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Dienstag, 31. Dezember 2013

2013 zum ersten Mal gemacht

Ich war das erste Mal in den USA. Und es war toll. Rundum. (Damit verbunden war ich natürlich das erste Mal an diversen Orten und in einigen Städten. New York, Boston, Providence, im Haus von Mark Twain, an den Niagarafällen usw. usf.)
Ich habe zum ersten Mal Wale in freier Wildbahn (sagt man dann eigentlich Wildwasserbahn?) live gesehen. Auch in den USA, vor Cape Cod. WALE!!! Genauer gesagt waren es Buckelwale, und es war unfassbar schön.
Ich habe zum ersten Mal eine berufliche Präsentation vor ca. zwei Dutzend Externen gehalten. Auf einer Pressekonferenz während einer Messe. War aufgeregt, ist aber gut gelaufen.
Gleich zu Beginn des Jahres war ich Taufpate. So halb zumindest. Ich durfte zwar in der Kirche ein paar Verse lesen und auch die Taufkerze in Empfang nehmen, auf der Taufurkunde stehe ich aber trotzdem nicht. So ist das, wenn man kein "Mitglied" mehr ist... 
Zum ersten Mal einige „alte Helden“ der britischen Musik live gesehen: Blur (bei Rock Werchter – da war ich vorher auch noch nie), Primal Scream, James – und jedes Mal begeistert gewesen.
Ich bin zum ersten Mal mit dem Krankenwagen direkt vom Sportplatz ins Krankenhaus gefahren worden (muss auch nicht nochmal sein) – zum Glück war das Schienbein dann doch nur sehr stark geprellt und nicht gebrochen.
Zum ersten Mal habe ich Post von einem Insolvenzverwalter bekommen. Aber keine Angst: Ich gehöre zum Kreis der Gläubiger. Klingt auch irgendwie komisch. Hintergrund: Für unseren USA-Urlaub hatte ich vorab ein Hotel gebucht. Dann ging der Reiseanbieter pleite, und die (bereits bezahlte) Buchung war damit hinfällig. Und dieses Geld bekomme ich also vielleicht, irgendwann, möglicherweise zurück.
Da ich mir kurz vor Weihnachten einen eBook-Reader gegönnt habe, habe ich auch zum ersten Mal ein eBook gelesen. Also angefangen, bis zum Jahresende werde ich es noch nicht beendet haben. Gefällt mir aber sehr gut, vor allem auch die integrierte Beleuchtung. 

2013 war zu großen Teilen ein angenehm ruhiges Jahr mit einigen tollen Höhepunkten, zum Beispiel unserem USA-Urlaub. Mal sehen, was 2014 so bringt. Bei einer Sache weiß ich schon, dass ich die nächstes Jahr zum ersten Mal machen werde, und ich bin freudig gespannt. In diesem Sinne wünsche ich also einen guten Rutsch - und nicht vergessen: 

Montag, 30. Dezember 2013

Konzerte des Jahres 2013

(in chronologischer Reihenfolge)

  • Skinny Lister (Fachwerk Gievenbeck, Münster)
  • Tocotronic, Chuckamuck, Tusq (FZW, Dortmund)
  • Triggerfinger (FZW, Dortmund)
  • Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen (Grend, Essen)
  • The Computers (FZW, Dortmund)
  • Art Brut (Luxor, Köln)
  • Blur (Rock Werchter)
  • Glen Hansard (Haldern Pop)
  • James (Haldern Pop)
  • The Wave Pictures (FFT, Düsseldorf)
  • Primal Scream (Kantine, Köln)
  • Young Rebel Set (Forum, Bielefeld)

Herausragend waren dabei die Auftritte von Blur, James und Primal Scream. Alles "alte" Helden, und alle drei Konzerte waren ein tolles Erlebnis. Das beste Clubkonzert haben eindeutig The Computers abgeliefert, ganz ganz dicht gefolgt von den famosen Skinny Lister.
Insgesamt waren es weniger Konzerte als in den Jahren  zuvor - zwei Absagen, einige ungünstige Termine und was sonst noch so alles dazwischen kommen kann. 
Natürlich geht es 2014 aber unverdrossen weiter - die ersten Tickets sind schon längst gekauft und ich bin gespannt, wer und was noch alles hinzukommt. Kommt auf Tour! 

Montag, 21. Oktober 2013

Endlich! The Wave Pictures live

Irgendwo habe ich im Netz gelesen, sie seien womöglich die letzte Indie-Band - nun ja, halten wir uns nicht mit Kategorisierungen auf. Fakt ist: The Wave Pictures sind unheimlich gut und kaum jemand kriegt das mit. Das habe ich schon des öfteren angeprangert, auch an dieser Stelle. In einer gerechteren Welt würden David Tattersall, Franic Rozycki und Jonny Helm mit ihrer Musik steinreich werden. So aber - und das ist natürlich für uns Konzertgänger wieder ein Vorteil - nimmt die Welt kaum Notiz von ihnen, und sie spielen in der Kellerbar (?) des Forum Freies Theater in Düsseldorf vor vielleicht 75 Leuten (vielleicht auch 100, ich kann sowas immer schlecht schätzen).

Und endlich habe ich es auch einmal geschafft, dabei zu sein. Obwohl die Band großzügig tourt, hat es in den letzten Jahren nie mit einem Konzertbesuch geklappt. Was lange gewährt hat, ist also nun gut geworden. Ach was, großartig war es. Diese Band hat so viele wunderbare Songs, dass sie sie natürlich nicht alle spielen konnten. Aber es hat gereicht, um das Publikum mitzureißen, zu verzaubern und in den ruhigen Momenten mucksmäuschenstill staunen zu lassen, als Sänger David Tattersall und Drummer Jonny Helm einfach mal ohne Mikro gesungen haben.

Noch ein Vorteil kleiner Konzerte! Da war sogar die prollige Herrengruppe still, die ansonsten als einzige durch lautes Dazwischenquatschen und ständiges Anstoßen mit Pilsflaschen zu nerven wusste. Das war aber auch der einzige Mini-Kritikpunkt - das Konzert war eines der schönsten in der letzten Zeit, weil nicht nur das Publikum, sondern auch die Band sichtlich Spaß hatte. Und sich nach dem Konzert noch sehr charmant beim Tonmischer bedankt und die mitgebrachten Platten und T-Shirts eigenhändig verkauft und signiert hat. Natürlich bin ich da nicht mit leeren Händen nach Hause gegangen!

Ich würde ja Anspieltipps geben, aber eigentlich kann man sagen: Hören Sie sich alles an, was Sie von dieser Band in die Finger bekommen, meine Damen und Herren. Und besuchen Sie die Live-Konzerte! Das neue Album, das auf dem Bild zu sehen ist, ist seit wenigen Tagen im gut sortierten Handel erhältlich und bestätigt: Die sind so gut, die können sogar in Bahnhofshallen spielen (cooles Konzept übrigens!). Ich bin jedenfalls sehr froh, endlich mal live dabei gewesen zu sein - es war bestimmt nicht das letzte mal.

Donnerstag, 19. September 2013

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

Der Urlaub ist quasi gerade erst vorbei – Zeit für einen Blick zurück:
  • Die Natur hat doch immer noch die besten Sehenswürdigkeiten in petto! So beeindruckend der Blick vom Empire State Building oder der Staten Island Ferry auf Manhattan auch ist, so schön Städte und Orte wie Boston oder Provincetown auch sein können – am nachhaltigsten in Erinnerung werden mir die Niagarafälle und noch mehr der Anblick der Buckelwale (Wale, wir haben Wale gesehen!!!) aus nächster Nähe bleiben. Unbeschreiblich!
  • Wenn es in New York noch einen Berg gäbe, wäre die Stadt endgültig so etwas wie die komplette Welt im Kompaktformat. Unglaublich.
  • Die Freakdichte ist in den USA – zumindest gefühlt – höher als hier. Diese Aussage potenziert sich, wenn man sich in NYC bewegt.
  • Wenn nicht gerade Unwetter biblischen Ausmaßes dazwischen kommen, ist das Fahren auf US-Highways und Interstates so entspannt, dass man sich zwischendurch konzentrieren muss, um nicht einzunicken.
  • Genau das Gegenteil gilt allerdings für das Fahren in großen Städten, insbesondere wiederum in NYC. Dort möchte ich nach Möglichkeit nie wieder Auto fahren müssen, da ich sonst eine verkürzte Lebenszeit befürchte. Nicht unbedingt nur für mich persönlich.
  • Cape Cod ist ein ganz zauberhaftes Fleckchen Erde, ganz besonders an der Nordspitze in Provincetown und an der wunderbaren Atlantikküste. Das gleiche gilt für die Niagarafälle. Aber wirklich nur für die Fälle und den Fluss. Sobald man hochschaut, sieht man grauenhafte Touristenbunker. Also konzentriert man sich umso lieber auf das Wesentliche. 
  • Amerikaner sind die Götter der (Selbst-)Vermarktung. Jede halbwegs vorzeigbare Ansammlung von mehr als drei Häusern verkauft T-Shirts und zahllose andere Devotionalien mit dem Stadt-/Bezirks-/Uni-/Sehenswürdigkeits-/Sontswas-Namenszug. Und wenn man sich die Leute, die einem begegnen, anschaut, ist es erfolgreich wie Sau! (Zugegeben, zweimal bin ich auch schwach geworden. Einmal war aber vor allem der T-Shirt-Preis von 1,99$ ein nicht zu schlagendes Argument.)
  • Die Vermarktung ist aber meistens nicht so aufdringlich, dass es nervt. So war der Abend in dem Pub, der als Inspiration für die Serie „Cheers“ diente, sehr nett, auch wenn dort jährlich hunderttausende Touristen aufschlagen und daraus eine richtiggehende Franchise entstanden ist. Ich nenne das Konzept mal „liebevolle Vermarktung“. Sollte ich mir vielleicht urheberrechtlich schützen lassen. Die Burger dort waren übrigens auch sehr gut! 
  • Ich war in drei Wochen öfter mit Booten bzw. Schiffen unterwegs als in den letzten Jahren. In New York, zum Wale beobachten auf Cape Cod, in Boston und an den Niagarafällen. Und jede Fahrt war ein absolutes Highlight.
  • Wir haben unter anderem in dem Ort gewohnt, in dem John F. Kennedy seine Sommerurlaube verbracht hat. 
  • Zum Ende der Ferienzeit bzw. nach Ferienende an den verschiedenen Orten zu sein ist ein idealer Zeitpunkt. Alles ist noch offen und auf Besuch eingestellt, die großen Touristenmassen sind aber schon abgezogen. Außer natürlich in New York, da fällt das nicht weiter auf.
  • Wenn man freiwillig früh aufsteht, um etwas Tolles zu unternehmen (aufs Empire State Building fahren, Wale beobachten, zu den Niagarafällen fahren), fällt das viel weniger schwer, als im Alltag früh aufzustehen.
  • The Big Bang Theory kann ich mir, nachdem ich es im Original gesehen habe, auf Deutsch kaum noch ansehen.
  • Eine Live-Ansprache des Präsidenten im TV mit zu verfolgen ist eigenartig – kennt man ja hier nur zum neuen Jahr. 
  • Nach allem, was ich bei der Führung durch sein ehemaliges Haus gehört habe, war Mark Twain, der eigentlich Samuel Langhorne Clemens hieß, ein ziemlich cooler Typ. 
  • Und schließlich: Wann ist endlich wieder Urlaub!?!?!

Freitag, 23. August 2013

Sommerloch

Es gab vieles, worüber ich in den letzten Wochen an dieser Stelle euphorisch hätte berichten können. Es gab auch einiges, worüber ich mich ausufernd hätte aufregen können (als jemand, der mittlerweile auch offiziell dazu berechtigt ist, in „Altherren“-Mannschaften Fußball zu spielen, wäre ich ja sogar legitimiert, mich über „die Jugend“ aufzuregen – vielleicht mache ich das demnächst auch mal). Hab ich aber nicht, weder das eine noch das andere.


Und warum? Hm. Keine Ahnung. Keine Zeit, und wenn Zeit, dann keine Lust. Hatte meistens (vermeintlich) besseres zu tun. Und das wird in den nächsten Wochen nicht anders. Denn da habe ich definitiv was Besseres zu tun, und aus den eben genannten Gründen auch für diese Zeit nicht vorgebloggt. Also folgen nach Wochen der Stille: richtig, Wochen der Stille. Damit aber jetzt nicht alle in meditative Apathie (apathische Meditation?) verfallen, hier einer dieser Momente, über die ich euphorisch hätte berichten können und der so schön war, dass wohl mindestens 80% der Anwesenden die Tränen der Rührung kaum zurückhalten konnten. Einige konnten es zu Recht auch nicht. Und damit gebe ich zurück in das angeschlossene Sommerloch. 


(leider nicht zum Einbetten, aber es lohnt sich! Ich empfehle außerdem nachdrücklich, sich auch das Video von James anzusehen - noch so ein Moment!)

Dienstag, 16. Juli 2013

Ruhe, Jochen Malmsheimer spricht!

Vor kurzem hatte ich endlich mal die Gelegenheit, einen der größten Künstler der deutschen Sprache live und aus nächster Nähe - dritte Reihe vor der Bühne - zu erleben: Jochen Malmsheimer gastierte in Dortmund.
"Ermpftschnuggn trǿdå! - hinterm Staunen kauert die Frappanz" lautet der Titel des aktuellen Programms. Und so wie bereits der Titel, war natürlich auch der ganze Abend geprägt von einer sprachlichen Brillanz, auf die wohl selbst Sprachgelehrte neidisch sind, gepaart mit feinem Witz. Dazu kommt eine grandiose Variation der Stimme und Lautstärke. Jedes Wort ist perfekt akzentuiert und passt an seinen Platz. Ich kam manchmal vor Staunen gar nicht zum Lachen - obwohl, das ging dann doch auch oft fließend ineinander über. Wenn mehr Kabarettisten, Komiker oder sonstige Bühnenkünstler dieses Landes so gut mit Sprache und den Themen, über die sie reden, umgehen könnten (und auch würden) - es wäre eine schönere Welt. Denn: "Was hat denn der Mann? Recht hat er! Recht!" 



Dienstag, 9. Juli 2013

Blur, Rock Werchter: wieder ein Häkchen auf der Liste

Man kennt das ja, diese imaginäre Liste von Bands und Künstlern, die man unbedingt mal gesehen haben muss, bevor man entweder selbst nicht mehr ist, die Künstler nicht mehr sind, oder die Künstler einfach aufhören zu touren. Letzten Sommer konnte ich hinter Lou Reed einen Haken machen und war darüber sehr glücklich. Und diesen Sommer kommt das Häkchen hinter den Namen Blur.


Dabei war ich nicht immer unbedingt ein großer Blur-Fan. Ich fand zwar auch diese künstliche Rivalität immer albern, aber Oasis waren trotzdem immer mein eindeutiger Favorit. Klar, Blur hatten viele Hits, die ich super fand, aber auch immer Sachen dazwischen, die mir nicht so gefielen. (Das ist zum Teil auch immer noch so) Trotzdem landen sie auf einer Liste mit Bands, die ich wirklich mag, schon recht weit vorne. Und außerdem ich bin ein großer Fan von Graham Coxon. Also standen Blur definitiv auf der To-See-Liste.



Und seit dem letzten Freitag kann und muss ich mehr denn je sagen: vollkommen berechtigt! Blur haben ein richtig, richtig, richtig gutes Konzert abgeliefert und waren in Hochform. Von stillen, würdevollen Momenten bis zur völligen Euphorie war alles dabei. Und Damon Albarn, den ich vor allem ob seiner "Neben"projekte manchmal genauso fand, wie sein Nachname im Deutschen ungefähr klingt, war in bester Stimmung und sparte auch (zu recht) nicht mit Lob ans Publikum, das textsicher und euphorisch mitging. Kann man hier bei "Country House" ganz gut sehen:

Glücklicherweise konnten wir einen Platz recht nah an der Bühne ergattern, so dass man die Musiker auch ohne die riesigen Leinwände (die trotzdem sehr hilfreich waren) ganz gut erkennen konnte. Und sie hatten Spaß. Mindestens ebenso viel Spaß hatte ich - und ein sehr großer Teil des Publikums. Besonders dabei: "Parklife" live - wenn auch natürlich ohne Phil Daniels - einfach nur grandios. Für mich der Moment des Auftritts. Da wird sogar die Kamera unscharf vor Freude.



Der Trip nach Werchter hat sich allein dafür wirklich mehr als gelohnt. Als "Zugabe" habe ich auch noch Richard Hawley sehen können, der ein sehr gutes Konzert gegeben hat. Phoenix und Two Door Cinema Club waren auch gut. The Bots waren interessant, Kings of Leon - naja, waren eben Kings of Leon. Aber der Auftritt von Blur war definitiv das Highlight. Und wieder kann ein Häkchen glücklich auf die Liste gesetzt.

Freitag, 10. Mai 2013

Art Brut - Top Of The Pops

The fabulous band Art Brut celebrates its 10th anniversary this year. They have released a Best of album called „Top of the pops“, obviously, and are on tour to celebrate this. I was one of the lucky people to be at the tour‘s opening show in Cologne last Friday.

Around that show, which was once again excellent, I came to think about why I like Art Brut so much. And many reasons came to mind. Well, obviously because of their great music and Eddie Argos‘ great lyrics. They don’t take themselves too seriously and seem to enjoy themselves tremendously, but at the same time they care more about their music and their fans than probably most other bands do. Quote Eddie Argos: „I like talking about pop music more than I like kissing.“ 

They also are an amazing live act. I rarely can think of another band where you almost have a guaranteed good time at the show – and that’s even when Jasper Future plays until his finger starts bleeding. During the Cologne show, They more or less scrap their setlist and play songs randomly shouted on stage by the crowd - what other band would do that? Makes you want to rock out, just like Modern Art! And Eddie Argos is a really brilliant entertainer, telling stories between, or also in the middle of, songs and giving the people a good time.

Their Best of album is not just a lifeless compilation of singles. You get the feeling that the tracks were put together with much thought. This is underlined by the sleeve notes that Eddie Argos has delivered to every single track on the double CD. The second CD contains, amongst others, some „bootlegs and b-sides“, as it goes in „My little brother“ and is, in contrast to similar CDs from other bands, very entertaining.

The band is one of the most, if not the most, likeable band I have ever come across. Not only on stage, but also before and after the show. You can have a chat with them, drink with them and they have a great taste of music – not only because they always have good support bands on tour with them.

And also: what other bands sells great t-shirts for a mere €15? That is a real bargain in many ways, especially if you look at other band t-shirt prices (And, Eddie, that’s just two Euros more than going to theVan Gogh Museum, right?). Even more so when you consider that I could choose between a free comic and a poster as an extra give-away (I chose the poster - I also have a t-shirt with that motif). 
Besides the "usual" merchandise, you can also buy hand made and numbered paintings by Eddie Argos. They refer to songs or lyrics from the band, which is a great idea in my opinion. I once bought one, too, although not after a show but via his blog

So, without sucking up to them, I really enjoy their work and hope I can do so for quite some time in the future - even if they are, by their own standards, a "classic rock band" now! I can vividly remember dancing to their first songs ten years ago and hope to still dance to their songs when I'm grey and old. Other bands went and other bands came, I'll still remember my old flame... 


Sonntag, 14. April 2013

Ein früher Höhepunkt am Freitagabend


Und bitte keine dummen Gedanken jetzt – es geht nicht um das, woran Sie jetzt denken, Ladies and Gentlemen!

Es gibt ja so Konzerte, bei denen es im Vorfeld zwei Möglichkeiten gibt: Es wird entweder richtig gut oder eine Katastrophe. Das waren die Vorzeichen für den Gig von The Computers im FZW. Die aktuellen Auskopplungen aus dem neuen Album finde ich sensationell – die älteren Sachen allerdings eher schlimm. Und auch wenn die Website des FZW von einem Stilwandel (hin zu den Sachen, die mir gefallen) schrieb, man kann ja nie wissen…

Nachdem die Vorband Supermutant mein Interesse leider so überhaupt nicht wecken können, steigt also die Spannung. Gegen 21.30 Uhr betreten dann The Computers die Bühne, ganz schick in dunkelroten Anzügen und mit prächtigen Haartollen (die allerdings schnell in ihre Bestandteile zerfallen). Wie zum Kontrast rotzen Sänger und Gitarrist gleich mal kräftig auf und vor die Bühne – ein Schauspiel, das sich durch die gesamte Show zieht und zwar mit einer Frequenz, auf die jeder Profifußballer stolz wäre. Passt aber irgendwie auch ein bisschen, denn „rotzig“ beschreibt die Musik eigentlich sehr gut. Rockabilly, Punk, Rock’n’Roll, gewürzt mit einer sehr guten Prise Showbiz, die der Sänger an den Tag legt. Der springt gleich mehrmals mit oder ohne Gitarre ins Publikum, tanzt mit einigen Besuchern, klettert hinten auf die Bar bzw. die Absperrung sowie auf das Piano und steht auch sonst selten länger als drei Sekunden an derselben Stelle. Die Show ist schnell und intensiv, aber trotzdem bleibt immer wieder auch Zeit für eine Ansage ans Publikum: „It’s Friday night, Ladies and Gentlemen, so are you here for a good time or not? It not, I could perfectly understand – I’m a miserable cunt. But if you are, now is the time to dance!“ Auf der hinteren Absperrung stehend, quasi aus der Tiefe des Raums, wird der Moshpit dirigiert („Don’t hit each other, just dance!“). Nach gefühlt zehn Minuten – in Wirklichkeit waren es wohl ca. 40 – wird das Ende mit folgendem Satz eingeläutet (und hier kommt der Link zur Überschrift) „Ladies and Gentlemen, I’m sorry your Friday evening has peaked so early.“ Wohl wahr, aber kein Grund sich zu entschuldigen, zumal die Zugabe noch einmal ordentlich reinhaut und das Publikum verschwitzt und glücklich zurück lässt.

Während wenige Kilometer weiter Hunderte von Teenagern nah an der Verzweiflung waren und bieberten (ich konnte diesem Wortspiel einfach nicht widerstehen…), ob sie für schlappe 170 Euro und mehr einen kanadischen Jüngling überhaupt zu Gesicht bekommen würden (was mit der geringfügigen Verspätung von 2,5, Stunden ja doch noch geschah), haben wir uns für weniger als 15 Euro köstlich amüsiert. Exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis! 

Samstag, 30. März 2013

50 Jahre Bundesliga

Die Bundesliga feiert in dieser Saison ihr 50-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass hat Ben Redelings nicht nur ein tolles Buch bzw. Jubiläumsalbum mit den besten Anekdoten, Geschichten und Sprüchen herausgebracht - dazu gibt es auch noch eine Tour durch Deutschland, bei der daraus gelesen wird. Nachdem wir bereits im letzten Sommer bei einem "WarmUp" für seine Tour waren, wollten wir uns auch das "Finale" der Tour am Gründonnerstag in Dortmund nicht entgehen lassen. Und wo könnte diese Tour besser beschlossen werden (wobei, ein paar wenige Termine danach gibt es dann doch noch) als im Goldsaal der Dortmunder Westfalenhallen. Denn dort wurde schließlich die Gründung der Bundesliga seinerzeit beschlossen.


Für diesen besonderen Abend hatte sich Ben Redelings Verstärkung geholt, und zwar von Kommentatoren-Urgestein Manni Breuckmann und Willi "Ente" Lippens. Zwei begnadete Anekdoten-Erzähler, vor allem die Ente. Man hatte den Eindruck, dass er den Abend auch locker alleine hätte bestreiten können, wenn man ihm alle paar Minuten ein Stichwort hingeworfen hätte. Da hatte es selbst Breuckmann, der ja auch nicht auf den Mund gefallen ist, manchmal schwer, dazwischen zu kommen. Wobei es natürlich zu 99% sehr lustig war, was Lippens wort- und gestenreich zu erzählen hatte, so ist es ja nicht. Zum Beispiel, wie er Trainer zur Verzweiflung (und sogar zum Rauswurf) getrieben hat, oder wie er sich während des Spiels mit Gegner und Schiedsrichtern gekabbelt hat. Und es entstand ja auch trotzdem oft ein sehr amüsanter Schlagabtausch zwischen den drei Protagonisten, wobei es ein wenig schade war, dass Redelings dabei manchmal ein bisschen kurz gekommen ist, weil von links oder rechts schon wieder etwas Neues eingeworfen wurde.
Von links nach rechts: Breuckmann, Redelings, Lippens. Rundherum: der, schön formuliert, altehrwürdige Goldsaal

Dennoch - oder gerade deshalb?- war es ein sehr kurzweiliger Abend mit vielen witzigen Anekdoten aus dem Fußball, und zwar nicht von außen betrachtet, sondern eben auch von Insidern auf und neben dem Rasen erzählt. Geschichten, die man als Fan vielleicht sonst nicht erfahren würde. Garniert natürlich mit jeder Menge Stilblüten, die Spieler, Trainer, Funktionäre und Reporter im Laufe der Zeit so von sich gegeben haben. Alles in allem war das also ein sehr schöner Abend mit dem Fazit: Früher war der Fußball anders, aber nicht unbedingt alles war besser. Denn, Zitat Ente Lippens: "Heute gibbet doch viel mehr Moos!" In diesem Sinne sag ich nur ein Wort: Vielen Dank! 

Montag, 18. März 2013

Der richtige Ton


Es gibt ja so Dinge, da weiß man einfach: Das wird gut, da kann ich mich drauf verlassen. Jetzt nicht so in dem langweiligen Sinne, sondern man freut sich einfach jedes Mal aufs Neue und völlig zu Recht darauf.
So war das bei der Musik von Superpunk. Sowohl auf Platte als auch live konnte man, also ich, da nichts falsch machen, denn diese Band traf und trifft es einfach genau. Texte über vermeintlich banale und normale Themen („Fußball, Mode, Musik – das Übliche halt“, Zitat Carsten Friedrichs) gepaart mit herrlichem Rock’n’Roll mit Pop- und Souleinschlägen, unverkrampft und unterhaltsam. Ich habe nie verstanden, warum Superpunk nicht „größer“ rausgekommen sind.

Umso treuer aber die Fangemeinde, selbst wenn es die Band gar nicht mehr gibt. Seit letztem Jahr gibt es aber Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen, wenn man so will eine Nachfolgeband, denn Sänger Carsten Friedrichs und Bassist Tim Jürgens sind mit von der Partie, und die Songs, weiterhin aus Friedrichs Feder, erinnern daher natürlich stark an Superpunk. Dank Saxophonist und Gitarrist Philipp Morton Andernach klingt das ganze vielleicht noch einen Schuss mehr nach Soul. Im Publikum im Essener Grend konnte man am Samstagabend einige Leute entdecken, die im letzten Jahr auch bei der Superpunk-Abschiedstour in der Zeche Carl dabei waren, und die natürlich auch bei der Liga auf ihre Kosten kommen. So wie wir auch. Gewohnt sympathisch und mit amüsanten Ansagen zwischendurch spielte sich die Band nahezu komplett durch ihr Debütalbum, streute eine hervorragende Coverversion von Bernd Begemanns Hit „Viel zu glücklich (um es lange zu bleiben)“ ein und spielte als Zugabe auch zwei Superpunk-Gassenhauer – interessanterweise ohne Tim Jürgens. Ob er keine Lust mehr auf die „alten“ Stücke hat? Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass das fantastische Stück „In der Bibliothek“ – allein auf die Idee zu kommen, einen Rock’n’Roll-Song über Leihbüchereien zu schreiben ist doch wohl genial – dabei war. Genau das sind die kleinen Themen, aus denen große Songs entstehen, wie auch mein Lieblingstrack vom Debütalbum, „Meine Jeans“. In dem besingt Carsten Friedrichs, oh Wunder, seine Lieblingsjeans. Zitat: „Ich dachte mir, es sei eine gute Idee, mal ein Lied über meine Lieblingshose zu schreiben.“ Und ob das eine gute Idee war! Der Mann – und seine Band – trifft eben einfach so gut wie immer den richtigen Ton.

Den haben im Grend leider einige der Konzertbesucher nicht getroffen. Man sollte ja meinen, dass ein älteres, gesetzteres Publikum (mit knapp über 30 zählte ich sicherlich zu den Jüngsten) den Künstlern etwas mehr Respekt, sprich Ruhe, entgegen bringt. Weit gefehlt. Lautstarke „Unterhaltungen“ im Brüllton sowie unsinnige und vor allem in der Vielzahl nervende Zwischenrufe waren leider an der Tagesordnung. So wissen wir jetzt, dass man in Essen Düsseldorf Scheiße findet, Schalke Tod und Hass wünscht und der HSV, Friedrichs Lieblingsklub, auch doof ist. Die Essener scheinen nicht viele Freunde zu haben… Aber immerhin bei der Zuneigung zur Liga, die sich davon zum Glück nie aus der Ruhe bringen ließ, waren sich die Anwesenden alle einig. 

Man hat überhaupt das Gefühl, dass nur wenig sie aus der Ruhe bringen kann. Auch nicht, dass einige Fans beim anschließenden Merchandise-Kauf aber wirklich ganz genau wissen wollten, welcher Artikel warum wie viel kostet und was es denn damit auf sich hat. Also schnell noch lächelnd eine Pappe mit Preisen bemalt, alles ganz freundlich erklärt und auch diese etwas anstrengenden Zeitgenossen waren zufrieden. Und gerade als Keyboarder Gunther Buskies anmerkte, dass den T-Shirts viel zu wenig Beachtung geschenkt würde, schritt ich zur Tat – und kaufte eins, als Erinnerung an einen schönen Abend und eine tolle Band. Bitte bald wiederkommen, denn "diese Band ist so genial": 



Freitag, 15. März 2013

Wenn einer eine Reise tut


… dann kann er was erleben, heißt es im Sprichwort. Stimmt, kann ich bestätigen. Wobei in diesem Fall die fünfstündige Autofahrt nach Frankfurt auf dem Hinweg noch nicht einmal das Kuriose ist, wenn man sich das begleitende Schneechaos dazu ansieht und bedenkt, dass manche Kollegen für eine 30km-Fahrt um die drei Stunden gebraucht haben. Nein, wirklich spannend war die Rückfahrt aus Frankfurt nach Dortmund mit der Bahn.

Nun bin ich ganz bestimmt nicht einer von denen, die fortwährend auf die Bahn schimpfen. Eigentlich fahre ich nämlich gerne Bahn und habe bis auf wenige Ausnahmen auch keine allzu schlechten Erfahrungen mit ihr gemacht. Kommt vielleicht auch daher, dass ich nur Gelegenheitskunde bin… Am Mittwoch ging es sogar schon vor der eigentlichen Bahnfahrt los – nach Messeschluss strömten die Besucher, welch Wunder, zur S-Bahn-Station der Frankfurter Messe. Was am Tag zuvor noch problemlos vonstatten ging, wurde nun dadurch verkompliziert, dass sich Ordner (von der Messe sowie von DB Sicherheit) an den Treppen positionierten und die Leute nur häppchenweise zum Gleis ließen. Dabei führten sie sich auf wie wild gewordene Knastwärter („wenn Sie nicht aufhören zu drängeln, machen wir die Station komplett dicht“ – das hätte ich übrigens gerne mal sehen wollen! Und es wurde auch nicht besonders gedrängelt.). Ich fragte mich jedenfalls, welche Menschenmassen wohl schon unten am Gleis warteten. Als ich dann aber nach einiger Zeit schließlich selbst runter durfte und in die S-Bahn einstieg, war diese so leer, dass man darin einen Tanzkurs hätte durchführen können. Eigenartiges Konzept…

Die nächste Etappe ging dann vom Frankfurter Hauptbahnhof zum Fernbahnhof am Flughafen Frankfurt. Die Bahn-App (meiner Meinung nach mit das Beste, das die Bahn jemals angestellt hat) kündigte an, dass sowohl dieser als auch der anschließende Zug pünktlich seien. Angesichts der zahlreichen Verspätungsdurchsagen freute mich das sehr. Ich stieg also pünktlich in den ICE ein, der natürlich nicht in der angezeigten Wagenreihenfolge einfuhr, sondern umgekehrt – nur fuhr dieser dann nicht los. Die 13 Minuten Umsteigezeit verronnen langsam aber sicher, ohne dass man erfuhr, warum. Schließlich fuhr der Zug genau so los, dass wir theoretisch genau dann am Flughafen ankämen, wenn der andere Zug abfuhr. Ob aber die Anschlüsse erreicht würden, sei noch nicht sicher, so die Durchsage. Na toll… Ich stellte mich sicherheitshalber schon Minuten vor der Ankunft an die Tür – was ich eigentlich hasse –, um sofort zum anderen Zug rennen zu können, der, wie man uns inzwischen mitgeteilt hatte, dort warten würde. Also flugs aus dem Zug gesprungen - aber der andere war doch noch nicht da. Naja, ist ja auch nicht schlimm. Konnte man noch schnell auf die Wagenreihenfolge schauen und sich dementsprechend hinstellen. Aber warum eigentlich? Wer hängt diese Poster eigentlich auf, was sind das für Menschen? Das stimmt doch nie! Also schnell am ganzen Zug entlang gelaufen, Platz gefunden, fertig. Kaum drin, kam die Ansage, dass man da und da nicht schneller als 100 Km/h fahren darf, von daher "sammeln wir bestimmt nochmal 20 Minuten Verspätung auf oder so". Ach, ich muss ja nicht mehr umsteigen, dachte ich noch. Kurz vor Köln stellte sich das aber als Unwahrheit heraus, denn wie beiläufig ertönte die Durchsage, dass dieser Zug nicht mehr weiterfahren dürfe - alle Fahrgäste müssten aussteigen. Es würde ein Ersatzzug am gleichen Gleis bereitgestellt. Natürlich dauerte das auch wieder eine Viertelstunde, die man einigermaßen ratlos am Bahnsteig verbrachte. Der Ersatzzug fuhr dann gefühlt in Zeitlupe gen Dortmund. Zwischendurch so nette Durchsagen wie "Passengers to Münster get out here now" - nett, nicht wahr? Eine knappe Stunde (kam einem während dessen aber viel länger vor) später als geplant dann schließlich Ankunft in Dortmund, wo beim Aussteigen schon ein Zugbegleiter neben dem Zug kniete und mit einer Taschenlampe darunter leuchtete. Gut, dass ich nicht mehr weiterfahren musste - ob der Zug wohl heil in Hannover angekommen ist? Man weiß es nicht, denn was mir am meisten bei der ganzen Sache auf die Nerven ging: Man erfuhr nie, warum irgendwas passierte. Verspätung, Zugwechsel, das alles wurde nie begründet und machte manchmal den Anschein, als hätten die Verantwortlichen direkt Spaß daran. War ja vielleicht auch so. Dann sollte ich mich vielleicht auch mal bei der Bahn bewerben, wenn das da so lustig ist. Zur Arbeit fahre ich aber weiterhin mit dem Auto... 

Dienstag, 26. Februar 2013

Harte Arbeit, ehrlicher Lohn*

*Den Slogan habe ich mir bei Bergmann Bier ausgeborgt - zum einen, weil das U, in dessen Schatten das Konzert im Dortmunder FZW ja quasi stattfand, am Sonntagabend so schön an die Stahl-Vergangenheit der Stadt erinnert hat,
und zum anderen, weil das ja irgendwie auch zu Triggerfinger passt. Ich rede jetzt nicht von dieser schlimmen Phrase der "ehrlichen Musik" oder des "ehrlichen Rock", sondern meine vielmehr, dass sie - nach Aussage von Sänger und Gitarrist Ruben Block - noch vor wenigen Jahren in Deutschland vor 50 Leuten in kleinen Clubs gespielt haben. "And now you brought all your friends with you. That's nice!" Sehr charmant. Wäre ich übrigens eine Frau um die 50, wäre ich wohl ein Ruben-Block-Groupie. Cooler Typ. 
Harte Arbeit war es darüber hinaus auch nicht, an die Karten zu kommen - ich habe sie gewonnen. Ehrlicher Lohn dafür vielleicht, dass ich über das Jahr verteilt so viel Geld für Konzertkarten ausgebe... Ich hab mich jeweils gefreut und wurde (natürlich) auch nicht vom Konzert enttäuscht. Bisher hatte ich Triggerfinger nur auf Festivals gesehen, und so ein Abend nur mit ihnen (und der 80er-Jahre-Trash-Pop-Rock-Party-Vorband Hong Kong Dong, die sehr unterhaltsam war) hat wirklich etwas für sich. Die Band ist extrem sympathisch und entspannt - routiniert, aber eben dabei nicht gelangweilt, sondern vielmehr im positiven Sinne - und macht allerlei Mätzchen. 
Vor allem aber machen Triggefinger richtig gute Musik. Da sitzt alles, bei allen Showeinlagen des großartigen Drummers (der bewundernswerterweise das komplette Set durch in Anzug und Krawatte gespielt hat) und allen Posten von Ruben Block - man  merkt, das Wichtigste ist immer der Song. Wie fantastisch das zusammengeht, kann man z.B. hier sehen: 
Lustiger Nebeneffekt einer Band, die (in Deutschland) erst mit dieser einen, berühmten, eher leisen Coverversion so richtig bekannt wurde: Einige entsetzte Gesichter aufgrund dessen, wie Triggerfinger tatsächlich klingen, einige frühe Abgänge. Aber weniger, als ich erwartet hatte. Das Dortmunder Publikum wusste, worauf es sich einließ. Gut so, und so wurde die Band zu Recht gefeiert. Und natürlich spielten sie auch das berühmte Cover, und zwar in der Zugabe, und es kam natürlich auch super an. Lustigerweise wurde das Set auch von einem Cover beendet, was aber wahrscheinlich weit weniger Leute bemerkt haben. "Man Down" ist ursprünglich von Rihanna, wurde ja aber zugegebenermaßen auch ordentlich "eingetriggerfingert". Hier der Beweis: 
Lange Rede, kurzer Sinn: es war grandios. Sogar besser, als ich erwartet hatte. Bei der nächsten Tour bin ich bestimmt wieder dabei - auch gegen Geld. Was jetzt noch fehlt? Mehr von solchen Konzerten - und Bergmann Bier im FZW! Prost! 

Sonntag, 17. Februar 2013

Neulich in der Straßenbahn

In der Landeshauptstadt, in der Straßenbahn. Wir passieren eine Apotheke. 
Ein junger Mann, der hinter mir sitzt: "Da hat der (Name ist mir entfallen, sagen wir Kevin) mal Praktikum gemacht." 
Seine Begleiterin: "Als was denn?"
Er: "Na, als, äh, wie heißt denn das - Pharmatiker?"
Sie: "Öhm, weiß auch nicht, Pharmatist?"
Er: "Oder vielleicht Pharmazist?"
Sie: "Weiß auch nicht..."
Er: "Ach, als Apotheker halt!"

War ich froh, dass ich kurz danach aus der Bahn konnte, um endlich laut loszulachen... 

Montag, 14. Januar 2013

Sunday afternoon delight with Skinny Lister


Einen Sonntagnachmittag kann man ja auf viele Arten verbringen – gemütlich auf der Couch sitzen, einen Spaziergang machen, Sport treiben, anderen beim Sport treiben zuschauen, lesen usw. Auf den Gedanken, ein Konzert am Sonntagnachmittag zu besuchen, kommt man bei dieser Tageszeit nicht unbedingt sofort.



Warum eigentlich nicht? Denn mal ehrlich, es kann doch kaum einen besseren Zeitpunkt dafür geben, den Samstagabend vielleicht mal ausgenommen. Man hat frei, oft nicht wirklich was Wichtiges zu tun, und der frühe Termin (in diesem Falle Beginn um 16 Uhr) sorgt dafür, dass man vor der anstehenden Arbeitswoche angemessen früh wieder zuhause ist.
Um den Sonntagnachmittag wirklich perfekt zu machen, braucht es also nur wenige Zutaten: gute Freunde, leckeres Guinness und eine fantastische Liveband in einem schönen, heimeligen Rahmen. Voila, Skinny Lister im Fachwerk Gievenbeck in Münster!



Es gibt wohl momentan kaum eine Band, bei deren Konzerten man so viel Spaß haben kann – und ich kenne auch nur wenig Bands, die selbst einen solchen Spaß dabei haben. (kann man übrigens hier nachlesen und -sehen!) Sängerin Lorna turnt z.B. gut die Hälfte der Zeit im Publikum oder am Bühnenrand rum, und auch der Kontrabassist seilt sich öfter mal (auch mit Instrument!) von der Bühne in die Zuschauer ab. Die Songs, selbst die langsamen, vermeintlich traurigen, versprühen derart viel gute Laune, dass man aus dem Grinsen, Tanzen und Mitklatschen (ja richtig, das ist hier, auch und gerade von der Band, erwünscht, gehört zum Gesamtkonzept und ist in diesem Rahmen nicht im geringsten peinlich) gar nicht mehr herauskommt. Kurz gesagt: Skinny Lister Konzerte machen glücklich. Wenn es dann auch noch in einem so schönen Raum stattfindet, es vorher leckeren Kuchen gibt (noch ein Vorteil eines Nachmittagskonzerts!) und die Tickets nur 11 Euro kosten, ist ein wunderbarer Sonntagnachmittag perfekt. Was für ein Start in das Konzertjahr 2013. Mehr davon, bitte! 



Sonntag, 16. Dezember 2012

Konzerte des Jahres 2012



Der Einfachheit halber zähle ich meine 12 besten Konzertmomente des Jahres mal chronologisch auf – auch, weil es mir schwer fallen würde, sie in eine qualitative Reihenfolge zu bringen.

Two Gallants, FZW, Dortmund
Es war zu laut (bzw. schlecht abgemischt), es fing (für einen Wochentag) lausig spät an – und dann hat es mich ziemlich weggeblasen. Zwei Mann, Gitarre und Schlagzeug, großartig. Ich wollte Two Gallants schon seit Jahren mal sehen und wurde nicht enttäuscht.

TV Noir mit Moritz Krämer und We Invented Paris, Bhf. Langendreer, Bochum
Zu laut war es hier nicht, eher beschaulich und gemütlich (bestuhlt). Moritz Krämer und We Invented Paris wechselten sich ab, tauschten untereinander die Musiker, spielten gemeinsam – ein kleiner, feiner Abend mit schönen Songs, der wieder einmal gezeigt hat, was Moritz Krämer für ein toller Songschreiber ist.

Locas in Love, Glanz & Gloria, Osnabrück
Noch so eine Band, die ich schon seit Jahren sehr schätze und seitdem mal live sehen wollte – bisher hatte es einfach nie gepasst. Umso schöner, dass sich all meine positiven Erwartungen bestätigt haben. Sehr sympathische Band, klasse Auftritt. Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei.

Noel Gallagher’s High Flying Birds, Max-Schmeling-Halle, Berlin
Der Chief in einer Halle, in der sonst ALBA Berlin auf Korbjagd geht und auch sonst eher „Events“ stattfinden – konnte das gutgehen? Es konnte! Angenehm entspanntes Stehen relativ nah an der Bühne, überraschend guter Sound für so eine riesige Halle (auch wenn die Oberränge abgehängt waren), und über die Qualität des Sets muss ich ja eh nicht viel sagen. Top class once again!

Billy Bragg, Zeche Bochum
Ein Mann, seine Gitarre, Songs about politics – ein lang gehegter Konzerttraum von mir war es, einmal Billy Bragg mit „A New England“ (und mit „To Have And To Have Not“) live zu erleben. Check! Ein großartiges, intensives Erlebnis mit einem wahnsinnig sympathischen Bloke!

Superpunk, Zeche Carl, Essen
Es tat schon weh, als die Top Old Boys ankündigten, dass dies ihre letzte Tour vor der Bandauflösung sei. Also nichts wie hin zum Abschiedskonert in Essen. Und es hat sich wie immer gelohnt, ein Jammer, dass eine der besten deutschen Bands so nie mehr auftritt. Aber mit der Liga der gewöhnlichen Gentlemen ist ja zum Glück schon ein würdiger Nachfolger in den Startlöchern.

Lou Reed, Kunst!rasen Gronau, Bonn
Der eigene Umzug am nächsten Tag? Wochenlanger Stress davor mit der Wohnungsrenovierung? 150km Anfahrt pro Strecke? Pah! Lou Reed! Bevor der irgendwann nicht mehr auf Tour geht, sollte man sich das nicht entgehen lassen. Und das war eine weise Entscheidung. Der alte Meister (sorry, Lou!) war in Hochform und spielte sich mit der bekannt ausdruckslosen Miene durch eine kleine Auswahl seines umfangreichen Gesamtwerks. Ein Erlebnis!

Skinny Lister, Haldern Pop
Haldern ist ja immer eine Garantie für viele tolle Konzerte. Das war auch in diesem Jahr nicht anders, aber eines stach für mich trotzdem eindeutig hervor. In der manchmal überwiegenden schwermütigen Konzertatmosphäre in Haldern (war zwar dieses Jahr nicht so extrem, aber trotzdem) war ihr Konzert am RP-Stand, auf einer Bühne nicht viel größer als zwei Europaletten, ein Feuerwerk der guten Laune. Irish Folk mit Punk-Attitüde. Mein wahrscheinlich glücklichster Konzertmoment in diesem Jahr. Ich freu mich schon sehr auf das Konzert in Münster im Januar.

Buster Shuffle, Bhf. Langendreer, Bochum
Das neue Album war nicht so ein Renner – aber live! Live sind Buster Shuffle immer noch mit das Beste und Unterhaltsamste, was im Moment so unterwegs ist. Ein bunter Mix aus Ska, Pop und Punk, in diesem Jahr mit größerer Band für fetteren Sound und noch mehr Spaß. Immer wieder großartig.

Japandroids, Gleis 22, Münster
2012 war ein gutes Jahr für Zwei-Mann-Bands – Japandroids haben ein sensationelles Album rausgehauen, und das Konzert stand dem in Nichts nach. Unfassbar dichter, druckvoller Sound und trotzdem eingängige Melodien. Das schaffen so auch nicht viele, weswegen dieses Konzert auf jeden Fall zu den Top-Highlights dieses Jahr zählt.

The Vaccines, Bürgerhaus Stollwerck, Köln
Es war vielleicht kein außergewöhnliches Konzert im ureigenen Sinn – aber für mich war es trotzdem besonders. Ganz einfach weil The Vaccines im Moment zu den Bands zählen, die mich schon auf Platte sehr begeistern. Und da sie eine gute Liveband sind, setzt sich das auf der Bühne fort. Auch wenn das Konzert recht kurz war – aber das sind die Songs schließlich auch zumeist. Besser kurz und gut als unnötige Längen!

The Black Keys, Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf
Das vorletzte Konzert des Jahres hatte es nochmal richtig in sich. Wieder eine recht große Halle, diesmal hatten wir sogar Sitzplätze – wobei das bei den Black Keys eh Makulatur war. Da hielt es niemanden auf den Sitzen. Die lieferten eine richtig gute Show, spielten grandios auf und ließen mehrere 1000 Leute total euphorisch zurück. Beeindruckend!



Donnerstag, 1. November 2012

Schöne Momentaufnahmen

Komisch - es gibt viele Themen, Dinge und Ereignisse, über die es sich zu bloggen lohnte. Dennoch fehlt mir oft die Lust (offizielle Version: die Zeit!), sie niederzuschreiben. Hängt vielleicht damit zusammen, dass ich tagsüber schon den ganzen Tag schreibend vor dem Rechner sitze. Klingt jedenfalls wie eine gute Ausrede, finde ich. Sogar, wenn man eine Woche Urlaub hat...

Zu den erwähnenswerten Dingen gehören so einige - beispielsweise die riesige Freude über mein Patenkind, den kleinen M., der hier im großen bösen Internet schön anonym bleibt. Jedenfalls so lange, bis er es selber für sich entdeckt. Außerdem gab es tolle Konzerte - stellvertretend sei hier der Auftritt der Vaccines im wunderbaren Bürgerhaus Stollwerck hervorgehoben. Eine rasante, wenn auch etwas kurze Show voller Hits, Hits, Hits - genauso geht Rock'n'Roll mit Popappeal im Jahr 2012. Großartig.


Großartig, wenn auch anstregend war auch der gestrige Halloween-Run im Duisburger Landschaftspark. Laufen in der Dunkelheit, mit Stirnlampe "bewaffnet", vor beeindruckender Industriekulisse und mit Fackeln, Feuern und verkleideten Menschen - toll. Da lief es sich gleich ein wenig leichter bei all der Ablenkung, auch wenn man bei der Masse an Läufern anfangs nur schwer vorwärts kam. Das hat Spaß gemacht.


Tolle neue Platten gibt es auch einige, zum Beispiel von "Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen", der "Nachfolgeband" von Superpunk. Angenehmerweise setzt sich das großartige Superpunk-Werk in sehr ähnlicher Form fort. Angenehm deshalb, weil die Band(s) einfach zum besten gehören, was deutschsprachige Musik zu bieten hat. Großartige, mit feinem Humor durchzogene Texte über alltägliche, vermeintlich banale Dinge wie Bibliotheken, Ford Escorts oder Jeans. Ebenfalls schön, ebenfall auf deutsch und ebenfalls vom großartigen Tapete-Label: Die höchste Eisenbahn. Die mit dem Track "Die Vergangenheit" einen der besten deutschsprachigen Songtexte der letzten Jahre geschrieben haben. Wie gut, dass bei dem ganzen Lila-Wolken-Silbermond-Tage-wie-diese-Sumpf auch noch richtig gute Lieder geschrieben werden, auch wenn die natürlich nie im Radio laufen. Trotzdem, anhören! Und damit für heute auf Wiedersehen. 





Donnerstag, 4. Oktober 2012

Das Oktoberfest und ich – keine Freunde fürs Leben



Es ist doch immer wieder schön, wenn sich Vorurteile bestätigen. Passiert ja auch tatsächlich gar nicht so selten, wie man es sich vielleicht manchmal wünschen würde. Selten jedoch trafen meine Vorurteile so ins Schwarze wie beim Oktoberfest. Ja, ganz recht, ich war beim Oktoberfest. Hätt ich auch nicht gedacht. Ergab sich aber so, und ich sage trotz allem: Sollte man mal gesehen haben, wenn die Gelegenheit besteht. Es ist spektakulär. In vielerlei Hinsicht. Menschenmassen, ein riesiger Festplatz, unzählige Fahrgeschäfte, viele Festzelte. Man kennt das ja. Dazu (für mich dann doch erstaunlich) viele Menschen in „bayerischer Uniform“ und liter-, ach was, lastwagenweise Bier. Ein Prosit der Gemütlichkeit.

Gemütlichkeit? Naja… Das Oktoberfest mag vieles sein, aber gemütlich ist es mit Sicherheit nicht. Es ist nicht gemütlich, wenn im Zelt (an dieser Stelle kann ich natürlich nur von dem von mir besuchten Zelt sprechen) die Bierbänke Kante an Kante stehen, so dass hinsetzen, aufstehen, sitzenbleiben oder generell sich bewegen zur echten Herausforderung werden – vom Essen mit Messer und Gabel ganz zu schweigen. Es ist nicht gemütlich, wenn das Zelt so vollgestopft ist, dass man Mühe hat, einen Platz zu finden, wenn man eben nicht am Tisch sitzt. (Es ist auch nicht gemütlich, stundenlang für den Eintritt in ein Zelt anzustehen – ein Umstand, den ich zum Glück nur vom Hörensagen kenne.) Es ist nicht gemütlich, wenn einem schon mittags zahllose extrem betrunkene Menschen vor die Füße stolpern/torkeln/fallen, die sich zum Teil schon selber vollgereihert haben (alternativ dazu die Wege zwischen den Zelten, Ecken im Zelt, leere Maßkrüge etc.), sich prügeln/prügeln wollen und generell unausstehlich sind und jegliche Form von Fassung, Hemmung, Würde und Anstand verloren haben. Und mit jeder Stunde vergrößert sich ihre Anzahl (und ich rede hier nicht nur von testosterongesteuerten Jünglingen).

Das alles ist nicht gemütlich und war für mich eigentlich das Erschütternde. Dass ich generell Volksfeste nicht mag und mit Blas- und/oder Schlagermusik nichts anfangen kann, dafür kann ja keiner was. Aber ich konnte nun mal keine Form eines gemütlichen, traditionellen Volksfestes entdecken, bei dem man entspannt ein, zwei, drei Maß Bier trinken kann. Für mich erscheint das Fest vielmehr als ein willkommener Anlass, mal alle Hemmungen fallen zu lassen und richtig, aber richtig die Sau rauszulassen. Quasi auf Kommando besoffen und fröhlich sein. Und da hab ich eh so meine Probleme mit – siehe auch meine Abneigung dem Karneval gegenüber. Aber selbst karnevalserprobte Begleiter fanden das Oktoberfest in Sachen Bierleichen um einiges „krasser“. Das alles gilt natürlich bei weitem nicht für alle Wiesn-Besucher. Aber immerhin für einen so großen Teil, dass es meinen Eindruck nachhaltig geprägt hat. 
Im Übrigen war ich beruhigt, dass ich mit meiner Meinung nicht allein da stand. Gut zu wissen, dass ich nicht der einzige bin, dem es so oder ähnlich ging. Spaß hatte ich ja schließlich trotzdem. Weil ich mit netten Leuten da war, mit denen ich unter so ziemlich allen Umständen eine gute Zeit haben kann. Und das Bier schmeckt auch hervorragend! 

Wenn es doch nur in Wirklichkeit so idyllisch wäre...

Aber das klingt ja hier schon fast nach einem Lamentier-Eintrag erster Güte. Das wäre ja fatal. Denn es war ein richtig tolles langes Wochenende in München! Inklusive eines unglaublich guten griechischen Essens mit unfassbar vielen Ouzo aufs Haus und anschließendem Gang in die (in das?) Substanz (und das am Abend vor dem Oktoberfestbesuch...); des Besuchs des tollen „Stadion an der Schleissheimer Straße“ (eine Empfehlung für jeden Fußballfan); einer sehr schönen Wanderung auf demRiederstein am Tegernsee, die trotz nebliger Sichtverhältnisse viel Spaß gemacht hat; eines fantastischen afghanischen Essens, das man ja schließlich auch nicht alle Tage bekommt, und eines abschließenden Ausflugs zum botanischen Garten und zum Schloss Nymphenburg. Das alles mit lieben Menschen und jeder Menge Spaß. Die zwei Drittel „Gejammer“ über die paar Stunden auf dem Oktoberfest werden dem Wochenende also eigentlich gar nicht gerecht. Aber andererseits musste das auch mal gesagt werden. Dafür sei der Rest des Wochenendes noch einmal ausdrücklich gelobt und allen Beteiligten, insbesondere dem Gastgeber und dem „Fahrer“, gedankt. Ich komme immer wieder gerne nach München – das nächste mal aber wieder außerhalb der Wiesn-Zeit. 

Abschließend noch eine Bildergalerie, die auf mein ganzes Oktoberfest-Gemeckere noch einen drauf setzt. Ich warne aber ausdrücklich: Menschem mit empfindlichem Magen sollten das mit Vorsicht "genießen"! Es sieht noch schlimmer aus, als ich es beschrieben habe. Hehe. http://www.muenchenkotzt.de/