiniert mit haarsträubenden Fehler im Englischen (Frank Sinatra klingt bei ihm wie „Sinnertra“, dazu deutsche Klassiker wie Tschicago oder Mitschigan – was ist eigentlich der Auslöser dafür, dass Deutsche, die ein Wort wie Changes kaum anders über die Lippen kriegen als „Scheensches“ bei Wörtern, wo sie das englische „ch“ endlich mal so labbrig-deutsch aussprechen dürften, es genau dann nicht tun und es dafür sozusagen übermäßig hart aussprechen?), und fertig ist das Verderben…

Smudo hätte es noch halbwegs retten können. Hätte. Wenn er nicht manchmal klingen würde, als trüge ein aufgeregter Schüler einen Aufsatz über seine Sommerferien vor. Garniert mit eigenartiger Endsilbenaussprache und heftigen Variationen derselben. Besonders da mag ich pingelig sein, aber ich finde es einfach unästhetisch, wenn jemand sagt/liest: „Seine Augen waren ganz glasICK“ und die Endsilbe dann auch noch stark betont. Da bin ich eigen.

Mein Fazit also: ich empfehle dieses Hörbuch nicht weiter und kann mich auch den (für mich überraschend) positiven Rezensionen dafür bei Amazon nicht anschließen. Vielleicht lese ich irgendwann noch mal das Buch oder sehe den Film. Einstweilen erfreue ich mich trotzdem am nächsten Hörbuch aus der Reihe, „Greenwich Killing Time“ von Kinky Friedman. Gelesen von Wiglaf Droste. Der kann ganz wunderbar vorlesen.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Schlimmer gehts nimmer

Selten hat lediglich ein Satz einer Album-Rezension mir so klar gemacht, dass ich von diesem Album nichts hören und wissen will: "Wieder wendet sich die Band vom Songformat ab, hin zum Avantgarde-Rock." (nachzulesen hier)
Alles an diesem Satz ist schrecklich, wenn ich bedenke, dass es sich um ein Musikalbum handelt. Weg vom Song? Warum? Und wie das? Da sind doch immer noch Songs drauf.

Es geht um das neue Album von Radiohead. Ich mag Radiohead nicht, und der Satz lässt sie mich noch weniger mögen. Gleichzeitig weiß ich so schon, dass ich das Album bescheiden finde (mindestens) und muss es deshalb gar nicht erst hören. Praktisch. Und statt hier noch lang und breit aufzuführen, warum ich Radiohead nicht mag, lasse ich doch viel lieber den großartigen Eddie Argos zu Wort kommen - der teilt nämlich meine Meinung:

"I think Radiohead are the world’s most overrated band. I especially hate their fans. Self-satisfied pricks who will try and explain to you that you don’t like Radiohead because you don’t understand what they’re doing. I understand what Radiohead are doing, I just think its boring and would rather listen to something else."

Donnerstag, 11. November 2010

Abändern - dem ist (fast) nichts mehr hinzuzufügen

Eine Rezension des neuesten, wieder einmal hervorragenden Albums von Jens Friebe zu schreiben stand seit dem Tag auf meiner To-Do-Liste, als ich das Album in Händen hielt. Aus verschiedenen Gründen ist daraus bisher leider nichts geworden. Und nun lese ich diese großartige Kritik von Christian Ihle im taz Popblog und denke: Dem ist so gut wie nichts mehr hinzuzufügen, und schöner hätte ich das alles auch nicht formulieren können. Man nehme allein diesen herrlichen Satz: "Dadurch ist Friebe so weit entfernt von der Klangästhetik des Deutschrock wie eine Flasche Chateau Lafitte von Altbier." So siehts nämlich aus. Bleibt mir nur noch hinzuzufügen: Album kaufen! Es lohnt sich. Deutscher Pop kann ganz großartig sein.

http://blogs.taz.de/popblog/2010/11/11/_album_des_monats_oktober_platz_2_jens_friebe_-_abaendern/

Ein Nachtrag ist doch noch zu machen: Die Coverversion von "Up & Down" ist natürlich kein Glanzpunkt - aber den Albumtitel anstatt des eigentlichen "Textes" in den Refrain reinzuzaubern ist doch schon wieder arg cool. Und die Erdmöbel-Version in der Komplettübersetzung finde ich mittlerweile wesentlich unhörbarer. Das aber nur nebenbei...

Montag, 1. März 2010

Ein Monat ohne

Für einen kurzen Moment habe ich mit dem Gedanken gespielt, dass dies eine feste Rubrik werden könnte. Aber: das hieße ja, jeden Monat auf irgendetwas zu verzichten. Und wenn ich nicht anfangen will, auf irgendwelchen leicht umzusetzenden Kram zu verzichten - etwa, dass man einen Monat lang keine Musik einer bestimmten Band hört (wobei das bei einigen auch schwer würde) -, sondern auf Dinge verzichte, die ich mag, wäre das schon eher schwierig umzusetzen. Dazu habe ich nämlich zu wenig Selbstdiziplin.

Daher bleibt es erst einmal nur bei dem einen, heute beginnenden Monat. Und in diesem verzichte ich auf den Genuss von Alkohol. Ob mir das schwer fällt oder nicht, ist schwer zu sagen. Einerseits trinke ich nicht sonderlich viel Alkohol, andererseits ist so ein Bier am Abend oder am Wochenende (da darfs dann gerne auch mal ein Gin Tonic o.ä. sein) schon eine feine Sache. Warum gerade dieser Monat? Keine Ahnung. Vielleicht, weil er zeitlich nur wenig Gelegenheiten zu Räuschen und genüsslichem Trinken gibt. Auf jeden Fall kam mir die Idee neulich, und nun wirds durchgezogen. Interessant auch die Erfahrungswerte von jenen, die dieses "Experiment" bereits durchgeführt haben: die eine Seite sagt, man fühlt sich dabei sehr gut und gesund, die andere Seite sagt, es bringt überhaupt nichts mit sich und verändert nicht das geringste. Warten wirs ab. Am 1. April gibts dann jedenfalls abends wieder ein Bier. Mindestens. Und zwar beim Konzert der Shout Out Louds in Salzburg. Das gehört irgendwie dazu. Aber jetzt mach ich mir erstmal ne Apfelschorle auf. Prost!

Freitag, 23. Januar 2009

Tonight: Fahrstuhlmusik

Tonight: Franz Ferdinand. So lautet der Titel des neuen Albums von Franz Ferdinand. Das ist schon einmal nicht gelogen. Selbst wenn man es nicht wüsste, würde man beim Hören der Platte sofort feststellen: "Ah, Franz Ferdinand". Das muss ja nicht zwangsläufig etwas negatives sein.

Und dennoch: es macht sich eher Langeweile und Enttäuschung breit als ein freudiges Gefühl des Wiederhörens. Was beim Debut von 2004 noch frisch und beim 2005er Nachfolger schon ein bisschen abgestanden klang, schielt nun ganz eindeutig in Richtung Endlosschleife Massenkompatibilität. Als Oasis-Fan werde ich mich hüten, Franz Ferdinands Hang zur Selbstkopie zu bemängeln, und die Schotten wissen zweifelsohne, wie man einen guten Popsong schreibt, der ins Ohr geht und sich dort einnistet. Aber es fehlt dabei das Aufregende, das Neue, das Unerwartete; sieht man einmal vom knapp acht Minuten langen "Lucid Dreams" ab, das sich in den letzten drei Minuten zu einem unruhigen Elektrobastard hochschaukelt. Aber ist das heutzutage noch etwas, was uns von den Stühlen reißt? Eher nicht. Angesichts des Mitwirkens von Dan Carey, der u.a. auch CSS, Hot Chip, Emiliana Torrini, Kylie Minogue (!) oder Lily Allen produziert hat, ist diese Tendenz allerdings kaum verwunderlich. Und diese Liste passt hervorragend, denn Franz Ferdinand scheinen mit diesem Album zu versuchen, sich in der Mitte all dieser Künstler niederzulassen. Weniger schrammelige Gitarrenriffs, mehr (keineswegs schlecht klingende) Bassläufe - siehe zum Beispiel "What She Came For" - mehr Synthesizer, mehr Beats, mehr "Groove". Aber eben auch: (noch) mehr Mainstream, mehr Convenience, mehr Mittelmaß. Ihre stärksten Momente hat die Band immer noch, wenn sie sich auf den "ursprünglichen" Sound von FF besinnt, z.B. im kurzen und knackigen "Turn It On". Ein Stück wie "Twilight Omens" dagegen könnte gar aus der Feder der Eurythmics stammen - als ob der Titel nicht schon fragwürdig genug wäre.

So klingt denn "Tonight: Franz Ferdinand" ein bisschen wie die Summe der einzelnen musikalischen Trends der letzten Zeit, ohne sich aber inmitten dieser klar zu positionieren. Das ist schade, wenn man an Interviews mit der Band denkt, in denen sie sich teilweise wohltuend vom üblichen Einheitsgeschwafel der sogenannten Indieszene abhebt. Genau dieses Abheben vermag das Album leider nicht zu leisten. Es steht zu befürchten, dass die Songs zu einer Art Fahrstuhlmusik des Pop verkommen, die als Hintergrundmusik bei "Marienhof" oder "GZSZ" ihr bedauernswertes Dasein fristen. Schade - Chance vertan, Franz Ferdinand.

Anspieltipps: Turn It On, Lucid Dreams, What She Came For

Rating: 5/10